UNA Nettersheim

Freitag, 22. März 2019
„Nachzieheffekte“ befürchtet
Dienstag, den 17. Mai 2011 um 18:36 Uhr
MECHERNICH - Auch für Bürger außerhalb des Mechernicher Stadtgebiets dürfte es heute ab 17 Uhr im Rathaus interessant werden. Dann nämlich tagt der Stadtrat zum Thema „Gemeinschaftsschule“, also jener Einrichtung, für die sich die Blankenheimer und Nettersheimer Kommunalpolitiker seit geraumer Zeit starkmachen.
Die Stadtverwaltung hat dazu einen Beschlussvorschlag erarbeitet, der vorsieht, den sechs Schülern aus Mechernich, die sich für die neue Gemeinschaftsschule Blankenheim-Nettersheim angemeldet haben, die Zustimmung zum Schulwechsel in die Nachbarkommunen zu versagen. Laut Verwaltung stellt die Gemeinschaftsschule eine Existenzgefährdung des dreigliedrigen Schulsystems am Schulstandort Mechernich dar.

Im Prozess zur Errichtung der Gemeinschaftsschule stehen die Stellungnahmen der umliegenden Kommunen und Schulen noch aus. Deren Meinung kann die Gemeinschaftsschule zwar nicht grundsätzlich in Gefahr bringen, wohl aber dafür sorgen, dass die neue Schule nicht wie bisher avisiert zum Schuljahr 2011/12 den Betrieb aufnimmt.

120 Anmeldungen

Bisher liegen 51 Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule aus Blankenheim vor sowie 41 aus Nettersheim und elf aus Dahlem, also zusammen 103. Zudem gibt es weitere acht Anmeldungen aus Kall, drei aus Rheinland-Pfalz und besagte sechs aus Mechernich – macht insgesamt 120. Sollten nicht mindestens 115 genehmigte Anmeldungen vorliegen, ist die Fünfzügigkeit der Gemeinschaftsschule (fünf Klassen à 23 Schüler) gefährdet.

In Mechernich wurden bereits die Schulleiter der Haupt- und der Realschule um eine Stellungnahme gebeten. Heinz Wolfgarten (Hauptschule) und Willy Krause (Realschule) bekennen darin gemeinsam, dass die „Abwanderung“ der sechs Schüler zum jetzigen Zeitpunkt zu verkraften sei.

Allerdings stehe zu befürchten, dass – bei unveränderten Geburtenraten – der Hauptschule ab dem Schuljahr 2019/20 eine dauerhafte Einzügigkeit in der Klasse 5, der Realschule ab 2016/17 die Dreizügigkeit drohe. Zudem, so die beiden Schulleiter weiter, habe die „Abgabe“ der sechs Schüler an die Gemeinschaftsschule „in den Folgejahren weitere Nachzieheffekte Richtung Blankenheim/Nettersheim zur Folge“.

Hohes Ansehen

Man habe sich in Mechernich für das dreigliedrige Schulsystem entschieden, es sei „bei den Eltern allseits beliebt und anerkannt“, biete besonders in der Erprobungsstufe eine hohe Durchlässigkeit und stehe für das hohe Ansehen, dass „die Abschlüsse der Mechernicher Schulen über die Stadtgrenzen hinaus genießen“.

Bereits Anfang Mai hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein Stimmungsbild hierzu aus den Stadtratsfraktionen eingeholt. Darin zeichnete sich schon eine Mehrheit dafür ab, sich gegen die Gemeinschaftsschule auszusprechen. SPD-Fraktionschef Wolfgang Weilerswist äußerte hierzu seine persönliche Meinung, den Elternwillen nicht zu übergehen.

Allein die Fraktion der Grünen sprach sich mit Blick auf die Schulwahlfreiheit der Eltern und das besondere Betreuungsprogramm der neuen Schuleklar dafür aus, der Gemeinschaftsschule keine Steine in den Weg zu legen. Wenn die Mechernicher Schulen – abgesehen von der demografischen Entwicklung – unter Schülerschwund zu leiden haben, sollten sie ihre eigenen Angebote überdenken und verbessern, so der Tenor der Grünen.

Kölner Stadtanzeiger vom 17.05.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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