UNA Nettersheim

Dienstag, 12. November 2019
Frist für Klinik-Räumung verlängert

Das Tribea-Gesundheitszentrum kann wie bisher weiterarbeiten

Nettersheim-Marmagen. Die Marmagener Eifelhöhen-Klinik muss nun doch nicht – wie von den Aufsichtsbehörden bei der vorläufigen Schließung verfügt – bis zum Freitag komplett von Patienten geräumt sein. Der neue Termin ist der 22. November. In einem Gespräch mit dem Euskirchener Landrat Günter Rosenke hatte der vom Amtsgericht Aachen eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Mark Boddenberg am Dienstagabend um mehr Zeit für die aufwändige Verlegung der derzeit noch weniger als 60 Patienten in andere Reha-Kliniken gebeten, um in dieser Zeit die Voraussetzungen für die Fortführung des Klinikbetriebs zu schaffen.

Nach Rücksprache mit der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken, so sagte Rosenke im Gespräch mit der Redaktion, sei der Kreis bereit, das eingeräumte Zeitfenster zu vergrößern. Die Gemeinde Nettersheim werde als zuständige Ordnungsbehörde die geänderte Verfügung ausstellen. Einher geht damit die engmaschige Kontrolle durch das Kreisgesundheitsamt, um sicherzustellen, dass die verbliebenen Patienten nicht gefährdet sind.

Die Klinik, so Rosenke, habe sehr kurzfristig mit der Umsetzung der geforderten Maßnahmen begonnen. Wenn es der Klinik gelinge, durch die eingeleiteten Schritte noch in der eingeräumten Frist die Hygienemängel abzustellen und die behördlichen Auflagen zu erfüllen, könne es durchaus sein, dass noch während der Räumung der Klinikbetrieb wieder aufgenommen werden könne, sagte Rosenke. Voraussetzung sei, dass die Mediziner der Bezirksregierung, das Kreisgesundheitsamt und ein externer Sachverständiger einen einwandfreien Gesamtzustand attestierten.

Rosenke und der Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht waren am Dienstagabend nach der Betriebsversammlung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammengetroffen. Boddenberg, so Rosenke, mache auf ihn den Eindruck, dass er das Problem sofort erkannt habe. Er wisse, dass nicht viel Zeit sei und er schnell Maßnahmen ergreifen müsse, aber auch, dass die beteiligten Behörden, Kreis und Gemeinde, mit im Boot seien.

Auch am Mittwoch war das Kreisgesundheitsamt wieder in der Klinik. Nach einer Kontrolle wurden Klinikbereiche, die nicht unmittelbar von der stationären Patientenversorgung betroffen sind, insbesondere die ambulante Reha, wieder für den Betrieb freigegeben.

Betroffen von der Situation in der Eifelhöhen-Klinik sind auch Dirk Hartmann und sein Partner Gerald Schäfer, die Betreiber des Gesundheitszentrums Tribea. Das Gesundheitszentrum beschäftigt acht feste und 25 freie Mitarbeiter. Hartmann: „Es ist jetzt nicht so, dass wir schlaflose Nächte hinter uns haben. Aber natürlich machen wir uns schon ein bisschen Sorgen, wie es hier weitergeht.“

Seit 20 Jahren kann man bei Tribea ab 15.30 Uhr im Untergeschoss der Klinik an diversen Fitnessgeräten etwas für seine Gesundheit tun. „Wir haben rund 1000 Kunden aus einem Einzugsbereich von rund 30 Kilometern um Marmagen herum“, sagte Hartmann. Als die Schließung der Reha-Klinik von der Bezirksregierung verfügt wurde, war erst einmal unklar, ob Hartmann und Schäfer ihren Betrieb weiterführen können. Aber derzeit sieht es so aus, dass das Gesundheitszentrum als Mieter der Klinik vorerst keine Beeinträchtigungen zu befürchten hat. „Darüber sind wir sehr froh“, so Mitinhaber Gerald Schäfer.

Bevor sie sich mit dem Gesundheitszentrum selbstständig machten, arbeiteten Hartmann und Schäfer als Sporttherapeuten in der Marmagener Einrichtung. „Man konnte schon ahnen, dass so etwas irgendwann einmal passieren würde“, sagte Hartmann zur negativen Entwicklung der Eifelhöhen-Klinik. Die Geschäftsführung habe nur noch die allernötigsten Ausgaben getätigt. Erst sei das Bewegungsbad geschlossen worden, im vergangenen Jahr dann auch die Sauna. „Wir haben in der schwierigen Situation unglaublich viel Rückendeckung von unseren Kunden und von Leuten aus dem Haus bekommen. Das war wirklich großartig“, freute sich Diplomsportlehrer Hartmann.

Zwar unterhält Tribea auch noch eine Zweigstelle in Blankenheim, doch die GbR wäre zweifellos ins Trudeln geraten, wenn die Betriebsstätte Marmagen komplett ausgefallen wäre. So können Rehasport-Kurse wie Wirbelsäulengymnastik, Präventives Herz-Kreislauftraining oder Yoga für den gesunden Rücken wie gewohnt stattfinden. Das Schwimmbecken war vom Sparkurs nicht betroffen, weshalb Tribea weiter Aquafitness, Wassergymnastik und Aqua-Zumba anbieten kann.


Kölner Stadtanzeiger vom 07.11.2019 - Von Christoph Heup und Günter Hochgürtel

 

 
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