UNA Nettersheim

Sonntag, 24. März 2019
UNA informiert (2)
Freitag, den 03. April 2009 um 18:04 Uhr
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Nettersheim,

in unserem zweiten Beitrag UNA informiert möchten wir Sie, wie im März versprochen, über den Stand der Dinge zum zukunftsfähigen Internet für unsere Gemeinde auf dem Laufenden halten. Aber zunächst möchten wir Sie über etwas informieren, das schon in Ihrem Besitz ist. Ja, Sie haben richtig gelesen, denn

Sie besitzen seit Dezember letzten Jahres 2.518 Hektar Wald,

das sind 25.180.000 Quadratmeter Eifel. Und die gehören Ihnen, da Sie Bürger der Gemeinde Nettersheim sind. So groß ist nämlich jetzt unser Gemeindewald. Aber Sie besitzen noch viel mehr, denn

Sie besitzen zur Zeit noch weitere 115.000 Hektar Wald,

das sind 1.150.000.000 Quadratmeter Nordrhein-Westfalen. Und die gehören noch Ihnen, da Sie Bürger unseres schönen Bundeslandes sind. So groß ist nämlich der sogenannte "Staatswald", der Wald im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Teile dieses Waldes verkaufen. Fast alle Waldgrundstücke, die unsere CDU/FDP-Regierung verkaufen will, liegen in der Eifel im Kreis Euskirchen. Diese 3000 Hektar, die jetzt verkauft werden sollen, dürften aber erst der Anfang sein von einem weiteren Ausverkauf des Staatswaldes.
Aber warum will die Landesregierung unseren Wald verkaufen und warum fängt sie in der Eifel damit an?

Könnte der Grund sein, dass sich die Landesregierung auf diesem Weg von den 34 Millionen für Vogelsang den größten Teil wieder zurück holen will? Oder denkt man: "Mit den Eifelern kann man das machen; die wählen uns sowieso wieder." Eher unwahrscheinlich, denn selbst in Düsseldorf müsste man mittlerweile gemerkt haben, dass auch in der Eifel immer mehr Leute darüber nachdenken, ob man wirklich sein Kreuz immer da machen muss, wo die Mehrheit es immer schon hin gemacht hat.
Bliebe noch die Möglichkeit, dass die Regierung mit dem Erlös des Waldverkaufs Haushaltslöcher stopfen will. Das ist der Grund, den die Landesregierung nennt, aber angesichts der Schadenssummen, die zum Beispiel durch die Westdeutsche Landesbank entstanden sind, wäre das nur ein sehr kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein.

Wir können Sie zu unserem großen Bedauern also nicht wirklich darüber informieren, warum unsere Landesregierung unseren Wald verkaufen will.
Wir können Sie allerdings darüber informieren, warum unsere Gemeinde einerseits gegen den Verkauf des Staatswaldes ist, andererseits aber im Dezember einen Teil des Staatswaldes gekauft hat und beabsichtigt, noch mehr davon zu kaufen. Das hört sich zugegebenermaßen etwas unlogisch an, macht unserer Meinung nach aber durchaus Sinn, denn es ist eine sinnvolle und krisenfeste Investition für die Zukunft unserer Gemeinde - und wir Eifeler haben eine besondere Beziehung zum Wald.
 
"Ose Bösch"

dieser Begriff war und ist für echte Eifeler mit einem sehr starken gefühlsmäßigen Engagement verbunden. "Ose Bösch" war vor der kommunalen Neugliederung der Wald, der zum Dorf gehörte und auf den man stolz war. "Ose Bösch" das ist heute unser Gemeindewald und auf den kann jeder
von Ihnen stolz sein. Die Eifel und der Wald, das sind einfach zwei Dinge, die zusammengehören. Gerade in der Gemeinde Nettersheim, die jedes Jahr die "Holz- und Waldtage" ausrichtet.
Welche allgemeinen Interessen spielen sonst beim Wald noch eine Rolle?

1. Die Erholungsfunktion des Waldes
Wald und "Wellness", wie jetzt viele das nennen, das passt zusammen, denn das Naturerlebnis in gesunder Luft tut Leib und Seele gut.

2. Umweltschutz, Naturschutz, Landschaftsschutz, Denkmalschutz ("Naturdenkmal")
Ist jedem klar.

3. Tourismus, Freizeit, Sport

Natürlich nicht überall und zu jeder Zeit im Wald, aber doch im Wald.

Alle diese Punkte sind gewährleistet, wenn der Staatswald in Landesbesitz bleibt. Das meiste davon müsste auch gewährleistet sein, wenn der Wald in Privatbesitz kommt. Private Waldbesitzer - wir meinen jetzt nicht die kleinen, sondern die großen - neigen dazu, die Rechte der Bürger darauf, zum Beispiel die Wege zu benutzen, nicht zu beachten. Da werden Schranken gebaut, wo keine sein dürften. Vielleicht haben Sie in der Zeitung von den Problemen gelesen, die man mit der Errichtung des "Eifelsteigs" hat. Auch beim Umweltschutz gibt es  manchmal Probleme mit  privaten Waldbesitzern. Bei Wald im öffentlichem Besitz - bei Ihrem Wald -  müssen die oben angesprochenen allgemeinen Interessen stärker respektiert werden.

