UNA Nettersheim

Samstag, 21. Juli 2018
Gemeinschaftsschule nur fünfzügig
Montag, den 09. Mai 2011 um 07:12 Uhr

EIFELLAND - Eigentlich hatte Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann mit 138 Anmeldungen für die neue Gemeinschaftsschule von Blankenheim und Nettersheim gerechnet. Doch man sei „unter den Erwartungen geblieben“, sagte Hartmann der Rundschau. Mittlerweile wurden lediglich rund 120 Kinder angemeldet, so dass die Schule nur fünfzügig starten kann.
Diese kleine Variante macht den Kommunen einige Arbeit. Die Gemeinden Nettersheim und Blankenheim müssen die Fünfzügigkeit am kommenden Donnerstag um 18 Uhr in der Aula des Schulzentrums Nettersheim in einer gemeinsamen Sitzung beider Gemeinderäte absegnen.

Es gibt aber noch ein anderes Problem: Das nordrhein-westfälische Schulministerium ist der Ansicht, dass Gemeinden eine Genehmigung dafür erteilen müssen, wenn Schüler aus ihrem Gebiet eine Gemeinschaftsschule in der Nachbarkommune besuchen wollen. Für Blankenheim / Nettersheim sind das 13 Schüler aus Kall und Mechernich. Die jeweiligen Räte müssten dafür noch grünes Licht geben. Doch die Stadt Mechernich macht massive Bedenken geltend. Sollte diese ihre sechs Schüler nicht gehen lassen, würde es für Blankenheim / Nettersheim schwierig, die erforderliche Zahl von 115 Anmeldungen zu erreichen.

„Wir haben erhebliche Probleme damit, die Zustimmung zu erteilen“, sagte gestern Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Die sechs Schüler gefährdeten zwar nicht unmittelbar das dreigliedrige Schulsystem. Doch mittelbar könne das „Ja“ gravierende Auswirkungen auf die Mechernicher Schullandschaft haben.

„Wenn wir jetzt zustimmen, können wir in den Jahren darauf nicht mehr Nein sagen“, so Schick. Das sei vor dem Hintergrund der möglichen Gründung einer weiteren Gemeinschaftsschule - die Kommunen Kall, Hellenthal und Schleiden wollen eine beantragen - durchaus ein Problem. Wenn aber in den kommenden Jahren weitere Schüler nach Blankenheim / Nettersheim oder dann in die neue Gemeinschaftsschule abwanderten, müsste sich die Stadt Mechernich „viel früher als geplant von dem dreigliedrigen Schulsystem verabschieden“. Ein solches Szenario hatte die Mechernicher Verwaltung aufgrund der prognostizierten Schülerzahlen aber erst in fünf bis sechs Jahren auf ihrer Agenda und nicht in ein bis zwei Jahren.

„Wir haben über 90 Anmeldungen für die Realschule und über 50 Anmeldungen für die Hauptschule“, so Schick weiter. Wenn man jetzt den sechs Schülern grünes Licht für die Gemeinschaftsschule gebe, dann votiere man gleichzeitig gegen die über 140 Schüler, die sich in Mechernich für das dreigliedrige System entschieden hätten. Das sei ein schwieriger Abwägungsprozess. „Daher haben wir uns entschieden, das Thema am 17. Mai vom Rat entscheiden zu lassen“, so der Bürgermeister.

Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht ist indessen zuversichtlich, dass bis zum 1. September auf jeden Fall genügend Anmeldungen für die neue Schule eingehen werden.


Kölnische Rundschau vom 07.05.2011 - Von Klaus Pesch und Ronald Lahrmann
 
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