UNA Nettersheim

Freitag, 22. März 2019
Kurze Wege für kurze Beine
Donnerstag, den 06. September 2012 um 17:13 Uhr
Kabinett billigt Gesetz zugunsten von Kleinstschulen, damit Kinder ortsnah lernen

Düsseldorf. Das Landeskabinett hat den Weg für Zwergschulen freigemacht und ein geändertes Schulgesetz auf den Weg gebracht. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne): "Wir schaffen die Voraussetzung für ein dauerhaft finanzierbares und wohnungsnahes Grundschulangebot auf hohem Niveau. Mit dem Gesetzentwurf tragen wir dem Prinzip »Kurze Beine - kurze Wege« auch in Zukunft Rechnung."

Der Gesetzentwurf geht auf eine Vereinbarung im Rahmen des Schulkonsenses zurück. Im Juli 2011 hatten sich CDU, SPD und Grüne darauf verständigt, kleine wohnortnahe Grundschulstandorte wenn irgendmöglich zu erhalten - auch wenn sie die bisher geltenden Mindestschülerzahlen nicht erreichen. Im Dezember 2011 hatte Ministerin Löhrmann ein erstes Konzept vorgestellt.

Der Gesetzentwurf schafft die Grundlage dafür, pädagogisch sinnvolle und schulorganisatorisch machbare Grundschulangebote mit einer wohnungsnahen Schulversorgung zu verbinden. Gleichzeitig werden kleinere Klassen ermöglicht. 1700 Lehrerstellen, die ansonsten wegen der zurückgehenden Schülerzahlen nicht mehr besetzt worden wären, werden für die neuen Grundschulangebote eingesetzt. Löhrmann: "Das ist gut investiertes Geld, weil in der Grundschule der Grundstein einer gelingenden Biografie gelegt wird." Eine weitere Änderung betrifft das Lehrerausbildungsgesetz zur Vorbereitung eines inklusiven Schulsystems.

Lehrern soll für einen auf die Jahre 2013 bis 2018 befristeten Zeitraum die Teilnahme an berufsbegleitenden Qualifizierungskursen in sonderpädagogischer Förderung ermöglicht werden. Ausbildungen in den Förderschwerpunkten "Lernen", "Emotionale und soziale Entwicklung" und "Sprache" sollen an Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung sowie in Schulen stattfinden und mit dem Erwerb der Lehramtsbefähigung abgeschlossen werden. Ministerin Löhrmann: "Die Schaffung eines inklusiven Schulsystems ist eine der großen Herausforderungen dieser Legislaturperiode. Die Qualifizierungsoffensive soll übergangsweise dazu beitragen, den Bedarf an Sonderpädagogen zeitnah zu decken."

Die GEW begrüßt den Kabinettsbeschluss. Auf große Zustimmung stößt auch die beschlossene berufsbegleitende Qualifizierung in sonderpädagogischer Förderung.

Lob gab es auch vom Vorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Die Änderung gebe den Schulträgern mehr Planungssicherheit und gewährleiste gleichzeitig für die Kinder, dass sie nicht schon zu Beginn ihrer schulischen Laufbahn lange Wege in Kauf nehmen müssen. Die Regierung habe die VBE-Vorschläge aufgegriffen.

KLEINERE KLASSEN

Eigenständige Grundschulen müssen künftig mindestens 92 Schüler haben. Bisher gab es die Soll-Regelung von 144 Schülern. Gibt es nur eine einzige Grundschule in einer Gemeinde, reichen 46 Schüler aus.

Grundschulen mit weniger als 92 und mindestens 46 Schülern können nur als Teil eines Schulverbundes geführt werden. In Ausnahmefällen kann die obere Aufsichtsbehörde aber auch noch kleinere Schulen billigen. 

Kölner Stadtanzeiger vom 05.09.2012 - Von Heinz Tutt
 
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