UNA Nettersheim

Sonntag, 17. November 2019
Mechernich spielt eine tragende Rolle
Freitag, den 27. Mai 2011 um 17:26 Uhr
Acht Kommunen des Kreises machen in gewissen Angelegenheiten jetzt gemeinsame Sache. Die erste interkommunale Zusammenarbeit betrifft die Übertragung von Prüfungsverpflichtungen.

MECHERNICH - Es dürfte dem Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht nicht eben leicht gefallen sein, am Mittwochmorgen ins Mechernicher Rathaus zu kommen, um dort auf seinen Amtskollegen Dr. Hans-Peter Schick zu treffen. Die beiden kennen und schätzen sich zwar sehr, aber im Augenblick gibt es wegen der Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim doch die ein oder andere Kontroverse zwischen den Bürgermeistern.
Aber man geht dennoch professionell miteinander um, wie beim Behördentermin im Mechernicher Ratssaal zu beobachten war. Schließlich werden Schick und Pracht zukünftig auf vielen Feldern zusammenarbeiten. Wie etwa bei der Übertragung von Prüfungsverpflichtungen. Diese erste interkommunale Zusammenarbeit von immerhin acht Städten und Gemeinden im Kreis Euskirchen soll quasi der Startschuss sein für eine wesentlich engere Vernetzung.

Wobei die Stadt Mechernich als einzige „mittlere kreisangehörige Kommune“ im Südkreis eine tragende Rolle spielen wird. Im Verwaltungsakt vom gestrigen Mittwoch übertrugen die Bürgermeister von Bad Münstereifel, Nettersheim, Dahlem, Kall, Blankenheim, Schleiden und Hellenthal der Stadt Mechernich die Aufgabe, die Vorprüfung etwa der Wohngeldzuschüsse, der Fischereiabgaben, der Ausgaben im Rahmen des Konjunkturpakets oder der Maßnahmen, die von der EU gefördert werden,zu übernehmen.

Verantwortlich dafür wird ab sofort Jürgen Winand sein, der das Rechnungsprüfungsamt im Mechernicher Rathaus leitet. Bisher hatte die Stadt Schleiden diese Vorprüfung für einige Nachbarkommunen aus dem Südkreis übernommen, Zülpich hatte das für Weilerswist und Bad Münstereifel erledigt. Winand und seine Mitarbeiter werden zum Beispiel nachschauen, ob die Kollegen die Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket den Richtlinien entsprechend eingesetzt haben und ob die Schlussabrechnungen stimmen.

Würde ein Wirtschaftsprüfungsbüro diese Aufgabe übernehmen, kämen auf die einzelnen Kommunen wesentlich höhere Kosten zu, hieß es in der Bürgermeisterrunde. Mechernich rechnet künftig stundenweise den Aufwand ab, den das Rechnungsprüfungsamt für die jeweilige Kommune erbracht hat. Diese Regelung wurde schließlich mit Brief und Siegel festgehalten. Und die Hauptgemeindebeamten hatten alle brav ihre jeweiligen Amtsstempel im Briefumschlag oder im Tütchen mitgebracht, damit das Ganze auch seine Richtigkeit hatte.

Eingangs der Zusammenkunft hatte Mechernichs Bürgermeister Schick darauf hingewiesen, dass es demnächst noch wesentlich mehr Arbeitsbereiche gibt, in denen die Kommunen eng zusammenarbeiten werden. Als nächstes Projekt steht die Müllabfuhr auf der Agenda, die ebenfalls von Mechernichaus organisiert werden soll. „Auf lange Sicht werden wir auch nicht drum herumkommen, auf dem Schulsektor Kooperationen zu suchen. Dazu werden wir angesichts der rückläufigen Schülerzahlen letzten Endes gezwungen sein. Eine weiterführende Schule wird nicht mehr in jeder Kommune zu halten sein“, machte Schick deutlich.

Um auf diesem Gebiet eine gemeinsame Marschrichtung zu finden, wird allerdings erst mal der Pulverdampf abziehen müssen, den die Auseinandersetzung um die Gemeinschaftsschule erzeugt hat. Kaum vorstellbar, dass die Verantwortlichen in Nettersheim und Blankenheim so schnell vergessen werden, dass die CDU in Mechernich durchgesetzt hat, dass Kinder aus ihrem Stadtgebiet die neue Schule nicht besuchen dürfen.

Kölner Stadtanzeiger vom 26.05.2011 - Von Günter Hochgürtel
 
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