UNA Nettersheim

Montag, 22. Januar 2018
Kein Jubel in Steinfeld
Samstag, den 27. Oktober 2012 um 17:25 Uhr
Gymnasien erwarten weitere Konkurrenz

Schleiden/Kall-Steinfeld/Bad Münstereifel. So groß der Jubel in Nettersheim, Blankenheim und Dahlem auch sein mag wegen der Genehmigung der Gesamtschule an Ahr und Urft: Anderswo hält sich die Begeisterung sehr in Grenzen, denn diese Gesamtschule tritt als zusätzlicher regionaler Konkurrent beim Wettbewerb um die ohnehin weniger werdenden Schüler an.

Allerdings geht für die beiden hauptsächlich betroffenen Gymnasien, das Städtische in Schleiden (SGS) und das Bischöfliche Gymnasium in Steinfeld, auch nicht die Welt unter. Vertreter beider Schulen betonten gestern, dass sie nun den Wettbewerb aufnehmen werden und durch weiter gesteigerte Qualität attraktiv sein wollen.

Pater Bernhard Fuhrmann vom Steinfelder Gymnasium: "Gefallen tut mir das nicht. Wenn das aber endgültig sein sollte, werden wir uns aufstellen und versuchen, die Folgen für uns so gering wie möglich zu halten." Drei Folgen hält Pater Bernhard für möglich: "Bei weniger Schülern wird es weniger Differenzierungsangebot in der Oberstufe geben, damit wird das Schulangebot eingeschränkt, und das bei allgemein sinkenden Schülerzahlen."

Die Bedenken der Steinfelder Schule betreffen vor allem die Oberstufe, zu deren Lasten die neue Schule in Blankenheim/Nettersheim gehe. Das könne letztlich auch existenzgefährdend sein, so Fuhrmann. Wenn aber die Entscheidung für die Gesamtschule nun endgültig sein sollte, werde das kirchliche Gymnasium unter anderem versuchen, verstärkt auf seine Wertevermittlung zu setzen, um die Schülerzahl zu halten.

Elisabeth Bertram, die Direktorin des SGS, hatte die Nachricht bereits am Donnerstagnachmittag in Köln erfahren. Bertram: "Ich jubele nicht, aber erst mal stimmen im kommenden Februar Eltern und Kinder mit den Füßen ab." Gute Schüler, so die Direktorin, würden vermutlich weiterhin zum Gymnasium streben, wo sie nach acht Jahren das Abitur machen können statt in neun Jahren wie an der Gesamtschule.

Bertram kündigte an, dass das SGS um Schüler kämpfen werde. Erste Veränderungen in Richtung Attraktivierung seien an der Schule bereits Realität geworden. Das SGS jedenfalls werde sich dem Wettbewerb stellen.

Genügend Anmeldungen

In Bad Münstereifel sieht man die Entwicklung gelassen. Hatte die Verwaltung beim letzten Versuch der Nachbargemeinden, eine neue Schulform einzurichten, noch Zeter und Mordio geschrien, ist nun alles bestens. "Wir haben für alle unsere Schulformen genügend Anmeldungen", erklärte Pressesprecherin Marita Hochgürtel auf Nachfrage. Der Schulleiter des St.-Michael-Gymnasiums, Paul Georg Neft, hält die Einrichtung einer Oberstufe an der Ahr jedoch für "Kirchturmpolitik". "Ich glaube nicht, dass dort ein vernünftiges Angebot für die Oberstufe vorgehalten werden kann."

Der Erste Beigeordnete im Rathaus Schleiden, Marcel Wolter, meinte gestern, erst in sechs Jahren werde sich zeigen, ob an der Ahr genügend Schüler für die Oberstufe zusammen kämen.

Kölner Stadtanzeiger vom 27.10.2012 - Von F.A. Heinen und Michael Greuel


 
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