UNA Nettersheim

Freitag, 17. Januar 2020
Kraftorte sollen entstehen

Förderantrag für 15 Orte wird im Januar gestellt.

Kreis Euskirchen. Ob das Hagelkreuz im Feld unweit der B 51 oberhalb von Buir ein Kraftort ist? Von dort aus hat man jedenfalls einen der Eifelblicke, in diesem Fall in Richtung Bad Münstereifel und die Ahreifel. Doch errichtet wurde das Kreuz 1903 von der damaligen Pfarreiengemeinschaft Frohngau-Buir nicht um Kraft zu tanken, sondern eher als ein Ort der Fürbitte und der Sorge: „Von Blitz und Ungewitter erlöse uns oh Herr“ lautet die Inschrift im Stein. Unterhalb stehen Bänke und eine Infotafel zum Eifelblick. 

Foto: Stefan LieserMit weiteren Sitzmöglichkeiten und einer ergänzenden Infotafel zur Geschichte des Kreuzes soll hier einer von 15 Kraftorten im Kreis entstehen. Vier weitere sind in der Nachbarschaft geplant: in Monschau, Kreuzau, Nideggen und Heimbach. Die Ausstattung soll identisch sein. Es können sowohl geistliche als auch weltliche Orte ausgewählt werden. Es sollen jeweils Plätze sein, die subjektiv als beruhigend, erholsam oder erbauend erlebt werden. „Heimatzeugnis“ heißt das Projekt des Landesministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, das neue oder bestehende Gemarkungen, Orte oder Plätze, die nach Vorschlag der Kommunen die Kriterien erfüllen, mit bis zu 80 Prozent der Kosten fördern will.

„Das Mindestvolumen beträgt 100 000 Euro, wir sind aber schon bei rund 250 000 Euro“, so Nicolas Gath, Manager der Leader-Region Eifel. Im Januar will das Regionalmanagement beim Naturpark Nordeifel die Antragsunterlagen an die Bezirksregierung schicken. „Wir hoffen auf eine Bewilligung im Februar“, so Gath.

Er zeigt sich optimistisch, dass das Projekt dann auch umgesetzt werden kann: „Ein Antrag für ein interkommunales Projekt wurde in dieser Form beim Heimatministerium noch nicht eingereicht. Dafür eine Bündelung kleinerer Einzelmaßnahmen in den Kreisen Düren, Euskirchen und der Städteregion Aachen.“

Doch welcher Ort kann überhaupt ein Kraftort sein? Damit ein Platz, eine Gemarkung, ein Bauwerk zum Kraftort werden kann, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein.

Das soll eine Beliebigkeit ausschließen: Der Zugang zum Ort muss möglichst barrierefrei sein. Es muss ein Ort der Ruhe sein – ein Denkmal an einer viel befahrenen Straßenkreuzung im Ort ist also kein möglicher Kratftort. Es muss ein Platz mit besonderer Strahlkraft im Sinne einer Beruhigung, Stärkung oder Bewusstseinserweiterung sein und er soll Wohlfühl-Atmosphäre ausstrahlen. Der Platz soll eine positive psychologische Wirkung haben, also die Lebensenergie stärken.

Diese Kraftorte im Kreis Euskirchen sollen über das Heimatzeugnis-Förderprogramm mit einer einheitlichen Infrastruktur ausgestattet und dann touristisch beworben werden. Am Heiligtum der vaccalinehischen Matronen im Wald bei Nöthen ist der Bau einer Meditations- und Ruheplattform vorgesehen, in Blankenheim an der Ahrquelle eine Lichtinstallation. Fürs Hellenthaler Gröttchen ist die Instandsetzung der Wege und Sitzgelegenheit geplant, am Hausbaum in Kall der Bau einer Schutzhütte. An der Kakushöhle bei Dreimühlen ist unter anderem die Ertüchtigung des Rundwegs vorgesehen. An der Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf sollen die Zugänglichkeit vom Parkplatz für gehbehinderte Menschen verbessert und eine behindertenfreundliche Toiletten-Anlage gebaut werden. Am Hagelkreuz in Buir sind Sitzelemente undein Fernrohr vorgesehen, gleiches gilt für den Aussichtsturm Eifel-Blick in Marmagen und den am Nettersheimer Fossilienacker. In Schleiden ist ein Meditationsweg geplant.


Kölner Stadtanzeiger vom 10.12.2019 - Von Stefan Lieser

 

 

 

 
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