UNA Nettersheim

Freitag, 22. März 2019
Nur die Kinder fehlen noch
Samstag, den 15. Juni 2013 um 16:34 Uhr

Eva Balduin organisiert den Start nach den Sommerferien

Blankenheim. Betritt man das Büro von Eva Balduin, so überkommt den Besucher zunächst einmal Mitleid. Denn überall stapeln sich Aktenordner: auf der Fensterbank, auf einem Schrank, auf einem Stuhl. Der Raum sieht eher nach Finanzamt aus als nach Schule. Der Aufbau eines neuen Angebotes hat offensichtlich erst einmal ganz viel mit Verwaltungsarbeit zu tun. Eva Balduin ist Gründungsrektorin der Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim. Und in dieser Funktion hat sie zwar allerhand Aufgaben, aber noch keinen einzigen Schüler. Denn die kommen erst nach den Sommerferien.

 

Noch keine Schränke

"Den Ordnerplan habe ich von einer anderen Gesamtschule bekommen, alle sind schon passend farblich sortiert", so die Pädagogin. Etliche der mehreren Dutzend Exemplare lagern im Keller, denn es fehlt noch an den notwendigen Schränken. Doch seit den Osterferien hat die energische Frau bereits viel mehr erledigt, als Ordner anzuschaffen.

Zusammen mit Henning Schneider, ihrem Stellvertreter, wurden nach intensiven Vorstellungsgesprächen auch schon sieben Lehrer ausgesucht, die unbedingt an die neue Gesamtschule wollten. Schneider ist zur Zeit noch mit den Abiturprüfungen an der Gesamtschule Bergheim beschäftigt, bald wird auch er Stammgast in Blankenheim sein.

"Bis auf eine Ausnahme kommen alle Lehrer von anderen Gesamtschulen", berichtet Balduin. Die neuen Lehrkräfte stammen aus einem großen Einzugsbereich, eine sogar aus Hessen. Manche wohnen bereits in der Eifel, andere wollen in die Region umziehen. Zwei weitere Stellen werden noch ausgeschrieben. Die vier ersten Klassen werden also von neun Lehrern unterrichtet, die alle eine Vollzeitstelle haben. Jede Klasse bekommt zwei Klassenlehrer.

"Das Kollegium ist hochmotiviert, die Lehrer sprühen vor Ideen und freuen sich darauf, etwas Neues aufzubauen", erklärt die Schulleiterin. Einige Dinge stehen jetzt schon fest: So wird der Unterricht in der neuen Schule vom 45-Minuten-Schema abweichen. "Morgens ist um 7.35 Uhr zunächst gemeinsamer Beginn mit den Klassenlehrern, dabei bekommt jedes Kind Hinweise für seine Lernzeit." Diese Lernzeit, bei der die Schüler eigenständig in Kleingruppen an ihren Aufgaben arbeiten sollen, beginnt um 8 Uhr. Ihnen steht ein hochmodernes Selbstlernzentrum mit Bücherei und Computern zur Verfügung. "Wir wollen die Stärken der Kinder hervorheben und sie so motivieren, an ihren Schwächen zu arbeiten", beschreibt Balduin das pädagogische Konzept.

"Begeistert und dankbar"

An drei Wochentagen gibt es Nachmittagsunterricht. Dann werden Arbeitsgruppen angeboten. "Wir haben 35 Kinder, die ein Instrument spielen, genug Fußballspieler für zwei Mannschaften, eine Tanzgarde und ein Solomariechen", gibt Eva Balduin einen ersten Überblick über die Hobbys der künftigen Schüler.

"Ich bin begeistert und sehr dankbar, dass ich diese Aufgabe übernehmen darf", äußert sich die Schulleiterin über ihre Rolle. Dabei macht die zierliche Frau den Eindruck, als könnte sie nicht nur die vielen Aktenordner mit Unterlagen füllen, sondern auch noch den trägsten Teenager mitreißen.


Kölner Stadtanzeiger vom 14.06.2013 - Von Johannes Puderbach

 

 
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