UNA Nettersheim

Donnerstag, 24. Oktober 2019
UNA informiert (28): KuBa bleibt Raum für Kunst und Kultur
Donnerstag, den 08. April 2010 um 12:07 Uhr
Neuer Alter Nettersheimer Bahnhof kann Kulturzentrum für die Region werden.

Vor ein paar Monaten sah es noch kritisch aus für die Zukunft des "Kulturbahnhofs" (KuBa) im alten Bahnhof in Nettersheim. 

Beide Etagen standen bisher für Kunstausstellungen zur Verfügung, wobei in der oberen auch gelegentliche Nutzung durch Kursangebote in der Erwachsenenbildung möglich war. Nach den ursprünglichen Vorstellungen der Gemeindeverwaltung sollte nun die obere Etage komplett vermietet werden und in der unteren sollten Büroräume für die bisher im Rathaus untergebrachte Tourismusabteilung und den neuen "Römerstraßen-Infopunkt Eifel" eingerichtet werden. Für Kunst und Kultur wäre nur noch wenig Raum übrig geblieben; unter Umständen zu wenig Raum, um die für diesen Zweck erhaltenen Fördermitteln zu rechtfertigen. "KuBa" in der gewohnten Form wäre auf jeden Fall am Ende gewesen. 

Zur Rettung des KuBa haben mehrere erfreuliche  Entwicklungen beigetragen. Zwei sind besonders bemerkenswert:

Die Gruppe von Künstlern und kunstinteressierten Bürgern um Gerd und Brigitte Hensen aus Nettersheim und den Frohngauer Maler Dan Hepperle nahm direkt nach Bekanntwerden der Pläne einen konstruktiven und standhaften Dialog mit der Verwaltung auf. Nachdem Susanne Polzin aus Pesch, die Gründerin des KuBa, sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, sorgten zunächst Maggie Töpfer und Sarah Advena für die Fortsetzung des Galeriebetriebs. Gemeinsam mit ihnen übernahm dann diese Gruppe mit viel Engagement die Organisation der Ausstellungen. Alle Mitglieder der Gruppe erklärten sich zu weiterer ehrenamtlicher Arbeit bereit, allerdings nicht unter den extrem eingeschränkten Bedingungen. Wie erfolgreich die Arbeit dieser Gruppe ist, konnte man zuletzt bei der Ausstellung mit Werken des Eifelmalers Curtius Schulten feststellen: Ca. 600 Besucher überzeugten sich nicht nur von der Qualität der Ausstellung, sondern auch von den idealen räumlichen Möglichkeiten des KuBa. Profitiert hat davon nicht nur das Image unserer Gemeinde, sondern auch die Nettersheimer Gastronomie.

Wenn wir auf den zweiten positiven Aspekt zu sprechen kommen, können wir Bürgermeister Pracht, den wir oft genug kritisiert haben, diesmal nur zustimmen: Die Verwaltung änderte die ursprüngliche Planung und schlug dem Gemeinderat in der letzten Ratssitzung vor, die Büros nicht im Bahnhof sondern im Naturzentrum unterzubringen. Ein Vorschlag, dem der Gemeinderat einstimmig folgte.

Für die zukünftige Entwicklung wichtig ist noch ein dritter Aspekt: Die bisher von der Gemeinde an die Bahn vermieteten Räume fallen wieder an die Gemeinde zurück, da das Stellwerk von der Bahn (leider - möchte man fast sagen) nicht mehr benötigt wird. Zu diesen Räumlichkeiten heißt es in der Niederschrift der Ratssitzung vom 23. März: 

"Der existierende Galeriebetrieb soll um eine "Art-Station" ergänzt werden. Weiterhin soll als spezielles gastronomisches Angebot ein "Kunst-Bistro " (kein Biergarten) eingerichtet werden, wobei die Belieferung durch die örtlichen Betriebe erfolgen werde."

Die "Art-Station" und das "Kunst-Bistro" sollen von einer Künstlergruppe um Peter Hundeck aus Schleiden und Kim Sauvageot aus Pesch organisiert werden. 

"Praktisch bedeutet diese Entwicklung, dass der gesamte Erdgeschossbereich des Bahnhofs für Kunst und Kultur zur Verfügung steht", heißt es in der Niederschrift weiter.

Das Konzept für die Neugestaltung des Bahnhofs sieht außerdem vor, einen auf dem Grundstück stehenden Schuppen als Atelier zu nutzen und im rückwärtigen Bereich eine Fahrradstation zu errichten.

Besitzer und letztlich Verantwortlicher für den Bahnhof ist die Gemeinde, Mieter der oberen Etage der Naturpark Nordeifel, ehrenamtlich tätig in der unteren Etage sind Künstler und Kunstinteressierte, die sich aus zwei Künstlergruppen zusammensetzen; zuständig für diesen Bereich ist auch der Förderverein für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

Das ist eine interessante Konstellation. Als solche sicher auch ein "Alleinstellungsmerkmal" unserer Gemeinde, um ein in letzter Zeit häufig gebrauchtes Wort zu verwenden. Ein Wort, das vermutlich noch häufiger verwandt wird, sind die "Synergieeffekte". "Gemeinsam macht stark", sagte man früher dazu. Wir hoffen, dass dies für den KuBa und Kunst und Kultur in unserer Gemeinde  zutreffen wird, und nie von "Reibungsverlusten" die Rede sein wird.

Denn nachdem im Blankenheimer Museum viel Raum für Kunst und Kultur weggebrochen ist und die "Maler der Eifel"  in der mit gewaltigen Summen von Fördermitteln hergerichteten alten Schule in Gemünd mehr mit Knatsch als  mit Kunst auf sich aufmerksam machen, hat Nettersheim jetzt die Chance, sich noch leichter als das Kulturzentrum für unsere Region zu profilieren.

Wenn alle, die jetzt im Nettersheimer Kulturbahnhof mit einsteigen, dieses Ziel weiter im Auge behalten, dann wird unsere Gemeinde neben der Umwelt und der Archäologie Kunst und Kultur als dritten Schwerpunkt nicht nur behalten, sondern auch noch weiter ausbauen können. 

Diese Chance sieht jedenfalls

Ihre 

UNA
Unabhängige Nettersheimer Alternative (Grüne und Unabhängige)
 
mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
Copyright © 2019 UNA Nettersheim. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.