UNA Nettersheim

Freitag, 19. Oktober 2018
Kommunen brauchen Schüler nicht abzugeben
DÜSSELDORF - Das nordrhein-westfälische Schulministerium bestätigte gestern der Rundschau, dass die neue Gemeinschaftsschule von Blankenheim und Nettersheim auch von der Zustimmung der Nachbarkommunen Kall und Mechernich abhängig ist. Denn sieben Schüler aus der Gemeinde Kall und sechs Schüler aus der Stadt Mechernich haben sich für den Modellversuch in Blankenheim / Nettersheim angemeldet.
Wenn die Räte der beiden Kommunen der Ansicht sind, dass damit ihre eigene Schulentwicklungsplanung gefährdet ist, müssen die Schüler in den Gemeinden bleiben und dort zur Schule gehen.

Das kann für Nettersheim und Blankenheim gravierende Auswirkungen haben, die eine sechszügige Gemeinschaftsschule beantragt und auch bewilligt bekommen hatten. Laut Ministerium geht man bei der Gemeinschaftsschule von einer Mindest-Klassenstärke von 23 Schülern aus. Angemeldet hatten sich aber nur 120 Schüler, so dass nun lediglich fünf Klassen gebildet werden können. Die Stadt Mechernich hat allerdings bereits signalisiert, dass sie jedoch große Bauchschmerzen hat, ihre Zustimmung zum Exodus ihrer Schüler zu erteilen. Laut Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick könnte dies nämlich dazu führen, dass sich die Stadt mangels Schülern viel früher als erwartet von ihrem dreigliederigen Schulsystem verabschieden müsste. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Kall, Schleiden und Hellenthal eine eigene Gemeinschaftsschule planen. Deshalb wird der Mechernicher Stadtrat am 17. Mai über das Thema beraten.

Wenn also nur eine der beiden Kommunen ihre Zustimmung versagt, gerät Blankenheim / Nettersheim unter die magische Anmeldungsgrenze von 115 Schülern. Mit dem Effekt, dass die beiden Gemeinden erneut ihre Schulpläne ändern müssten, weil die neue Gemeinschaftsschule dann nur vierzügig sein könnte. Gefährdet wäre damit die neue Gemeinschaftsschule noch nicht: Nina Heil vom Schulministerium: „Diese muss mindestens dreizügig sein.“

Allerdings könnte das erheblichen Aufwand für Nettersheim und Blankenheim bedeuten. Schon jetzt bedingt die unerwartete Fünfzügigkeit, dass die Kommunen am Donnerstag in einer gemeinsamen Ratssitzung in Nettersheim das nun abgeänderte Konzept beschließen und beim Land erneut beantragen müssen. Dieser neue Antrag werde vom Land überprüft, bestätigte Ministeriums-Sprecherin Nina Heil. Falls das Land zustimmt, eine der beiden Nachbarkommunen jedoch nicht, könnte bei einer entstehenden Vierzügigkeit erneut die Notwendigkeit bestehen, die Schulplanung zu ändern und neu zu beantragen.

Dr. Hans-Peter Schick wundert sich über die Rechenkünste seiner Kollegen in Blankenheim und Nettersheim. „Mit welchen Zahlen haben die denn kalkuliert, wenn sie in ihrem Antrag von 138 Anmeldungen ausgegangen sind, jetzt gerade 120 zusammenbekommen und das nur durch Schüler aus benachbarten Kommunen?“, fragt sich Mechernichs Bürgermeister.

Außerdem glaube er nicht, dass man in Mechernich und Kall einfach so den erklärten Elternwillen missachten werde.

Pracht verweist darauf, dass es in den vergangenen Tagen weitere Anmeldungen gegeben habe. Man liege damit über der Grenze von 115 Schülern, so dass sich ein „Nein“ Mechernichs verkraften ließe. Allerdings steht zudem noch die Entscheidung in Kall aus.

Kölnische Rundschau vom 11.05.2011 - Von Klaus Pesch
 
 
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