UNA Nettersheim

Donnerstag, 23. Mai 2019
Ansturm auf die Gesamtschule
Dienstag, den 26. Januar 2016 um 18:21 Uhr

Zweckverband einstimmig für Erweiterung in Blankenheim - Nettersheim zahlt künftig weniger

Blankenheim. Die Gesamtschule Eifel, die gemeinsam von den beiden Nachbarkommunen Blankenheim und Nettersheim betrieben wird, erlebt einen dermaßen großen Andrang von Kindern, dass die Räumlichkeiten im Schulzentrum auf dem Blankenheimer Fin-kenberg nicht mehr ausreichen. Der Schulzweckverband beschloss deshalb am Donnerstagabend einstimmig eine „sofortige bauliche Erweiterung“. Ein Anbau mit rund acht Räumen soll in Angriff genommen werden. Als Übergangslösung sollen rechtzeitig zu Beginn des neuen Schuljahres mobile Bauten auf dem Schulhof errichtet werden.

Als vor einigen Jahren der gemeinsame Schulzweckverband gegründet wurde, ging man davon aus, dass die beiden bestehenden Schulgebäude in Blankenheim und Nettersheim für die Gesamtschule ausreichen. Die Jahrgänge fünf bis zehn sollten in Blankenheim, die Oberstufe mit den Jahrgängen 11 bis 13 in Nettersheim unterrichtet werden. Die Kosten werden bislang von beiden Gemeinden jeweils zur Hälfte getragen.

Ursprünglich war die Gesamtschule vierzügig geplant, doch aufgrund der vielen Anmeldungen wurden im vergangenen Sommer bereits fünf Klassen eingeschult. Hinzu kommt, dass unter den vielen Flüchtlingen, die in der Eifel untergekommen sind auch zahlreiche Kinder sind die der Schulpflichtunterliegen. Deshalb wurde neulich eine zusätzliche Internationale Klasse eingerichtet, demnächst soll sogar noch eine zweite folgen. Doch für all diese zusätzlichen Klassen gibt es zu wenig Räume.

Unter diesen Voraussetzungen musste zügig eine verlässliche Lösung gefunden werden, denn Ende Januar stehen die Termine für die Anmeldung der neuen Fünftkläss-ler auf dem Kalender. Und die Eltern sollen dann Klarheit haben, wo ihre Kinder unterrichtet werden. Denn eine mögliche Zwischenlösung wäre es, das kommende fünfte Schuljahr nicht in Blankenheim, sondern in Nettersheim einzuschulen. In den Tagen vor der Sitzung hatte es deshalb hinter den Kulissen intensive Verhandlungen gegeben.

„Ich bitte Sie, eine gute Lösung für unsere Schule zu finden“, appellierte zu Beginn der Beratungen Eva Balduin, die Leiterin der Gesamtschule, an die Politiker. Man habe in den vergangenen Jahren eine hervorragende Schule mit vielen Schülern, engagierten Eltern und guten Lehrern aufgebaut. „Das Einzige, was uns wirklich fehlt, sind Räume“, sagte die Pädagogin. In der Nachbarschaft habe man jüngst gesehen, welche Folgen Uneinigkeit haben könne. Balduin: „Ich bitte beide Gemeinderäte eindringlich, eine einvemehmli-che Lösung zu finden.“

Verbandsvorsteher Rolf Hartmann (parteilos), der Blankenheimer Bürgermeister, berichtete dem Gremium anschließend dass es in NRW keine verbindliche Richtlinie für die Räumlichkeiten von Gesamtschulen gebe. Die Bezirksregierung habe die entsprechenden Richtlinien der Stadt Köln empfohlen. „Demzufolge haben wir einen erheblichen Nachholbedarf“, sagte Hartmann. Mit Fachräumen sei man gut ausgestattet, es mangele aber zum Beispiel
an Räumen für Differenzierungsklassen.

Den Beschlussvorschlag, der für Blankenheim eine „sofortige bauliche Erweiterung“ vorsah, wollten einige Blankenheimer Politiker durch eine andere Formulierung ersetzt wissen. Doch Franz-Josef Hilger (UNA) aus Nettersheim widersprach diesem Ansinnen erfolgreich. Wilfried Pracht (CDU), der Nettersheimer Bürgermeister, sagte ebenfalls: „Wir müssen die Botschaft an die Eltern schicken, dass wir uns sofort um eine Erweiterung bemühen.“

Nachdem dieser Beschluss schließlich einstimmig gefasst war, ging es um die Finanzen des Zweckverbands. Denn warum sollte Nettersheim eine Erweiterung des Blankenheimer Schulgebäudes mitbezahlen, wenn die eigene Schule noch Kapazitäten aufweist?

Man einigte sich schließlich auf folgende Aufteilung: In den kommenden Jahren wird Blankenheim rund 70 Prozent der Kosten des Schulzweckverbandes tragen, Nettersheim rund 30 Prozent.


Die Raumfrage

An einer Gesamtschule werden mehr Räume benötigt, als an anderen Schulformen. Eine Gesamtschule hat auch mehr Lehrer als andere Schulformen. Ein Grund dafür ist die Differenzierung. Der Unterricht wird je nach Leistungsstand in Kleingruppen durchgeführt.

Frontalunterricht vor der kompletten Klasse ist an einer Gesamtschule die Ausnahme, moderne Unterrichtsformen haben Vorrang, wie zum Beispiel Selbstlerngruppen. Zusätzlicher Bedarf entsteht dadurch, dass die Gesamtschule Eifel eine Ganztagsschule ist. Man benötigt also Spiel- und Aufenthaltsräume. Auch durch die Inklusion entsteht Bedarf, zum Beispiel für Therapieräume.

Nach den Kölner Richtlinien benötigt eine vierzügige Gesamtschule bis zur Klasse zehn insgesamt 55 Räume, im Blankenheimer Schulzentrum gibt es aber lediglich 39 Räume. Bedarf besteht also auch, falls eines Tages die Schülerzahlen sinken sollten.

Für eine Erweiterung rechnet die Verwaltung mit Fördermitteln.


Kölner Stadtanzeiger vom 24.01.2016 - Von Johannes Puderbach

 

 
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