UNA Nettersheim

Freitag, 24. Mai 2019
Die Nachbarn tun sich mit ihrer Zustimmung schwer
Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 17:12 Uhr
Erhalt der eigenen Hauptschule hat "höchste Priorität"

Eifel/Mechernich. Eine düstere Wolke scheint sich über der geplanten Gemeinschaftsschule Blankenheim-Nettersheim zusammenzubrauen. Obwohl der Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht (CDU) kürzlich verkündet hat, dass die Anmeldungszusagen bereits auf dem Weg zu den Eltern seien, will man in Mechernich offenbar noch ein gewaltiges Wörtchen mitreden, was die Inbetriebnahme der neuen Schulform bei den Nachbarn angeht. Denn die Stellungnahmen der umliegenden Kommunen stehen noch aus - neben Mechernich ist auch Kall gefragt. Dass bereits acht Anmeldungen von Eltern aus dem Mechernicher Stadtgebiet vorliegen, bereitet vor allem der dortigen CDU-Fraktion mit Blick auf den eigenen Schulstandort Bauchschmerzen.

Der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann (parteilos) bestätigte im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger", dass acht Anmeldungen aus Mechernich eingegangen sind. Fielen diese weg, würde die Mindestzahl von 115 Schülern für die Gemeinschaftsschule unterschritten und das Projekt gefährdet. Gespräche will er dazu mit seinem Amtskollegen Dr. Hans-Peter Schick in Kürze führen. Auf die Möglichkeit angesprochen, dass die Mechernicher Stellungnahme zum Zünglein an der Waage für die Gründung der Gemeinschaftsschule werden und negativ ausfallen könnte, sagte Hartmann: "Ich würde es mir als Politiker drei Mal überlegen, ob ich mich in private Dinge einmische und den Eltern vorschreibe, wo sie ihre Kinder zur Schule schicken dürfen." Das sei auch rechtlich delikat, zumal die Eltern bereits eine Genehmigung von der kommissarischen Leitung der Gemeinschaftsschule erhalten hätten. Hartmann: "Darauf können sich die Eltern berufen."

Intensive Beratungen

Bürgermeister Schick erklärte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", er habe kürzlich in interfraktioneller Sitzung auf das Problem hingewiesen. Die Angelegenheit werde bis zur nächsten Ratssitzung intensiv beraten und in Abstimmung mit den Leitern der Mechernicher Real- und Hauptschule entschieden. Allerdings, so Schick, hätte das Thema schon viel früher mit den Nachbarkommunen abgestimmt werden sollen. Ihn persönlich wundere, warum die Blankenheimer und Nettersheimer anfänglich ganz andere Schülerzahlen vorzuweisen gehabt hätten und nun auf auswärtige Schüler angewiesen seien. Für die Mechernicher jedenfalls habe die Erhaltung der eigenen Hauptschule "höchste Priorität".

"Wir werden uns mit Sicherheit schwertun, der Gemeinschaftsschule zuzustimmen", äußerte sich der Mechernicher CDU-Fraktionschef Konrad Hamacher zu dem Thema. Schließlich verzeichne man schon seit Jahren eine Abwanderung von Schülern aus dem eigenen Stadtgebiet. Das sieht FDP-Mann Oliver Totter ähnlich. In seiner Fraktion herrsche die Tendenz, die Mechernicher Schulen zu schützen, wobei die Meinung der Schulleiter zu beachten sei. Wulf-Dietrich Simon (UWV) kreidete den Verantwortlichen der Gemeinschaftsschule an, anfangs offenkundig mit nicht verlässlichen Zahlen hantiert zu haben. SPD-Genosse Wolfgang Weilerswist ist der Auffassung, dass man den Willen der Eltern bei der Schulwahl nicht übergehen dürfe.

Das hat auch für den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Peter von Wilcken Priorität. Neben dem Elternwillen sei das gute Betreuungsprogramm der Gemeinschaftsschule ein Grund, dem Vorhaben keine Steine in den Weg zu legen. Von Wilcken: "Bei der Wahl der Schule stimmen die Eltern mit den Füßen ab."

Kölner Stadtanzeiger vom 04.05.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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