UNA Nettersheim

Freitag, 19. Juli 2019
Eltern die freie Schulwahl untersagt
Donnerstag, den 19. Mai 2011 um 16:52 Uhr
Das Ergebnis fiel mit 16 zu 15 Stimmen denkbar knapp aus: CDU und FDP sprachen sich gegen die Abwanderung von sechs Kindern aus dem Mechernicher Stadtgebiet zur künftigen Gemeinschaftsschule aus.
 
MECHERNICH - Ein denkbar knappes Wahlergebnis sorgte am Dienstag im Rathaus für großes Raunen auf den Zuschauerplätzen und sichtliche Enttäuschung etlicher anwesender Eltern. Mit 16 zu 15 Stimmen sprach sich der Stadtrat dafür aus, sechs Kindern aus dem Mechernicher Stadtgebiet den Besuch der künftigen Gemeinschaftsschule Blankenheim/Nettersheim zu versagen. Zusammen mit den Stimmen der FDP-Fraktion konntensich die Christdemokratenletztlich durchsetzen. Dem Votum war eine äußerst kontrovers geführte Debatte vorausgegangen. Dabei waren auch Nicht-Ratsmitglieder zu Wort gekommen.
So erörterte etwa Willy Krause, Leiter der Mechernicher Realschule, die Entwicklung der Schülerzahlen an seiner Schule und an der städtischen Hauptschule. Die „Abwanderung“ von sechs an der Gemeinschaftsschule in den Nachbarkommunen angemeldeten Schüler sei zunächst noch nicht bedenklich für die Mechernicher Einrichtungen, werde aber bedrohliche „Nachzieheffekte“ in der Zukunft mit sich bringen.

Lange überlegt

Auch Petra Kurtensiefen, die mit ihrem Sohn Nils erschienen war, wurde in der Sitzung gehört. Sie möchte ihren Sohn gerne auf die Gemeinschaftsschule gehen lassen und legte ihre Gründe dar. Sie und ihr Mann hätten sich große Gedanken über den Schulwechsel ihres Sprösslings gemacht und sich intensiv mit der neuen Schule auseinandergesetzt. Sie waren zu Informationsveranstaltungen und einem Tag der offenen Tür gefahren und hatten schon eine mündliche Zusage für die Anmeldung.Die besorgte Mutter appellierte eindringlich an die Ratsvertreter, sich nicht gegen den Schulwechsel ihres Sohnes nach Blankenheim/Nettersheim auszusprechen. Kurtensiefen: „Wir haben uns nicht gegen die Mechernicher Schulen entschieden, die gute Arbeit leisten, sondern haben bewusst eine Entscheidung für die neue Schulform getroffen.“

Auch Gudrun Nositschka aus Wachendorf meldete sich zu Wort und mahnte die Politiker, nicht leichtfertig mit der Wahlfreiheit und dem Willen der Eltern umzugehen. Sie hatte eine Unterschriftenliste dabei, die sie dem Bürgermeister übergab. Die Fraktion der Grünen und die Linken hatten die Bürger auf dem Mechernicher Marktplatz zu dem Thema angesprochen. In rund zwei Stunden waren so über 130 Unterschriften für die freie Schulwahl der Eltern zusammengekommen.

Schulversuch

Doch der Bürgermeister schien davon unbeeindruckt und betonte, dass es sich bei der Gemeinschaftsschule um einen Schulversuch handle, der der Stellungnahmen der Nachbarschulen bedürfe und nicht zu deren Lasten laufen dürfe, sich also aus Schülern aus dem Gemeindegebiet Blankenheim/Nettersheim speisen müsse. Auch ließ Schick die Bemühungen und millionenschweren Aufwendungen Revue passieren, die man in den Schulstandort Mechernich investiert habe. Nun, so Schick, sei man „von anderen, die nicht rechnen können“, in eine Situation gedrängt worden, die man sich nicht ausgesucht habe.

CDU-Fraktionschef Konrad Hamacher stellte klar, dass seine Fraktion der „Abwanderung“ nicht zustimmen werde.Dem schloss sich die FDP an. Renate Jansen (Linke) fragte in Richtung der CDU-Leute, ob sie denn auch gewillt seien, allen Mechernicher Eltern die freie Schulwahl zu verweigern.

Hier gehe es um sechs Schüler. Die CDU aber wolle die Angelegenheit zu einer grundsätzlichen Entscheidung über die Gemeinschaftsschule machen.

Kölner Stadtanzeiger vom 19.05.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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