UNA Nettersheim

Samstag, 07. Dezember 2019
Klinik darf wieder Patienten aufnehmen

Vorübergehende Schließung aufgehoben – Experten sehen keine Gesundheitsgefahr mehr

Nettersheim-Marmagen. Die vorübergehende Schließung und der Patienten-Aufnahmestopp der Eifelhöhen-Klinik sind aufgehoben. Dies hat Landrat Günter Rosenke dem Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht empfohlen, der die entsprechende Verfügung der Klinik zugestellt hat.

Zur Wende hat eine erneute Begehung der Klinik am Samstag geführt. Dabei wurde die Situation von den Experten als „gesundheitlich unbedenklich“ eingestuft. Vor Ort waren nach Angaben des Kreises Euskirchen Professor Dr. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universitätsklinik Bonn, sowie Vertreter des Gesundheitsamtes Euskirchen.

Nach Angaben von Wolfgang Andres, Pressesprecher des Kreises Euskirchen, sah Exner keine Gesundheitsgefährdung mehr und hat keine Bedenken gegen eine Wiederaufnahme der Patientenversorgung. Die derzeitige Klinikleitung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Mark Boddenberg und Verwaltungsleiter Stephan Potthoff hatte sich laut Kreis Euskirchen bereits im Vorfeld der Begehung zu „umfassenden freiwilligen Maßnahmen“ verpflichtet. Dazu gehöre vor allem ein „adäquater Betreuungsschlüssel“ – also genügend Personal – für die Patienten.

Foto:Bernd ZimmermannDer vom Amtsgericht Aachen eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Mark Boddenberg von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte ist erfreut. „Wir sind rehabilitiert“, sagte er und lobte das Klinikteam für den Einsatz in den vergangenen Tagen. Die Begehung sei optimal gelaufen: „Jetzt geht es darum, schnell wieder Fuß zu fassen und weitere Patienten zu bekommen.“ Von den ursprünglich 150 Patienten sind zurzeit nur noch gut 30 in Marmagen.

Schon bei seiner Amtsübernahme hatte Boddenberg angekündigt, die Klinik zu stabilisieren, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Klinikbetrieb fortzuführen. Das war natürlich Balsam auf die Seelen der 300 Mitarbeiter, die nach der Serie von Hiobsbotschaften um ihre Arbeitsplätze fürchteten.

Kontrolliert wird in Marmagen allerdings weiter. Dazu Andres: „Das Kreisgesundheitsamt wird die Klinik auch nach der Aufhebung der Schließung weiterhin engmaschig überwachen.“ Aus gutem Grund, denn das klinikeigene Schwimmbad sowie die dazugehörigen Einrichtungen sind als „gesundheitlich bedenklich“ eingestuft worden. Daher hat der Kreis Euskirchen im Rahmen einer Ordnungsverfügung die vorläufige Schließung des gesamten Schwimmbadbereichs angeordnet.

Der Sprecher des Kreises erklärte auf Anfrage, dass der nachträglich aufgebrachte Boden im Schwimmbad nicht „desinfizierend gereinigt werden kann“. Die Klinikleitung habe bereits entsprechende Maßnahmen geplant, damit dieser Bereich in naher Zukunft wieder genutzt werden kann.

„Es geht hier tatsächlich nur um ein paar Fliesen. Das ist eine Baumaßnahme von zwei Tagen. Wenn das erledigt ist, können wir den Schwimmbadbereich schnell wieder öffnen“, kündigte Boddenberg an.

Die Eifelhöhen-Klinik ist am 31. Oktober vorläufig geschlossen worden, nachdem die Kölner Bezirksregierung Landrat Rosenke dazu angewiesen hatte. Der Grund dafür waren massive Hygienemängel, die zur Verbreitung von Krankheitserregern hätten führen können. Die zunächst für den 8. November vorgesehene Frist wurde bis zum 22. November verlängert, da die Klinik mit der Umsetzung der geforderten Hygienemaßnahmen begonnen hatte.


Verfahren

Am 4. November hatte die Geschäftsführung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen GmbH, einer rechtlich eigenständigen 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Eifelhöhen-Klinik AG, trotz hinreichender Liquidität die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Als Grund dafür wurde der Wegfall einer positiven Fortführungsprognose, nachdem die vorläufige Einstellung des Klinikbetriebs in Marmagen angeordnet worden war, genannt.


Kölner Stadtanzeiger vom 13.11.2019 - Von Peter W. Schmitz

 

 
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