UNA Nettersheim

Mittwoch, 25. April 2018
Politiker und Eltern üben Kritik an Prachts Informationspolitik
Sonntag, den 25. September 2011 um 17:54 Uhr
Die Erhaltung beider Schulen ist schwierig

Nettersheim-Zingsheim. Es herrschte am Dienstag im Sitzungssaal des Rathauses doch eine gewisse Form der Anspannung. Nachdem der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die mögliche Schließung der Grundschule Marmagen berichtet hatte, kam es in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses zu einem regen Andrang an Zuhörern. Neben dem fast vollständigen Lehrerkollegium der Marmagener Einrichtung waren auch einige Eltern und Vertreter des Förderkreises der Grundschule in die öffentliche Sitzung gekommen, um mehr über das Schicksal der Schule zu erfahren.

In der Beschlussvorlage der Verwaltung war davon die Rede, die Marmagener Einrichtung zum Schuljahr 2012/13 zu schließen und die Grundschule Zingsheim zum Hauptstandort zu machen. Eine Alternativlösung wird darin nicht erwähnt. Wie Bürgermeister Wilfried Pracht in der Sitzung am Dienstag erklärte, soll es aber möglicherweise doch noch "zwei, drei Varianten" geben, die zur Anwendung kommen könnten.

In einem Gespräch mit der Bezirksregierung Köln sowie mit dem Städte- und Gemeindebund habe man ihn, Pracht, über ein mögliches neues Konzept für eine qualitativ hochwertige Schule in Kenntnis gesetzt. Das Konzept sehe unter Bildung eines Haupt- und eines Teilstandortes auch das Nebeneinander einer Bekenntnisschule und einer Gemeinschaftsgrundschule vor. Zudem sprach der Bürgermeister von einer Initiative mit Namen "Kurze Beine, kurze Wege", die im Düsseldorfer Schulministerium diskutiert werde und vielleicht auch in der Gemeinde Nettersheim zur Geltung gebracht werden könnte. Letztlich aber könne man nur abwarten, wie das neue Schulgesetz aussehe, das im Oktober im Landtag abgesegnet werden soll. Pracht: "Es ist klar, dass wir uns nicht gerne von Standorten trennen. Doch es scheint Türen zu geben, die geöffnet werden können."

Auch Renate Katz hatte den Weg nach Zingsheim gefunden. Sie schilderte die Entwicklung der Grundschulen aus Sicht der Schulaufsicht. Demnach sei absehbar, dass bereits zum Schuljahr 2012/13 in Marmagen keine Eingangsklasse mehr gebildet werden könne. Die Schulrätin erläuterte auch ihre Vorgaben bei der Lehrerzuweisung sowie die organisatorischen und pädagogischen Nachteile von zwei Grundschulstandorten gegenüber einem.

Schwierige Situation

Bei der Einrichtung von zwei Standorten werde es keine zusätzlichen Lehrerstellen geben. Dies mache etwa an einer zweigeteilten Schule nicht nur die Organisation von Ausflügen und Projekttagen, sondern auch den Austausch von Lehrern schwierig.

Dass die Möglichkeit eines Schulverbundes mit den Standorten Marmagen und Zingsheim grundsätzlich aber möglich ist, hob UNA-Fraktionschef Franz-Josef Hilger am Dienstag hervor. Er zitierte den entsprechenden Paragrafen 82 des bestehenden Schulgesetzes. Hilger übte Kritik an der Verwaltung, die den Ausschuss sowie Eltern und Lehrern kurz nach den Sommerferien vor vollendete Tatsachen stelle. Die Verwaltungsvorlage komme sehr überraschend und zeige keine weiteren Optionen als die Schließung der Schule auf. Hilger: "Unsere Fraktion hätte sich die Zahlen früher gewünscht, um vernünftig darüber beraten zu können. So können wir das nicht."

Das sah auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Esser so: "Die CDU kann der Vorlage der Verwaltung so nicht zustimmen." Demnach sei eine Entscheidung im Rat, der am 11. Oktober tagt, ebenfalls zu früh.

Wie Petra Weißkopf, die stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises Grundschule Marmagen, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Rande der Sitzung berichtete, hatten die betroffenen Eltern erst aus der Presse von der drohenden Schließung erfahren. Sie monierte vor allem die bislang fehlende Information der Eltern durch die Verwaltung.

Kölner Stadtanzeiger vom 22.09 2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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