UNA Nettersheim

Donnerstag, 23. Mai 2019
UNA informiert (26): Agenda-Beiräte = Das, was jetzt getan werden muss!
Mittwoch, den 10. März 2010 um 18:15 Uhr
Oder Agenda-Beiräte = Das, was erst mal nicht getan wird?

Am 29. April 2010 um 19.00 Uhr wird im Holzkompetenzzentrum in Nettersheim ein lokaler Agenda-Beirat "Kindertagesstätten und Schulen" gegründet. So lautet der einstimmig gefasste Beschluss in der Schulausschusssitzung am letzten Dienstag.

Was heißt eigentlich Agenda?

Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (agere = handeln, machen, tun, erledigen) und bedeutet: Dinge, die getan werden müssen. Deshalb wird der Begriff im Englischen und auch im Deutschen oft einfach verstanden als die Tagesordnung, in der ja alle Dinge aufgelistet werden, die erledigt werden sollen.

Und was ist ein Agenda-Beirat?

Ein Agenda-Beirat ist zunächst einmal ein Arbeitskreis wie jeder andere auch. Allgemein bekannt ist zwar der Spruch: "Und wenn man nicht mehr weiter weiß, dann gründet man 'nen Arbeitskreis", aber wir gehen davon aus, dass dies nicht das Motto für die zahlreichen Arbeitskreise in unserer Gemeinde sein kann.

Auf der Homepage unserer Gemeinde findet man zu diesem Begriff folgenden Eintrag:

"Am 17.03.1998 hat der Rat der Gemeinde Nettersheim den Beschluss gefasst, eine Lokale Agenda 21 auf den Weg zu bringen. Unter Beteiligung von Vereinen, Verbänden, Landwirten, Kirchen und sonstigen gesellschaftlichen Gruppen, aller Bürgerinnen und Bürger sowie aller Fachausschüsse des Rates soll somit die begonnene Arbeit für eine nachhaltige kommunale Entwicklung unter Einbeziehung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte fortgesetzt werden.

Koordiniert und getragen wird der Prozess durch die Vereins- oder Dorfgemeinschaften bzw. durch Lokale-Agenda-Beiräte, die während der Naturschutzwochen 1999 in jedem der elf Gemeindeorte gegründet wurden. Ansprechpartner sind die jeweiligen Ortsvorsteher sowie im Rathaus der Beauftragte für die Lokale Agenda 21, Norbert Crump (Tel.: 02486 / 78-32). "


Gegründet worden sind diese Agenda-Beiräte vor der Kommunalwahl 1999. In manchen Orten ist mehr oder weniger kontinuierlich weitergearbeitet worden, in manchen nicht. In Engelgau z. B. hat es vor der Kommunalwahl die Gründungsversammlung gegeben und danach nichts mehr.

Diese Agenda-Beiräte sollten sich in erster Linie mit der Entwicklung in den einzelnen Orten unserer Gemeinde beschäftigen.  Der neuen Agenda-Beirat hat eine andere Aufgabenstellung.

Der Agenda Beirat "Kindertagesstätten und Schulen" soll sich mit den Kindergärten und Schulen in der Gemeinde insgesamt befassen. Im Schulausschuss erläuterte Bürgermeister Pracht, wie er sich  diesen Agenda-Beirat vorstellt: Er soll sich "aus den verschiedensten Interessengruppen innerhalb der Gemeinde zusammensetzen: Eltern, Lehrer, interessierte Großeltern, Ratsvertreter, u.s.w."

Die SPD hatte schon die Befürchtung, dass durch diesen Beirat die Kompetenzen des Schulausschusses und damit des Gemeinderates verringert werden könnten. Dieser Beirat soll aber nur "Lösungsvorschläge und wichtige Entscheidungshilfen für Ausschuss und Rat erarbeiten".

Das zentrale Problem, für das Lösungsvorschläge erarbeitet werden sollen, ist die Zukunft der Schulen in unserer Gemeinde. Im UNA informiert Nr. 25 haben wir über die damit zusammenhängenden  Probleme berichtet.

