UNA Nettersheim

Donnerstag, 24. Oktober 2019
Ziemlich knappe Angelegenheit
Samstag, den 10. März 2012 um 10:01 Uhr
Für die neue Gesamtschule werden mindestens 100 Anmeldungen benötigt

Blankenheim. Mit großer Einmütigkeit beschlossen am Donnerstagabend die für Schulangelegenheiten zuständigen Ausschüsse der Gemeinden Blankenheim und Nettersheim zahlreiche Grundsatzentscheidungen für die Einführung der geplanten Gesamtschule. Doch die endgültige Entscheidung für oder gegen die Gründung einer Gesamtschule treffen letztlich die Eltern. Denn es werden mindestens 100 Anmeldungen benötigt. Und dies wird eine ziemlich knappe Angelegenheit.

Zunächst trafen sich Politiker aus Blankenheim, Nettersheim und Dahlem in der Aula des Blankenheimer Schulzentrums auf dem Finkenberg. Martin May, Leiter der Gesamtschule in Alsdorf bei Düren, erläuterte den Politikern das Konzept dieser Schulform. Den Vortrag hatte er zuvor auch schon mehrfach vor Eltern von Grundschulkindern gehalten. Nachdem zahlreiche Detailfragen geklärt waren, fuhren die Dahlemer Politiker nach Hause. Sie werden demnächst die Grundsatzentscheidung treffen, ob Dahlem eine Beschulungsvereinbarung mit seinen Nachbarkommunen Blankenheim und Nettersheim abschließen wird.

Identische Beschlüsse

Falls ja, und danach sieht es aus, würden Anmeldungen Dahlemer Kinder bei der Genehmigung der Gesamtschule mitgezählt. Die Ausschüsse aus Blankenheim und Nettersheim zogen sich nach dem Vortrag in getrennte Klassenräume zurück, wo sie jeweils zahlreiche identische Grundsatzbeschlüsse zur Gesamtschule fassten. So wollen die beiden Kommunen wieder, wie zuvor schon bei der schließlich gescheiterten Gemeinschaftsschule, einen Schulzweckverband gründen.

Die Jahrgänge fünf bis zehn sollen in Blankenheim, die Jahrgänge elf bis dreizehn in Nettersheim unterrichtet werden. Dieser Plan fand auch schon die Zustimmung der Eltern.

Allen Politikern ist klar, das es letztlich auf jede einzelne Anmeldung ankommen wird. Denn für das kommende Schuljahr wurden auf der Realschule in Blankenheim 66 Kinder, auf der Hauptschule in Blankenheim 21 Kinder und auf der Hauptschule Nettersheim 12 Kinder angemeldet. Das ergibt zusammen 99 Schüler. Würde die Gesamtschule in diesem Sommer starten, würde also genau eine Anmeldung fehlen. Aus Blankenheim, wo eine genaue Auswertung im Ausschuss vorgelegt wurde, wechseln rund 55 Prozent der Viertklässler auf eine weiterführende Schule in der Gemeinde. 45 Prozent wechseln auf auswärtige Gymnasien und nach Rheinland-Pfalz. Im kommenden Schuljahr, so die Statistik, werden in den drei benachbarten Kommunen insgesamt 206 Viertklässler aus den Grundschulen entlassen. Wenn die Hälfte dieser Kinder auf der Gesamtschule angemeldet würde, wäre die Mindesthürde gerade so genommen.

Keine Bedrohung

"Unsere Gesamtschule wird keine Bedrohung für die benachbarten Gymnasien sein", meinte der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann (parteilos). Er rechne damit, dass höchstens zehn Prozent der Kinder mit Gymnasialempfehlung auf die Gesamtschule wechseln würden.

Falls die Einrichtung der neuen Schule scheitern würde, sieht es langfristig mit weiterführenden Schulen in der Region schlecht aus. Die beiden Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim, so die Meinung im Ausschuss, werden über kurz oder lang schließen. Die Hauptschule in Dahlem ist schon längst geschlossen und die Realschule in Blankenheim hat nun auch unter rückläufigen Anmeldungen zu leiden: Es können erstmals nur zwei Eingangsklassen gebildet werden.

Kölner Stadtanzeiger vom 10.03.2012 - Von Johannes Puderbach
 
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