UNA Nettersheim

Samstag, 21. Juli 2018
Zweite Gemeinschaftsschule
Freitag, den 27. Mai 2011 um 17:25 Uhr
EIFELLAND - Sie waren die ersten, die mit dem Plan überraschten, eine Gemeinschaftsschule zu bilden. Doch dann wurden Kall, Hellenthal und Schleiden ganz forsch überholt von den Kommunen Blankenheim und Nettersheim, die sogar noch das Ziel formulierten, an der Ahr sogar das Abitur zu ermöglichen. Letzteres hat die Justiz der Oberahr inzwischen einstweilig untersagt. Und die Stadt Mechernich fasste jüngst einen Ratsbeschluss, das Schüler aus ihrem Stadtgebiet nicht bei den Anmeldezahlen für die neue Gemeinschaftsschule mitgerechnet werden dürfen.
Und jetzt machen auch Kall, Hellenthal und Schleiden Nägel mit Köpfen: Man werde „bei der Landesregierung einen Antrag auf Genehmigung einer Gemeinschaftsschule an drei Standorten stellen. Beginn des Schulbetriebes ist das Schuljahr 2012 / 2013“, teilte gestern der Kaller SPD-Politiker Karl Vermöhlen, der auch Sprecher des Arbeitskreises Gemeinschaftsschule ist, mit. Beschlossen wurde diese Strategie am Montagabend im Schleidener Ratssaal von Vertretern aller Ratsfraktionen, aller Bürgermeister der beteiligten Kommunen und leitenden Verwaltungsmitgliedern. Seit September 2010 hatten sich die drei Kommunen um eine einvernehmliche Einigung bemüht. Vorher waren die Lokalpolitiker allerdings noch davon ausgegangen, dass Blankenheim, Nettersheim und Dahlem ebenfalls mit im Boot sitzen würden.

„Keinen guten Stil gezeigt“

„Wir hatten seit 2006 einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan“, erläuterte Karl Vermöhlen gestern der Rundschau. „Seit 2009 lag der unter Verschluss, da haben die Bürgermeister drüber gebrütet.“ Es sei der Initiative Kaller Politiker zu verdanken, dass das Thema schließlich doch in die Politik gekommen sei. „Im September luden wir zu einer Sitzung ein, bei der auch die Dahlemer, Nettersheimer und Blankenheimer Kollegen eingeladen waren. Doch just an diesem Tag verkündete der Kaller Bürgermeister, dass jene eine eigene Sitzung abhalten würden. Dann wurden wir mit kurzfristigen Anhörungen bombardiert. Das ist kein guter Stil“, macht Karl Vermöhlen noch einmal deutlich.

In insgesamt sieben Arbeitssitzungen bemühten sich Kall, Schleiden und Hellenthal danach um eine einvernehmliche Einigung. Zuletzt waren bei den Terminen auch die Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft kommunale Planung“ (Komplan) anwesend. Mit „validen Daten“ habe man sicherstellen können, dass „bei realistischer Betrachtung der Übergangszahlen in die Sekundarstufe für alle Standorte der Gemeinschaftsschule zumindest Zweizügigkeit“ erreicht werden könne. Karl Vermöhlen: „Wir sind, was die Zahlen angeht, seriös rangegangen und haben nicht mit Einpendlern gerechnet oder mit Schülern, die zurückkommen, weil sie sitzenbleiben.“ Das sei bei der Planung an der Oberahr aber der Fall. „Das haben wir jedoch alles nicht nötig“, erklärt er selbstbewusst. Bis 2016 laufe der Schulversuch, die neue Gemeinschaftsschule sei auch darüber hinaus mittelfristig gesichert.

Möglichst zügig sollen nun in den drei Räten die erforderlichen Beschlüsse noch vor den Sommerferien gefasst und ein Zweckverband für die Trägerschaft der neuen Schule gegründet werden. Vertreter von drei Hauptschulen, der Städtischen Realschule Schleiden sowie der örtlichen Gymnasien und Förderschulen entwickeln derzeit ein pädagogisches Konzept. Danach sollen Elterninformation und Befragung folgen.

Zwar ist Vermöhlen nicht sehr erfreut über den Alleingang an der Oberahr, kann aber die Entscheidung der Stadt Mechernich, ihren Schülern die Anmeldung dort zu versagen, nicht nachvollziehen. „Wenn man Nein sagt, will man die Gemeinschaftsschule in Blankenheim und Nettersheim verhindern. Da wir diese Schulform im Prinzip jedoch für die richtige Antwort auf unsere Probleme halten, fände ich es merkwürdig, wenn wir sagten, wir verbieten das.“

Kölnische Rundschau vom 26.05.2011 - Von Klaus Pesch
 
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