UNA Nettersheim

Mittwoch, 25. April 2018
Kall ist gnädig mit der Oberahr
Die Gemeinde erlaubt sieben Schülern die Anmeldung in der neuen Gemeinschaftsschule Blankenheim / Nettersheim. Ein „Nein“ in Kall die geplante Schule an der Oberahr gewaltig ins Schleudern gebracht, da für sie 115 Anmeldungen erforderlich sind.

KALL - Dass Hermann-Josef Esser, der Blankenheimer CDU-Faktionschef, sich in die Kaller Ratssitzung als Zuhörer begibt, kommt eigentlich fast nie vor. Am Dienstagabend hatte er einen guten Grund dafür: Abgestimmt wurde darüber, ob Kall sieben Schülern aus der Gemeinde die Anmeldung in der neuen Gemeinschaftsschule Blankenheim / Nettersheim erlaubt. Nachdem die Stadt Mechernich dies sechs Schülern aus ihrem Gebiet untersagt hat, hätte ein „Nein“ in Kall die Gemeinschaftsschule an der Oberahr gewaltig ins Schleudern gebracht. 
Denn sollten nicht die 115 erforderlichen Anmeldungen erreicht werden, wäre das Projekt gefährdet. Esser konnte den Kaller Ratssaal nach der Abstimmung mit sichtlicher Erleichterung wieder verlassen. Denn die Kaller Politiker erwiesen sich als äußerst generös, zumal sie ja derzeit selbst eine Gemeinschaftsschule mit Schleiden und Hellenthal planen. Einstimmig votierten sie bei einer Enthaltung dafür, Kaller Schülern den Exodus an die Oberahr zu erlauben. Selbst Bürgermeister Herbert Radermacher, der in seiner Verwaltungsvorlage dem Rat noch empfohlen hatte, dagegen zu stimmen, war nun plötzlich dafür.
„Kirchtürme retten“

Karl Vermöhlen, SPD-Ratsherr und Sprecher des interkommunalen Arbeitskreises zur Bildung der örtlichen Gemeinschaftsschule, erklärte, Kall könne Eltern und Kindern die Zustimmung nicht versagen. Wenn allerdings im Jahr 2012 / 2013 die Gemeinschaftsschule Kall-Schleiden-Hellenthal etabliert werde, erhoffe man sich ähnliche Zusagen von den Gemeinden Nettersheim und Blankenheim.

FDP-Chef Dr. Manfred Wolter war auch dafür, die Erlaubnis zu erteilen, wies allerdings darauf hin, dass seiner Meinung nach die Bildung von zwei Gemeinschaftsschulen ein Misserfolg sei. Vor sechs Jahren habe man noch eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung betrieben. „Jetzt retten wir unsere Kirchtürme und werden in absehbarer Zeit wieder neu verhandeln müssen.“ Allerdings könne man nun von den Anfangsfehlern an der Oberahr lernen. Auch CDU und Grüne plädierten für die Genehmigung.

Radermacher erklärte seinen Meinungswechsel damit, dass ein Stimmungswandel bei den Sitzungen zur Vorbereitung der Gemeinschaftsschule Kall-Schleiden-Hellenthal eingetreten sei. „Als die Vorlage entstand, hätte ich aber nicht anders entscheiden können.“ Der Rundschau berichtete er, vor Wochen habe es dazu noch ein divergierendes Stimmungsbild gegeben. Es habe sich dann aber die Meinung herauskristallisiert, dass eine Blockade der Schule nicht sinnvoll sei. An der Oberahr solle man die Entscheidung, später auch die Sekundarstufe II anzubieten, noch einmal überdenken. Er regte statt dessen eine Kooperation mit den bestehenden Gymnasien an.

Eine Formsache war danach das einstimmige Votum des Kaller Rates, gemeinsam mit Hellenthal und Schleiden beim Schulministerium einen Antrag auf Genehmigung der neuen Gemeinschaftsschule an drei Standorten zu stellen. Der Arbeitskreis „Regionale Schulentwicklungsplanung“ der drei Kommunen hatte vorher eine entsprechende Beschlussempfehlung gefasst. Natürlich müssen nun auch Hellenthal und Schleiden einen entsprechenden Ratsbeschluss herbeiführen.

Kölnische Rundschau vom 27.05.2011 - Von Klaus Pesch
 
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