UNA Nettersheim

Freitag, 22. März 2019
Zeit läuft den Kommunen davon
Mittwoch, den 07. Oktober 2015 um 18:50 Uhr

Städtebauförderung Zuschüsse in Millionenhöhe müssen bis Dezember beantragt werden

Blankenheim. Eigentlich versprach der Termin für die gemeinsame Sondersitzung der Gemeinderäte von Nettersheim und Blankenheim keine Überraschungen. Im Schulzentrum am Blankenheimer Finkenberg, Ort der von beiden Gemeinden anteilig getragenen Gesamtschule, sollte die Gesamtstrategie zur Städtebauförderung verabschiedet werden. Aus diesem Programm wollen Blankenheim und Nettersheim in den nächsten sieben Jahren Projekte für einen zweistelligen Millionenbetrag mit Landesmitteln fördern lassen.

Doch es kam anders. Beide Räte versammelten sich in getrennten Räumen im Schulzentrum. Denn der Fahrplan, die Förderanträge bis zum 31. Dezember 2015 abgeben zu können, um noch im Jahr 2016 in den Genuss der Städtebauforderung zu kommen, ist in Gefahr geraten. „Das scheint mir nach dem heutigen Tag äußerst schwierig“, teilte Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht den Ratsvertretem seiner Kommune mit. Gelingt die Abgabe der Anträge bis zum Jahresende nicht, könnte dies dazu führen, dass Maßnahmen nicht in 2016 durchgeführt werden können, sondern erst später. „Wir treten auf der Stelle und müssen abwarten, was in anderen Räumen überlegt wird“, sagte Pracht.

Denn die Nettersheimer sind in ihrer Planung deutlich weiter als ihre Blankenheimer Kollegen. Mit einer Vielzahl von konkreten Projekten stehen sie in den Startlöchern. Das kommt vor allem daher, dass Vorhaben, die schon länger auf Umsetzung warten - etwa die Sanierung der Turnhalle in Marmagen zurückgestellt worden waren, damit sie mit Landesmitteln bezuschusst werden.

Umso mehr drängt bei den Nettersheimer die Zeit. „Wenn die Anträge noch in diesem Jahr eingereicht werden können, wären wir laut Aussage der Bezirksregierung die Ersten“, erläuterte Pracht. Schon jetzt hätte eine vertiefende Entwurfsplanung da sein müssen. „Die Frist Dezember scheint nicht zu halten zu sein“, mutmaßte er.

Sein Amtskollege Rolf Hartmann sieht das entspannter: „Das werden wir schaffen.“ Als Knackpunkt steht allerdings derzeit ein Dissens im Schulzweckverband im Raum. Hier herrscht Uneinigkeit über die Frage, ob die Raumplanung der Gesamtschule verändert werden muss. „Die Probleme sind durch den großen Erfolg der Schule entstanden“ sagte Franz-Josef Hilger, Mitglied der Versammlung des Schulzweckverbandes, die im Anschluss an die Ratssitzungen tagte. Die Gesamtschule hat so viel Zulauf, dass sie in diesem Jahr fünf Klassen in der Eingangsstufe einrichten konnte. Im nächsten Schuljahr könnte es sich ähnlich entwickeln.

Nach ursprünglicher Planung sollen die Klassen 5 bis 10 in Blankenheim unterrichtet werden, die Oberstufe in Nettersheim. Doch schon jetzt mussten Arbeitsräume in Klassenräume umgewandelt werden. „Bei einem Festhalten an dieser Aufteilung müssen Anbauten erfolgen oder Containerlösungen geschaffen werden“, so die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage. Und eine Verlegung der Realschule nach Nettersheim würde das Problem nur um ein Jahr verschieben.

Um Schülerzahlen und das seit der Gründung weiterentwickelte pädagogische Konzept in Einklang zu bringen, wurde der Aachener Architekt Frank Hausmann beauftragt, ein Raumkonzept zu erstellen. Er kam zu dem Schluss, dass die Räume in Blankenheim für fünf Jahrgangsstufen ausreichen - nicht aber für sechs.

Zwei mögliche Lösungen bietet er an. Entweder könnten die Klassen 5 bis 7 in Nettersheim unterrichtet werden, die anderen mit der Oberstufe in Blankenheim, oder zu der in Nettersheim unterrichteten Oberstufe käme die Klasse 10. Der Nettersheimer Rat befürwortet die erste Variante. Blankenheimer Ratsvertreter lehnen dagegen eine Veränderung des Raumkonzepts ab. Sie befürchten, dass hohe Kosten entstehen könnten, die angesichts der schwierigen Haushaltslage Probleme bereiten.

Doch die Zeit drängt. Denn auch die Gesamtschule soll mit Städtebauförderungsmitteln saniert werden. Deshalb soll bereits in den nächsten Tagen ein Termin mit den Fraktionsvorsitzenden der beiden Kommunen stattfinden. Mit Unterstützung der Bezirksregierung soll dabei eine gemeinsame Lösung gefunden werden.


Kölner Stadtanzeiger vom 03.10.2015 - Von Stephan Everling

 

 
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