UNA Nettersheim

Donnerstag, 21. März 2019
Rat soll Abwanderung stoppen
Freitag, den 27. Mai 2011 um 17:18 Uhr
Mechernich hat Eltern schon verboten, ihre Kinder auf die neue Schule zu schicken, in Kall hat man das auch vor. Die Parteien sind allerdings noch unschlüssig. Die Grünen meinen, Eltern müssten selbst entscheiden können.
 
KALL - Nach dem Beschluss des Mechernicher Stadtrates, mehreren Kindern aus dem Stadtgebiet den Besuch der neuen Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim zu verwehren, könnte der Schule nun auch Gegenwind aus der Gemeinde Kall drohen. Im Vorfeld der Sitzung des Kaller Gemeinderates am Dienstag, 24. Mai, hat die Verwaltung in einer Beschlussempfehlung vorgeschlagen, der Aufnahme von sieben Schülern aus der Gemeinde Kall an der Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim nicht zuzustimmen.
Eigenes Schulprojekt

Bleibt es bei dem Nein in Mechernich und Kall, können die Gemeinden Blankenheim, Nettersheim und Dahlem die für die Gemeinschaftsschule vorgeschriebene Mindestzahl von 115 Schülern nicht erreichen, heißt es in der Beschlussvorlage der Kaller Verwaltung.Weiter heißt es in der Vorlage: „Ohne die erforderliche Zustimmung kann das Verfahren zur Einrichtung einerGemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim nach Aussage des Ministeriums unter den derzeitigen Voraussetzungen nicht weiter betrieben werden“.

Ihre ablehnende Haltung begründet die Kaller Verwaltung damit, dass die Gemeinde Kall zurzeit selbst eine Gemeinschaftsschule mit den Kommunen Hellenthal und Schleiden plane. Dieses Projekt sei in wesentlichen Punkten noch abstimmungsbedürftig. Um keine Fakten zu schaffen, die letztlich mit erheblichen Nachteilen oder Risiken für das eigene Gemeinschaftsschulprojekt mit Hellenthal und Schleiden verbunden sein könnten, werde von einer Zustimmung abgeraten.

Die Reaktion der Ratsmitglieder auf den ablehnenden Verwaltungsvorschlag ist im Vorfeld der entscheidenden Sitzung am Dienstag unterschiedlich. „Es wird keine leichte Entscheidung werden“, konstatierte am Donnerstag CDU-Fraktionssprecher Toni Mießeler. Die Fraktion treffe sich am Montagabend, um die Marschrichtung festzulegen.

Eine klare Meinung hat man dagegen bereits bei der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die den Verschlag der Verwaltung ablehnt. Für sie habeder Elternwille absolute Priorität. Bisher hätten die Eltern frei wählen können, an welcher Schule sie ihr Kind nach der Grundschule anmelden möchten. „Unseres Erachtens sollte diese Möglichkeit auch weiterhin für alle Eltern gelten, und deshalb darf eine Zustimmung nicht verwehrt werden“, so die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Marion Engels. Ein Verweigern der Zustimmung sei alles andere als familienfreundlich und beschere der Gemeinde ein schlechtes Image. Engels: „Die Eltern in unserer Gemeinde sollen wissen, dass sie die Schule für ihr Kind selbst auswählen dürfen“.

Bei der SPD-Fraktion will man am heutigen Freitagabend entscheiden, wie man sich am Dienstag bei der Abstimmung verhalten wird. Karl Vermöhlen, sozialpolitischer Sprecher der Kaller Sozialdemokraten, wollte gestern der Entscheidung der Fraktion nicht vorgreifen,

Kein vergleichbares Angebot

Mit seiner persönlichen Meinung hielt er jedoch nicht hinter dem Berg: Er tue sich schwer damit, sich gegen den Willen der Eltern zu stellen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass die Mechernicher Entscheidung sich nicht am Elternwillen orientiert habe.

Vermöhlen ist sich auch bewusst, dass es in Sachen Gemeinschaftsschule künftig noch viel zu diskutieren gibt. „Wir können Eltern derzeit in Kall noch kein vergleichbares Angebot machen und ihnen deshalb auch nicht untersagen, es anderswo zu nutzen. Gerade die räumliche Nähe von Orten der Gemeinde Kall zu Nettersheim sei ein Grund, den Eltern die Entscheidung zu überlassen, wo ihre Kinder zur Schule gehen.

Bei der FDP wartet man noch das Ergebnis der Arbeitsgruppe der Vertreter aus Kall, Hellenthal und Schleiden ab, die am Montag tagt. Bis dahin hoffen die Freidemokraten auf ein Signal aus Düsseldorf. Von dort fordertFDP-Fraktionschef Dr. Manfred Wolter „gleiches Recht für alle“ ein. Das Ministerium fordere für eine Gemeinschaftsschule Kall/Hellenthal/Schleiden für jeden Standort eine Dreizügigkeit.

Die dafür erforderliche Schülerzahl könne nicht erreicht werden, so dass ein Schulstandort geschlossen werden müsste. In Nettersheim sei aber eine Zweizügigkeit genehmigt worden. Und die werdenur durch Schüler aus anderen Kommunen erreicht.

Dennoch könne man jetzt hingehen und einen Schultyp verhindern, den man selbst haben will. Auch solle man Eltern die Möglichkeit geben, zu entscheiden, welche Schule ihre Kinder besuchen.

Dr. Wolter hofft darauf, dass das Schulministerium bis Montag von der Forderung der Dreizügigkeit abrückt.

Kölner Stadtanzeiger vom 21.05.2011 - Von Reiner Züll
 
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