UNA Nettersheim

Freitag, 19. Juli 2019
Nach der Hiobsbotschaft am Boden zerstört
Donnerstag, den 23. Juni 2011 um 17:13 Uhr
Familien beklagen das Aus für die Gemeinschaftsschule
 
MECHERNICH/NETTERSHEIM - Mit tiefer Enttäuschung haben nicht nur die Bürgermeister der beteiligten Kommunen auf das Aus für die Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim reagiert. Besonders in Reihen der betroffenen Eltern und Kinder, die der neuen Schule zusprachen, schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hörte sich dazu bei zwei Familien um, die ihre Kinder auf die neue Schule schicken wollten.
„Wir hatten im Grunde schon seit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster gegen die Gemeinschaftsschule in Finnentrop nicht mehr mit einem positiven Ende gerechnet“, sagte Michaela Massia. Sie und ihr Mann Ralf wohnen in Nettersheim und hatten ihren Sohn Moritz für die neue Schule angemeldet.

Bereits vergangene Woche, während der Schulausschuss-Sitzung der Gemeinde, so Massia weiter, hatte sie ein schlechtes Gefühl überkommen, weil Bürgermeister Wilfried Pracht nach einem Gespräch mit seinem Blankenheimer Amtskollegen Rolf Hartmann, der gerade aus dem Düsseldorfer Schulministerium zurückgekommen war, einen verunsicherten Eindruck auf sie gemacht hatte. Dennoch habe die Nachricht vom Aus der Schule sie und ihre Familie am Dienstag geschockt.

An die Einrichtung einer Oberstufe an der Gemeinschaftsschule hätten sie und ihr Mann aber schon länger nicht mehr geglaubt. Ihr Sohn Moritz hatte eine Gymnasialempfehlung der Grundschule Sistig in der Tasche. Derzeit ist man beim Städtischen Gymnasium Schleiden um die Aufnahme des Jungen bemüht. Besonders für die Kinder ohne Gymnasialempfehlung hätte sich Michaela Massia gewünscht, dass es mit der Eifeler Gemeinschaftsschule klappt. Denn für viele Eltern habe die Hauptschule das Image eines „Abstellgleises ohne Möglichkeit zur Weiterentwicklung“.

Hauptschule in Sichtweite

Moritz jedenfalls sei nach der Hiobsbotschaft aus Düsseldorf am Boden zerstört gewesen. Die Nettersheimer Hauptschule, die als einer der beiden Gemeinschaftsschulstandorte vorgesehen war, liegt für ihn in Sichtweite. Durch das Ganztagskonzept wären die Hausaufgaben nach Schulschluss schon erledigt gewesen, außerdem hatte sich der Junge darauf gefreut, in einer kleinen Klasse unterrichtet zu werden.

Ein besonderes Lob sprach die Familie Massia den beiden Bürgermeistern aus. Auch die CDU vor Ort habe Weitsicht bewiesen. Die Schuld für die aktuelle Entwicklung sei nicht bei ihnen, sondern bei der CDU auf Landtagsebene zu suchen. Auch die Klage der Steinfelder Salvatorianer habe für Verunsicherung unter den Eltern gesorgt und sich negativ auf die Anmeldezahlen in Blankenheim und Nettersheim ausgewirkt. Vielleicht hätte das Ministerium, vor allem aber seine Rechtsabteilung das Schulprojekt besser vorbereiten und dessen Beginn erst für das Schuljahr 2012/2013 in Aussicht stellen sollen, meinen die Eheleute Massia.

Auch Petra Kurtensiefen aus Mechernich, deren Sohn Nils an der Oberahr-Schule angemeldet war,will niemandem alleine den Schwarzen Peter zuschieben. Es sei schlicht „große Politik auf dem Rücken der Kinder ausgetragen“ worden, viele Faktoren hätten dabei eine Rolle gespielt. Der Steinfelder Orden habe sein Recht zur Klage genutzt, man könne nun allenfalls eine „Bestandsaufnahme der Fehler“ erstellen, um es künftig bei der Errichtung einer Gemeinschaftsschule besser zu machen.

Petra Kurtensiefen und ihr Mann Matthias hatten im Übrigen aus der Zeitung erfahren, dass die Eifeler Gemeinschaftsschule gestoppt worden war, und waren zunächst „ziemlich geschockt“. Sohn Nils habe nach Vernehmen der Nachricht geweint. Er hatte sich sehr auf die neue Schule gefreut.

Kleinerer Fußmarsch

Nils hatte mit seinen Eltern diverse Informationsveranstaltungen besucht und wusste, dass der Besuch der Gemeinschaftsschule für ihn mit einer Zugfahrt, einem kleineren Fußmarsch und drei Unterrichtsnachmittagen verbunden gewesen wäre.

Warum sie und ihr Mann die Gemeinschaftsschule für die optimale Schulform für ihren Sohn hielten, hatte Petra Kurtensiefen seinerzeit auch im Rat der Stadt Mechernich dargelegt. Die Stadt war zu einer Stellungnahme zu der neuen Schulform in den Nachbarkommunen aufgerufen worden, die mit denkbar knapper Mehrheit negativ ausfiel.

Nun wird Nils die Realschule Mechernich besuchen, die aber nicht als „zweite Wahl“ abzustempeln sei, sondern genau wie die anderen Schulen im Stadtgebiet hervorragende Arbeit leiste, so die Mutter.Sie und ihre Familie blicken schon wieder nach vorne: „Es hat halt nicht sollen sein.“

Kölner Stadtanzeiger vom 25.06.2011 - Von Bernhard Romanowski

 
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