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Freitag, 24. Mai 2019
Grünes Licht für Kaller Schüler
Freitag, den 27. Mai 2011 um 17:23 Uhr
Der Gemeinderat hat entschieden, dass Kaller Schüler die Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim besuchen dürfen. Die Verwaltung hatte letzte Woche noch einen Abwanderungsstopp angestrebt.

KALL - Der Rat der Gemeinde Kall gab in seiner Sitzung am Dienstagabend grünes Licht für den Besuch von Kindern aus Kall in die neue Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim. Alle Fraktionen beschlossen ohne Gegenstimme, dass sieben Schüler aus der Gemeinde Kall in die Gemeinschaftsschule gehen dürfen. Im Gegenzug erwartet die Gemeinde Kall allerdings, dass es nach der Etabierung der Gemeinschaftsschule Kall/Hellenthal/Schleiden, die zum Schuljahr 2012/13 eingerichtet werden soll, auch keinen Gegenwind aus den drei Kommunen Blankenheim, Nettersheim und Dahlem gibt, wenn von dort aus Schüler nach Kall wollen.
Von ihrem Vorschlag an den Rat, der Abwanderung der Schüler aus Kall nach Nettersheim nicht zuzustimmen, rückte die Verwaltung ab. In den letzten Tagen habe sich die Stimmungslage geändert, berichtete Bürgermeister Herbert Radermacher. Bei der Erstellung der Sitzungsvorlage sei das noch anders gewesen.

SPD-Ratsherr Karl Vermöhlen erinnerte noch einmal an die seit 2006 andauernden Bemühungen der sechs Südkreis-Kommunen, einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan zu erstellen. Dann hätten sich die Gemeinden Blankenheim, Dahlem und Nettersheim zur Verwunderung der anderen drei „ausgeklinkt und ihr eigenes Ding gemacht“. Dass das Steinfelder Gymnasium gegen die neue Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim geklagt habe sei gutes Recht der Steinfelder gewesen. „Wir leben hier in einem Rechtsstaat und keinesfalls in einem totalitären Staat, wie Bürgermeister Rolf Hartmann hat verlauten lassen“, sagte Vermöhlen im Rat.

Dass die eigenen Schülerzahlen von Blankenheim, Dahlem und Nettersheim nicht reichen, sei frühzeitig absehbar gewesen. Dennoch solle man jetzt die schulische Entwicklung, die in die richtige Richtung gehe, nicht blockieren. Vermöhlen: „Wir können uns nicht selbst auf den Weg zur Gemeinschaftsschule machen und sie bei anderen verhindern“. Die Kaller Zustimmung dürfe jedoch keine Einbahnstraße sein: „Es muss nach 2012 auch den gleichen Weg von der oberen Ahr in Richtung Kall, Hellenthal und Schleiden möglich sein“. Wir werden in Kall ein sehr interessantes Angebot machen können in Kooperation mit den drei Gymnasien in Steinfeld und Schleiden.“

Nachdem die Grünen sich schon im Vorfeld dafür ausgeprochen hatten, dem Besuch von Kaller Kindern an der Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim zuzustimmen, sprach sich auch CDU-Sprecher Toni Mießeler dafür aus. Man solle es den Kaller Kindern nicht versagen, am Schulversuch in den Nachbarkommunen teilzunehmen.

FDP-Fraktionssprecher Dr. Manfred Wolter bedauerte, dass es im Südkreis zwei Entwicklungen gegeben habe. „Jeder sieht seinen eigenen Kirchturm“, so Wolter. In wenigen Jahren werde man angesichts der demografischen Entwicklung das Thema erneut diskutieren und entscheiden müssen. Trotzdem solle man die Entwicklung in den Nachbarkommunen jetzt nicht blockieren. „Wir werden das Entstehen eines Schulsystems nicht stören, das wir selbst anstreben und befürworten“, so der FDP-Ratsherr. Dass man später auch Unterstützung von der oberen Ahr einfordere, sei selbstverständlich.

Die Abstimmung führte zu dem einstimmigen Votum, den Besuch Kaller Kinder an der Schule in Blankenheim/Nettersheim zu genehmigen. Somit zählen diese externen Schüler für die Gemeinschaftsschule jetzt als „Zählkinder“ für die Erfüllung der Mindest-Schülerzahl.

Marion Engels, sozialpolitische Sprecherin der Grünen, freute sich über das einstimmige Votum des Rates, durch das eine Störung der Entwicklung der Gemeinschaftsschule an der Oberahr vermieden werde. Auch SPD-Sprecher Erhard Sohn war zufrieden: „Es zeichnet unseren Rat aus, wie er sich gegenüber seinen Nachbarn verhält“.

Kölner Stadtanzeiger vom 25.05.2011 - Von Reiner Züll
 
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