UNA Nettersheim

Samstag, 21. Juli 2018
Hartmann und Pracht sind stocksauer
Samstag, den 12. Februar 2011 um 18:20 Uhr
Beide Bürgermeister werfen der Steinfelder Schulleitung vor, die Unwahrheit zu sagen. Denn diese würde behaupten, es habe im Vorfeld keine Abstimmung gegeben. Die Privatschule müsse wegen der neuen Schule mit Sicherheit nicht schließen.
 
BLANKENHEIM - Sichtlich angesäuert waren am Freitagvormittag Rolf Hartmann und Winfried Pracht, die Bürgermeister von Blankenheim und Nettersheim. Denn eigentlich wollten sie im Rahmen einer Pressekonferenz im Café des Eifelmuseums Arno Heinrichs, den kommissarischen Leiter der neugegründeten Gemeinschaftsschule der beiden Kommunen, der Öffentlichkeit vorstellen.
 
Bedrohte Existenz

Doch stattdessen beherrschte ein anderes Thema die Veranstaltung: die Klage des Hermann-Josef-Kollegs. Diese private katholische Schule sieht durch das neue Angebot ihre Existenz bedroht und hat sich deshalb an das Verwaltungsgericht Aachen gewandt. Während der Pressekonferenz unterzeichneten die Bürgermeister Schriftsätze für das Gericht, die schleunigst in das benachbarte Rathaus getragen und nach Aachen gefaxt wurden, um die Fristen zu wahren.
Immer wieder klingelten Handys, und die Bürgermeister telefonierten mit Ministerien und Juristen. Denn die Entscheidung in dem Eilverfahren soll spätestens am Dienstag feststehen. „Diese Klage wird keinen Erfolg haben. Sie hat nur das Ziel, die Elternschaft zu verunsichern“, meinte Rolf Hartmann noch relativ zurückhaltend. Außerdem entspreche es nicht der Wahrheit, dass man keine Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule annehmen dürfe.

„Das Gericht hat die Bitte geäußert, vorerst keine Anmeldungen anzunehmen“, so Hartmann. Da man aber schon Anmeldetermine vergeben habe, werde man daran festhalten. Man habe nun folgende Regelung getroffen: Am Montag und Dienstag würden die vereinbarten Beratungsgespräche geführt und die Anmeldungen ab Mittwoch offiziell bestätigt. „Außerdem wird die Anmeldefrist um zwei Tage verlängert, das hat das Ministerium soeben genehmigt“, ergänzte Pracht.

Öffentliche Versorgung

Er zeigte sich auch wesentlich verärgerter über das Vorgehen des Salvatorianer-Ordens als Träger des Steinfelder Gymnasiums. „Wir denken an alle Kinder, wir schaffen eine Schule für alle, und nicht nur für einige wenige“, sagte er. Als Kommune habe man die klare Aufgabe, die öffentliche Versorgung sicherzustellen. Diese Verantwortung gelte nicht nur für die Grundschulen. Außerdem müsse man als öffentlicher Schulträger dieser Verpflichtung dauerhaft nachkommen.
„Die Kirche kann ihre Schulen von heute auf morgen schließen, wir können das nicht“, sagte Pracht. In der Vergangenheit sei es versäumt worden, in der Region mit 21 000 Einwohnern ein öffentliches Gymnasium einzurichten. „Sie wissen ganz genau, dass ihre Klage keinen Aussicht auf Erfolg hat. Sie sollten die Entscheidung der Eltern nicht auf dem Klageweg torpedieren“, so Pracht weiter an die Adresse der Salvatorianer.

Beide Bürgermeister werfen der Steinfelder Schulleitung vor, die Unwahrheit zu sagen. Denn diese würde behaupten, es habe im Vorfeld keine Abstimmung gegeben. „In den Gesprächen hat Steinfeld erklärt, dass es keine Bedenken gegen unsere Schule hat“, so Hartmann. Denn diese Einrichtung sei sich sicher gewesen, über ein Alleinstellungsmerkmal zu verfügen.

„Wir haben sogar angeboten, Steinfelder Lehrer in der Gemeinschaftsschule zu beschäftigen“, ergänzte Pracht. Die katholische Privatschule müsse wegen der Gemeinschaftsschule mit Sicherheit nicht schließen, meinten beide Bürgermeister. „Früher hatte Steinfeld 500 Schüler, jetzt sind es 800, und in ein paar Jahren sind es wieder 500, das ist doch normal“, so Pracht.

Grundlegende Veränderungen

Sicher ist auf jeden Fall, dass sich die Schullandschaft bald grundlegend ändern wird. Denn Pracht erklärte auf Nachfrage, dass man mit Bad Münstereifel Gespräche führe. Diese würden nicht nur die Kooperation von Schulträgern beinhalten, sondern die regionale Entwicklung in Gänze. Wörtlich sagte er: „Wir werden bald an die Öffentlichkeit gehen.“ Auf jeden Fall werde gewährleistet, dass diejenigen Kinder, die jetzt an der Gemeinschaftsschule angemeldet werden, in ein paar Jahren auch eine gymnasiale Oberstufe besuchen könnten.

Kölner Stadtanzeiger vom 12.02.2011 - Von Johannes Puderbach
 
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