UNA Nettersheim

Donnerstag, 23. Mai 2019
UNA informiert (29): Bioenergiehof Nettersheim
Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 12:53 Uhr
Information erfolgt jetzt im Bauausschuss am 15. Juni
 
Die Gemeinde Nettersheim plant im Gewerbegebiet Zingsheim einen Energiehof mit einer Biogasanlage einzurichten. Der Energiehof soll durch einen privaten Investor betrieben werden. Die so gewonnene Energie soll dann entweder zur Stromerzeugung und Wärmenutzung im Gewerbegebiet (zum größten Teil für einen Hauptabnehmer) verwendet werden oder aufbereitet in das Hochdruck-Gasnetz eingespeist werden. Diese Variante ist nur für den Fall gedacht, das kein Hauptabnehmer (z.B. Sägewerk/Pelletproduktion) die Energie abnimmt.
Was bedeutet das für Zingsheim und die Landwirtschaft in der Gemeinde?  

Bis jetzt liegen nur wenige Informationen vor, so dass sich alle Fraktionen im Gemeinderat einig sind: Hier müssen mehr Informationen her. Wir von der UNA  stehen der Idee, in Nettersheim erneuerbare Energie zu erzeugen und zu nutzen positiv gegenüber. Der Energiehof könnte eine Möglichkeit zu alternativer Energieerzeugung bieten und durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird der Preis für die Einspeisung in das Netz für über 20 Jahre garantiert. Das macht die Anlage für einen privaten Investor sehr attraktiv. Seitens der Gemeinde wurden bereits Gespräche mit der KEV, der Regionalgas Euskirchen und mit einem potentiellen Hauptabnehmer geführt. Zur Zeit wird von einem Ingenieurbüro eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Ein Zwischenbericht liegt vor. Der Abschlussbericht soll bis zum Sommer dieses Jahres vorliegen.
 
Wir sehen jedoch auch einige Probleme und noch offene Fragen:
  1. Für den Betrieb der Biogasanlage werden ca. 985 Hektar Agrarfläche benötigt, die in der Umgebung in Nettersheim, Mechernich und Euskirchen  zur Verfügung stehen sollen. Auf diesen Flächen soll dann Mais, Getreide und Gras angebaut werden. Für die Landwirte wäre das eine gute Einnahmemöglichkeit, jedoch müsste bei schlechten Erträgen fehlendes "Futter" für die Biogasanlage zugekauft werden, da der Betrieb ja nicht eingestellt werden kann. Durch Grünschnitt und ähnliches Material, das z. B. bei Arbeiten in den kommunalen Anlagen anfällt, kann nur ein kleiner Teil des "Futters" ersetzt werden.
  2. Die Biogasanlage kann nur siliertes Material verarbeiten. Bei den großen Mengen könnte es zu einer erheblichen Geruchsbelästigung der Anwohner kommen, insbesondere in Zingsheim.
  3. Das Material muss zur Biogasanlage transportiert werden. Das bringt eine erhebliche Zunahme des Verkehrs in Zingsheim und Umgebung mit sich. Außerdem erhöht sich dadurch auch der CO² Ausstoß erheblich und damit ist die Bioenergie gar nicht mehr so Bio.
  4. In der Region befinden sich schon mehrere Biogasanlagen, so dass zu befürchten ist, dass überwiegend Mais und Getreide zur Energiegewinnung und weniger Produkte zur Nahrungsversorgung angebaut werden. Darüber hinaus laugen Monokulturen insbesondere mit nicht standortgerechten Pflanzen und intensiverem Einsatz von Chemie die Böden aus und führen zu einem Verlust der Artenvielfalt bei einheimischen Pflanzen und Tieren.
Nach einer mündlichen Mitteilung von Bürgermeister Pracht wird die ursprünglich für den 20. April vorgesehene Informationsveranstaltung zum Thema Energiehof im Rahmen der Sitzung des Bauausschusses am 15. Juni nachgeholt.

Nur wenn sich vernünftige Lösungen und Antworten für die  dargestellten Probleme und Fragen ergeben, wird die UNA-Fraktion diesem Vorhaben zustimmen. 

Ihre 

UNA
Unabhängige Nettersheimer Alternative (Grüne und Unabhängige)
 
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