Deshalb soll der Staatswald unserer Meinung nach auch Ihr Wald bleiben. Das ist nicht nur unsere Meinung. Das ist die Meinung sämtlicher Gemeinden im Kreis. Bürgermeister Pracht und seine Kollegen haben dies in Düsseldorf eindrucksvoll vorgetragen. Das ist die einstimmige Meinung des Kreistages und der Oppositionsparteien im Landtag. Und das ist die Meinung einer breiten Allianz von Naturschutzverbänden und Vereinen. Wenn nun jetzt die CDU/FDP Regierung trotzdem den Verkauf des Staatswaldes durchsetzt, dann wollen wir als Gemeinde Nettersheim dafür sorgen, dass

der Staatswald Ihr Wald bleibt,

jedenfalls einige Teile des Staatswaldes, die auf dem Gebiet unserer Gemeinde liegen. Da die Gemeinde in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben, können wir uns diese Investition in die Zukunft leisten. Ein weiteres Argument für den Kauf des Waldes ist:

4. Der Wald als Wirtschaftsfaktor

Auf die Bedeutung für die private und gewerbliche Wirtschaft wollen wir hier nicht näher eingehen,  sondern auf den kommunalwirtschftlichen Aspekt hierbei. Der Nettersheimer Gemeindewald erwirtschaftet jedes Jahr Gewinne. Das ist gut für den Haushalt unserer Gemeinde.  Zu verdanken haben wir dies in erster Linie dem Leiter unserer Forstabteilung, Wolfgang Schmieder, der sich auch in der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" engagiert.

Wir haben also die berechtigte Hoffnung, dass mehr Gemeindewald neben den oben angesprochenen Punkten auch ein Mehr an Erlösen bedeuten kann. Das berechtigt uns auch zu der Hoffnung, diese zusätzlichen finanziellen Mittel auf anderen Gebieten sinnvoll einsetzen zu können und z. B. die Bezuschussung von  Mittagessen für Kindergarten- und Schulkinder, von 10 Stunden zusätzlicher Kindergartenbetreuung, von  Seniorenfahrten und von Vereinsaktivitäten auch in Zukunft beibehalten zu können, obwohl die Gemeinde hierzu und zu einigen anderen "freiwilligen Leistungen" eigentlich nicht verpflichtet ist. Außerdem bedeuten mehr Einnahmen weniger Steuern und Gebühren für die Bürger.

Aus den angesprochenen Gründen hat die Gemeinde - auch zur Arrondierung des Gemeindewaldes in Marmagen - im Dezember 53 Hektar Staatswald gekauft, die das Land verkaufen wollte. Und deshalb beabsichtigen wir, wenn die Landesregierung den Verkauf des Staatswaldes weiter durchsetzen will, weitere 95 Hektar zu kaufen. Hierdurch sollen auch Naturschutzflächen gesichert werden.

Zukunftsfähiges Internet für unsere Gemeinde (2)

Der UNA-Vorsitzende Edwin Poth hatte im Dezember 2008 mit seinem umfangreich recherchierten Antrag das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderates gebracht. Wie im UNA-Antrag vorgesehen wurde die Verwaltung vom Rat beauftragt, konkrete Verbesserungsvorschläge für die nächste Sitzungsperiode auszuarbeiten. In der Sitzung des Bauausschusses am 10. März stellte Herr Bergeritz von der Firma Eifelnet eine mögliche Breitbandversorgung durch Richtfunk vor. Im Hauptausschuss am 17. März wies Edwin Poth auf einige noch offene Fragen hin, u. a. auf die Kritik am Richtfunkmodell, die der Inhaber einer Softwarefirma uns auf unserer Homepage mitgeteilt hatte. Der Richtfunk kann in der Tat nur als Übergangslösung dienen, wie Bürgermeister Pracht bestätigte. Langfristig gesehen werden Rohre verlegt werden müssen, um ein wirklich zukunftsfähiges Internet zu gewährleisten.

In dieser Frage sind aber noch alle Möglichkeiten offen. In der Ratssitzung am 31. März (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) steht die Breitbandversorgung wieder auf der Tagesordnung. Konkrete Maßnahmen werden aber sicher erst dann beschlossen werden können, wenn die Informationsveranstaltungen hierzu in allen Dörfern abgeschlossen sind. Bei diesen Veranstaltungen wird es auch um die getrennte Abwassergebühr gehen. Die Verwaltung hat die Termine im Gemeindeblatt und in einer zusätzlichen Einladung an alle Haushalte mitgeteilt. Sie finden die Termine auch auf unserer Homepage. Sobald die Termine für Buir, Marmagen, Nettersheim  und Tondorf bekannt sind, werden wir auch diese aufnehmen.

Auf unserer Homepage www.una-nettersheim.de finden Sie weitere Informationen und Links zu den Themen Breitbandversorgung und Waldverkauf.

Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informieren.

Ihre

UNA
(Unabhängige Nettersheimer Alternative)

Rundblick Nettersheim 03/2009
 
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