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Samstag, 21. Juli 2018
Die Rückkehr der Zwergschule als rettende Idee
Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 12:21 Uhr
SPD, Grüne und CDU wollen die Mindestschülerzahl für Grundschulen senken

Düsseldorf. Trotz sinkender Schülerzahlen will die Landesregierung vor allem im ländlichen Bereich ein Grundschulsterben verhindern. In einem gemeinsamen Antrag wollen CDU, SPD und Grüne im Rahmen des Schulkonsenses die Landesregierung bis zum Jahresende beauftragen, ein Konzept dafür vorzulegen. Die Eckpunkte stehen schon fest.

Viel Flexibilität

Die Mindestschülerzahl für Grundschulen soll herabgesetzt werden. Schulen mit mindestens 92 Schülern können als eigenständige Schulen geführt werden. Bislang sind dafür 192 Schüler notwendig. Grundschulen mit weniger als 92 Schülern sollen an den Orten als Zweigstellen weiterbestehen, heißt es in dem Antrag. Die Bildung von Klassen mit weniger als 15 und mehr als 30 Schülern soll generell erlaubt sein.

Zur Erreichung dieser Ziele sei bereits mit dem Schulkonsens vereinbart worden, den Klassenfrequenz-Richtwert schrittweise von 24 auf 22,5 zu senken, führte Schulministerin Sylvia Löhrmann gestern in der Plenarsitzung des Düsseldorfer Landtags aus. Das geht nicht ohne zusätzliche Lehrer. Mittelfristig werden 1700 zusätzliche Stellen benötigt; einige Lehrer werden aber auch frei, weil es anderswo weniger Schüler gibt. Die Zwergschulen sollen eine Dauerlösung sein, dafür sind - so Löhrmann - besondere pädagogische Fähigkeiten erforderlich, die Lehrer müssten entsprechend fortgebildet werden. Der Plan sieht auch vor, in den kleinen Grundschulen jahrgangsübergreifend zu unterrichten. CDU-Schulexperte Klaus Kaiser lobte das neue Konzept. Die Verantwortung der Kommunen werde so vergrößert.Der jahrgangsübergreifende Unterricht biete große Chancen.

Die Gesetzesänderungen sollen bis November 2012 umgesetzt werden. Bis dahin, so Kaiser, soll die Schulaufsichtsbehörde aufgrund der geringeren Schülerzahlen keine anderen Fakten schaffen.

"Historische Entscheidung"

Der SPD-Schulexperte Sören Link begrüßte das Konzept "Kurze Beine - kurze Wege", es sei ein gutes Signal für die Kinder im ländlichen Raum. SPD, CDU und Grüne bezeichneten die parteiübergreifende Neuordnung des Schulsystems, mit der das gegliederte und integrative Schulsystem in der Verfassung verankert wird, als historische Entscheidung. 

Kölner Stadtanzeiger vom 20.10.2011 - Von Heinz Tutt
 
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