Nachdem der Bürgermeister den Teil III der Studie "Bildung und Region", in dem konkrete Lösungsmöglichkeiten für den Südkreis vorgeschlagen wurden, jahrelang unter Verschluss gehalten  und auch die Gemeinderatsmitglieder, die nach Informationen gefragt haben, nicht informiert hat, besinnt man sich jetzt auf demokratische Tugenden und wendet sich angesichts der dramatischen Entwicklungen nicht nur an den Gemeinderat, sondern direkt an die Öffentlichkeit.

Dies ist grundsätzlich zu begrüßen: besser spät als gar nicht.

Was die grundsätzlichen Fragen angeht, braucht der Beirat auch nicht unbedingt neue Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, denn die liegen schon seit Jahren auf dem Tisch. Aber die nordrhein-westfälische CDU-Regierung weigert sich, die seit über zwei Jahren auch in   Nettersheim von Bürgermeister und Gemeinderat diskutierten Schulformen für unsere ländliche Region anzuerkennen. In anderen Bundesländern gibt es diese Schulformen schon seit Jahren.

Der Beirat wird vermutlich eher organisatorische und praktische Entscheidungshilfen für die Zukunft unsere Schulen und Kindergärten geben können.
 
Die Beschlüsse des Beirates müssen allerdings ernst genommen werden und gegebenenfalls auch bei Bezirks- und Landesregierung mit Nachdruck vertreten werden. Andernfalls bleibt der Beirat nur politisches Beiwerk, um von den Problemen abzulenken statt sie anzupacken. Frust und Politikverdrossenheit auf Seiten der ehrenamtlich tätigen Bürger werden dann die Folge sein.

Das wäre nicht gut, denn angesichts der wirtschaftlichen Situation im kommunalen Bereich ist der Bedarf an ehrenamtlichem Engagement der Bürger größer denn je.

Dazu zwei Beispiele:
Im Nettersheimer Kulturbahnhof organisieren Künstler und Kunstinteressierte seit ca. einem Jahr Kunstausstellungen, die überregionale Aufmerksamkeit finden. Bei der Eröffnung der zur Zeit laufenden Ausstellung mit Werken des Eifelmalers Curtius Schulten musste die Eingangstür offen bleiben, weil in den Ausstellungsräumen nicht genug Platz für alle Besucher war!
Ein Freundeskreis Literaturhaus Nettersheim soll in den nächsten Monaten gegründet werden, um unsere Bibliothekarin, Frau Juchem, bei der Arbeit in der Gemeindebücherei zu entlasten. Nach einem ersten Treffen haben schon drei Damen die Arbeit aufgenommen.

An dem zentralen Problem für unsere Kindergärten und Schulen werden aber auch noch so viele ehrenamtliche Agenda-Beiräte und Arbeitskreise nichts ändern: 1992 wurden in unserer Gemeinde 111 Kinder geboren, 2009 waren es nur noch 47. Was dies für Schulen und Kindergärten bedeutet, muss nicht näher erläutert werden. Das Problem auf die Ebene von Stammtischwitzen zu ziehen, wie im Schulausschuss wieder geschehen, bringt zwar immer ein paar Lacher, aber sonst nichts.

Unsere Gesellschaft muss kinderfreundlicher werden. Landes- und Bundespolitiker aller Parteien versprechen immer mal wieder die Übernahme der Elternbeiträge für die Kindergärten, gehalten hat dieses Versprechen noch keiner.

Was die Schulentwicklung angeht, könnte aber auch eine andere Erkenntnis zur Geltung kommen: In der Krise können auch neue Möglichkeiten und Chancen entdeckt werden.  Auf jeden Fall wird der nicht weiter kommen, der den Kopf in den Sand steckt.

Also kommen Sie doch am 29. 4. einfach mal ins Holzkompetenzzentrum, wenn Sie Zeit haben und sich für die Zukunft unserer Kindergärten und Schulen interessieren! Jeder von Ihnen kann im Agenda-Beirat "Kindertagesstätten und Schulen" mitmachen. Auf jeden Fall mitmachen wird

Ihre

UNA
Unabhängige Nettersheimer Alternative (Grüne und Unabhängige)
www.una-nettersheim.de
 
mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
Copyright © 2019 UNA Nettersheim. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.