UNA Nettersheim

Dienstag, 20. August 2019
Altersgerechtes Wohnen am Genfbach

In Nettersheim sollen rund 40 neue Wohnungen gebaut werden - Kombination mit Tagespflegestation

Nettersheim. Geduldig wirkten Investor und Betreiber des neuen Projekts der Senioreneinrichtung in Nettersheim nicht. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagte Hans Josef Schmitt, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Region Eifel. Je schneller das Projekt realisiert werde, desto besser. „Fangen Sie doch schon mal mit der Tagespflege an“, sagte er in der Sitzung des Net tersheimer Geimeinderats, in der das Projekt vorgestellt wurde.

Es sei das „Filetstück“ von Nettersheim, nannte der Vorsitzende der UNA-Fraktion, Franz-Josef Hilger, das Grundstück, auf dem die Anlage errichtet werden soll. Es liegt direkt zwischen Genfbach und Rosenthalstraße. Auch die neue Brücke, die in den frisch überarbeiteten, ehemaligen Kurpark führt, gehört mit zu dem Grundstück und wird weiterhin begehbar sein.

Hartmut Lackner, der als Investor die Gebäude errichten wird, ist in der Region kein Unbekannter. Er ist Geschäftsführer des „Campus Flamersheim", der 2017 errichtet wurde. „Wir kommen vom Reden ins Tun“, bezeichnete er den Stand der Planungen, die von dem Architekten Hans-Jürgen Mertens aus Ahrweiler vorgestellt wurden. Mit der Caritas sei es gelungen, die Frage nach dem Betreiber der Tagespflege zu beantworten.

15 Plätze sollen in der Einrichtung in der von der Caritas verantworteten Tagespflege entstehen. „Wir wollten es eigentlich selbst in die Hand nehmen“, sagte Schmitt. Doch dann hätte sich der Glücksfall ergeben, dass ein Investor sich bereits für den Bau einer derartigen Einrichtung entschieden hatte.

Das Grundpotenzial sei da, so Schmitt. Seit Januar 2018 sei eine Tagespflegeeinrichtung in Dahlem offen. „Die war in vier Monaten voll“, skizzierte Elisabeth Nosbers, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Pflege, den Bedarf. Die Nachfrage auch für den Pflegedienst, der seine Sozialstation in Blankenheimerdorf hat, sei sehr hoch. „Sensationell“ sei die bauliche Situation in der Nähe des Genfbaches, schwärmte Architekt Mertens von dem Grundstück.

„Man muss sich mit der Umgebung auseinandersetzen“, beschrieb er die Philosophie seines Büros. Deshalb werde versucht, die Gebäude in den Bestand einzufügen und trotzdem gute Architektur zu machen. Drei Bereiche sollen in der Einrichtung vorgehalten werden. Neben der Tagespflege sind 18 Wohnungen vorgesehen, die für „Betreutes Wohnen“ ausgestattet werden sollen. Dazu kommen in zwei weiteren Wohngebäuden 24 Wohnungen, die als „Barrierefreies Wohnen“ angeboten werden sollen.

Die Höhe der geplanten Gebäude erreiche noch nicht die der bereits an der Rosenthalstraße stehenden Häuser, so Mertens. Für die Bauweise habe er eine Hybridbauweise vorgeschlagen: Decken und Treppenhäuser sollten aus Beton errichtet werden, während der Rest in vorgefertigtem Holzrahmenbau erstellt werden soll.

Viele Fragen hatten die Ratsvertreter an Investor, Architekt und Betreiber. So sorgte sich HiIger (UNA) um den Hochwasserschutz der Gebäude. „Der Kurpark auf der anderen Seite des Genfbaches liegt tiefer und bildet so eine Retentionsfläche", erläuterte Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht. Außerdem sei vorgesehen, dass die Grundplatten der kellerlosen Gebäude höhergelegt werden sollen und die Zugänge mit einer dreiprozentigen Steigung angelegt werden. Um die Vermarktung der Wohnungen sorgte sich Albert Müllenborn (UNA). Schließlich solle das Gebäude für Senioren errichtet werden.

„Ich möchte einen Mix haben“, kündigte Lackner an. Im Campus Flamersheim seien von 50 Wohnungen 30 vermietet und 20 verkauft worden. Ähnliches strebe er auch für Nettersheim an. Auch sei es nicht dramatisch, wenn sich ein oder zwei Familien mit Kindern in die Gebäude einmieten würden.

Zu den möglichen Mieten konnte Lackner bereits Näheres mitteilen. „Durch die Rahmenbedingungen betragen die Baukosten mindestens 2200 Euro pro Quadratmeter“, sagte der Investor. Diese Entwicklung sei durch erhöhte Anforderungen in Bereichen wie Brandschutz und Wärmedämmung entstanden. Dazu kämen laut dem Investor noch die Kosten für den Grunderwerb.

Er kalkuliere mit einer Miele von neun Euro pro Quadratmeter. „Wir müssen davon ausgehen, dass es nicht möglich ist, Wohnungen zu bauen, die billiger vermietet werden", betonte Lackner.


 

Ablauf der Tagespflege

Die Tagespflege diene der Entlastung der Angehörigen, beschrieb der Geschäftsführer der Caritas, Rolf Schneider, das Konzept. Nicht alle Gäste seien an allen Tagen dort, manche würden nur an einem Tag in der Woche kommen. Deshalb stünden die 15 geplanten Plätze insgesamt für etwa 50 Menschen zur Verfügung.

Die Gäste,so beschrieb Elisabeth Nosbers den Ab!auf, kämen morgens zu einem Frühstück zur Tagespflege. Anschließend gebe es verschiedene Beschäftigungstherapien. Am Nachmittag gingen die Gästewieder nach Hause.

Das Angebot bestehe allerdings nur von Montag bis Freitag, betonte Schneider. Das sei mitunter für die Angehörigen schwierig, die gerne am Samstag in Ruhe einkaufen gehen möchten.

Geregelte Arbeitszeiten, so Nosbers, machten die Tätigkeit in der Tagespflege für viele Pflegekräfte attraktiv, da sie nicht in der Nacht oder am Wochenende arbeiten müssten. Deshalb sehe sie keine Probleme, genug Personal für die geplante Einrichtung in Nettersheim zu bekommen, betonte die Fachbereichsleiterin,

Etwa 1600 Menschen betreue die Caritas in der Eifel, erläuterte Schneider. Von 450 Mitarbeitern, ergänzte Schmitt, seien etwa 300 im Pflegebereich tätig.


Kölner Stadtanzeiger vom 12.07.2019 - Von Stephan Everling

 

 
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