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Freitag, 19. Oktober 2018
„Wir leben nicht im totalitären Staat“
Freitag, den 27. Mai 2011 um 17:20 Uhr
Bürgermeister Rolf Hartmann ist vom Grundsatz her überzeugt, dass es gelingen wird, die erforderliche Anzahl von 115 Schülern für die Gemeinschaftsschule zu erreichen – und zwar auch ohne die Anmeldungen aus Mechernich.
 
EIFEL/BLANKENHEIM - Mit knapper Mehrheit hat sich der Mechernicher Stadtrat am Dienstag gegen die Einrichtung der Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim ausgesprochen. Im Gespräch mit dem „Stadt-Anzeiger“ kommentierte nun Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann das Mechernicher Votum.
Verfassungsrechtlich verankert

Er sei, so Hartmann, vom Grundsatz her überzeugt, dass es gelingen werde, die erforderliche Anzahl von 115 Schülern für die Gemeinschaftsschule zu erreichen – und zwar auch ohne die Anmeldungen aus Mechernich. „Wenn sich das so verdichtet, wie uns das von Eltern zugesagt wurde, dann klappt das auch“, so der Verwaltungschef.Es sei sogar immer noch möglich, dass mehr Kinder angemeldet würden, als man aufnehmen dürfe. Den Vorstoß der Mechernicher CDU und FDP gegen die neue Schulform sieht Hartmann ins Leere laufen. Der Elternwille bei der Schulwahl sei verfassungsrechtlich verankert. Hartmann: „Wir leben doch nicht in einem totalitären Staat.“

Die Gemeinde Kall, die eine eigene Gemeinschaftsschule im Verbund mit Hellenthal und Schleiden plant, könnte schon 2012 in der gleichen Situation wie Blankenheim und Nettersheim sein, so Hartmann. Er selbst würde in dieser Angelegenheit nie gegen den Willen der Eltern in seiner Gemeinde entscheiden. Das verstoße gegen sein Rechtsempfinden. Er sei im Übrigen optimistisch, dass letztlich die Vernunft in Kall regiere und man sich dort nicht gegen den Willen der Eltern der sieben Kinder entscheide, die bereits für die Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim angemeldet sind.

Wahlfreiheit

Auch der Grünen-Jugendkreis Euskirchen (GJE) meldete sich zu der Abstimmung in Mechernich zu Wort. Dort ist man sich einig, dass sich die Mechernicher CDU und FDP ganz klar gegen den Willen der Bürger gestellt hätten. Auch kritisieren die jungen Grünen die Bezeichnung „ideologisch-basierte Schulform“, mit der Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick in der Ratssitzung die Gemeinschaftsschule tituliert hatte.Es stelle sich die Frage, wer tatsächlich „ideologisch“ verbohrt sei: Grüne, SPD und Linke, die sich für die Wahlfreiheit der Eltern einsetzten, oder CDU und FDP, die „verkrampft am dreigliedrigen System“ festhielten.

Auch Schicks Argument, dass viel Geld in die Mechernicher Schulen geflossen sei, ließ der GJE nicht gelten. Wenn dem so wäre, müsstendie Schulen doch so gut sein, dass Mechernicher Eltern ihre Kinder erst gar nicht nach Blankenheim/Nettersheim schicken wollten.

Kölner Stadtanzeiger vom 21.05.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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