UNA Nettersheim

Freitag, 19. Juli 2019
"Das wird eine Fünf-Sterne-Schule"
Samstag, den 27. Oktober 2012 um 17:28 Uhr
Nun müssen mindestens 100 Kinder angemeldet werden - Möglichen Klagen sieht man gelassen entgegen

Blankenheim/Nettersheim. "Unsere neue Gesamtschule wird eine Fünf-Sterne-Schule werden", gab gestern der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann das gemeinsame Ziel für die gesamte Region vor. Denn genauso einstimmig, wie sämtliche Politiker der Nachbarkommunen Blankenheim und Nettersheim für die Errichtung einer Gesamtschule stimmten, werde man nun nach der Genehmigung alles daran setzen, optimale Bedingungen für die kommenden Schülergenerationen zu schaffen.

Doch zunächst einmal müssen genügend Anmeldungen für den ersten Jahrgang zusammenkommen, der im kommenden Sommer an den Start gehen soll. Für die genehmigten vier Züge müssen mindestens 100 Kinder angemeldet werden. "In Blankenheim, Nettersheim und Dahlem gibt es im kommenden Jahr gut 200 Schulabgänger.

Bei einer Elternbefragung erklärten knapp 65 Prozent, dass sie ihren Nachwuchs an der Gesamtschule anmelden wollen", berichtete Hartmann. Deshalb sei er optimistisch, dass die Mindestzahl auch erreicht werde. Auch die Schulentwicklungsplanung habe gezeigt, dass es in den drei Kommunen einen Bedarf für die Gesamtschule gebe. Man habe extra keine größere Schule geplant, um die Nachbareinrichtungen nicht zu gefährden.

"Die Eltern wissen selbst am besten, welche Schule die geeignete für ihr Kind ist", so Hartmann. So sei die Gesamtschule eine Alternative, um zum Abitur zu kommen. Dafür habe man nun ab der Neugründung neun Jahre Zeit.

Um später auch eine Oberstufe einrichten zu können, wären 42 Kinder erforderlich. "Diese Zahl wurde bisher bei jeder Gesamtschule erreicht", berichtet Hartmann.

Einen Grund dafür wusste Markus Ramers (SPD), Kreistags- und Blankenheimer Gemeinderatsmitglied. Ramers arbeitet als Lehrer an der Gesamtschule Weilerswist. "In der Klasse acht und neun entwickeln viele Gesamtschüler einen richtigen Ehrgeiz, an der selben Schule auch das Abitur machen zu können", sagte er. Diese Perspektive sei ein echter Ansporn. Und weiter: "Wir brauchen dringend eine zweite Gesamtschule im Kreis." Denn Weilerswist müsse zahlreiche Anmeldungen ablehnen.

"Die Gesamtschule war schon lange ein Ziel der Grünen, schon ganz früh haben wir uns dafür stark gemacht", sagte Maria Sigel-Wings, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Die neue Schule sei das beste Ergebnis, das Politik und Verwaltung gemeinsam in den zurückliegenden Jahren erreicht hätten.

"Wichtig ist auch, dass die Eltern jetzt rechtzeitig vor Beginn der Anmeldungen für die weiterführenden Schulen Klarheit haben", so Maria Sigel-Wings. Sie sei zuversichtlich, dass das neue Schulangebot auch bald von den umliegenden Kommunen akzeptiert werde.

"Die 100 Anmeldungen werden wir locker erreichen", meinte auch CDU-Fraktionschef Hermann Josef Esser. Es sei eine "tolle Sache", dass die Gesamtschule genehmigt worden sei. Nun sei es wichtig, das recht bald die Schulleitung benannt werde.

Möglichen Klagen gegen die neue Gesamtschule sehen Verwaltung und Politik gelassen entgegen. Vor nicht einmal zwei Jahren hatte man ja schon einmal in großer Einigkeit die Einführung einer Gemeinschaftsschule beschlossen. Nach einer Klage der katholischen Privatschule in Steinfeld hatte das Ministerium damals die bereits erteilte Genehmigung wieder gekippt. Dieses Mal haben drei katholische Privatgymnasien Bedenken geäußert, weil sie durch die neue Konkurrenz ihre eigenen Einrichtungen in der Existenz bedroht sehen. "Eine Gesamtschule ist eine seit Jahrzehnten bewährte Schulform, die eine rechtlich gesicherte Grundlage hat", sagte Hartmann. Die Gemeinschaftsschule sei hingegen ein Schulversuch gewesen, für die es noch keine Rechtsgrundlage gegeben habe.

Kölner Stadtanzeiger vom 27.10.2012 - Von Johannes Puderbach 
 
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