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Samstag, 21. Juli 2018
Nur die CDU hat Bedenken
Samstag, den 01. September 2012 um 16:19 Uhr
Kall wird sich nicht gegen die Blankenheimer Pläne aussprechen

Kall. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, den der Kaller Gemeinderat am Dienstagabend bezüglich der Schulentwicklungsplanung der Gemeinden Blankenheim, Nettersheim und Dahlem absegnen sollte, hatte es in sich: Dem Rat war vorgeschlagen worden, Bedenken gegen die Errichtung einer Gesamtschule mit Teilstandorten in Blankenheim und Nettersheim auszusprechen. Bei der Planung der Gesamtschule seien auch Schüler aus anderen Kommunen mit eingerechnet.

Es seien, so Bürgermeister Herbert Radermacher, nicht unerhebliche Auswirkungen auf die in Kall ansässigen Schulen und deren Schülerzahlen zu erwarten. Vor allem könne die Gesamtschule sich negativ auf die geplante Sekundarschule auswirken, die Kall mit Mechernich einrichten will. Ebenfalls negativ beeinflusst werde die Situation am Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld.

"Ein solcher Beschluss wäre in höchstem Maße unklug", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Erhard Sohn, der davor warnte, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Die SPD werde jedenfalls nicht mitziehen. Die Zeiten müssten endlich vorbei sein, wo die Schulpolitik an der Gemeindegrenze ende. Sohn. "Daran sollten wir uns gewöhnen". Auch das Steinfelder Kolleg habe und brauche Schüler aus anderen Kommunen.

Äußere die Gemeinde Kall Bedenken gegen die Gesamtschule der Gemeinden Blankenheim, Nettersheim und Dahlem, dürften die Kaller Kinder nicht in die Planung der Schülerzahlen mit einbezogen werden, kritisierte Fraktionschef Ekkehard Fiebrich von Bündnis 90/Die Grünen. Der Südkreis habe eine Gesamtschule mehr als nötig, und deshalb solle man den Kommunen dort keine Steine in den Weg legen. Als es vergangenes Jahr um die geplante Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim gegangen sei, habe man in Kall beschlossen, dass Kaller Kinder an der Oberahr mitgezählt werden durften.

"Wir beschließen nicht gegen die Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim, sondern für die von uns geplante Schulform mit Mechernich", warb Bürgermeister Herbert Radermacher um Zustimmung für die Vorlage der Gemeinde.: "Wir lehnen die Schule nicht ab, sondern äußern nur Bedenken".

Dr. Manfred Wolter, Fraktionsvorsitzender der FDP, kritisierte die derzeitige Schulpolitik im Südkreis allgemein. Jeder entwickele seine Modelle unter seinem Kirchturm. "Jetzt ist plötzlich schon von zwei Gesamtschulen die Rede - was fehlt, sind allerdings die Kinder dafür", so Wolter. Der liberale Ratsherr äußerte die Hoffnung, "dass man uns das Ruder aus der Hand nimmt und von oben entscheidet". Egal, wo welche Schule etabliert werde: Die Pläne gingen immer zulasten der jeweiligen Nachbarkommunen.

In einer Zwickmühle sah sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Toni Mießeler: "Wir haben hier die Wahl zwischen Pest und Cholera". Wenn die Gemeinde die Kinder ziehen lasse, bedeute das eine ernste Gefahr für das Steinfelder Gymnasium.

"Wir werden nicht verhindern können, dass Kaller Kinder nach Blankenheim gehen", orakelte SPD-Ratsherr Karl Vermöhlen. Deshalb solle man diese Gesamtschule nicht verhindern. Es gehe jetzt nur darum, keine negative Stellungnahme zu den Blankenheimer Plänen abzugeben, so dass Kaller Kinder mitgezählt werden könnten.

Gegen die Stimmen der CDU beschloss der Rat, auf die negative Stellungnahme zu verzichten. Auch Bürgermeister Herbert Radermacher kam am Ende zu der Erkenntnis, dass es die Eltern sind, die letztendlich entscheiden, wohin ihre Kinder zur Schule gehen.

Kölner Stadtanzeiger vom 31.08.2012 - Von Reiner Züll
 
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