UNA Nettersheim

Montag, 21. Mai 2018
„De Ahl“ ist noch unverzichtbar

Zingsheimer Feuerwehrfahrzeug feiert seinen 50. Geburtstag – Voraussichtlich 2019 in den Ruhestand

Nettersheim-Zingsheim. Wenn der 130 PS starke Diesel in dem roten Fahrzeug zum Leben erwacht, lächeln die altgedienten Feuerwehrleute der Löschgruppe Zingsheim. Fast ihre komplette aktive Zeit in der Feuerwehr haben sie mit diesem Fahrzeug verbracht. Am Sonntag feiert das Schätzchen seinen 50. Geburtstag und ist damit eines der ältesten Fahrzeuge, die noch im Feuerwehralltag verwendet werden.

„LF 20“ ist heute die profane Bezeichnung des Fahrzeugs im an Abkürzungen nicht armen Feuerwehrjargon. Einen „richtigen“ Namen hat der Mercedes nie erhalten. Intern war das anders. „Wir haben dann immer gesagt, wir müssen De Ahl holen“, erinnert sich Peter Hermanns. Das SLE-Kennzeichen wird noch von einem Siegel des Landkreises Schleiden geschmückt. „Der hat die Ära Euskirchen übersprungen“, so Hermanns schmunzelnd.

Foto: Stephan EverlingMit Peter Weißkirchen, Bruno Hermanns, Günter Brenner und Hans-Josef Meuser bildet er die Ehrenabteilung der Löschgruppe Zingsheim. Sie erinnern sich, wie das Fahrzeug zur Löschgruppe kam. „Das war schon etwas Besonderes, so ein schönes Fahrzeug hatten ja bei weitem nicht alle Löschgruppen“, so Brenner.

Der 1600-Liter-Tank war das große Plus des Fahrzeugs – und macht es auch heute noch unverzichtbar. „Bei Einsätzen auf der Autobahn, wo wir kein Wasser zur Verfügung haben, brauchen wir den Alten zum Transport von Wasser“, erläutert Löschgruppenführer Marco Schell. Ansonsten werde er vor allem für die Absicherung der Einsatzstellen gebraucht.

Große Teile der Ausrüstung stammen noch aus der Anschaffungszeit. Das hat Vorteile, etwa die einfache Bedienung der Pumpe. „Schlauch anschließen, Hebel umlegen und Vollgas“, gibt Hermanns eine griffige Anweisung.

Ein großer Tank ist auch Voraussetzung für das neue Fahrzeug, wenn „De Ahl“ voraussichtlich 2019 in den „Ruhestand“ gehen darf. „2000 Liter Wasser müssen es schon sein, die sind schnell verbraucht“, so Schell. Im neuen Brandschutzbedarfsplan ist die Neuanschaffung vorgesehen.

Doch noch tut es der LF 20. An Motor und Getriebe sei noch nie etwas gewesen. Eine Roststelle hätte geschweißt werden müssen, berichtet Hermanns. Die Fahrzeuge werden zwar nicht täglich gebraucht, dafür aber nie geschont. „Wenn die aus der Garage kommen, wird Vollgas gegeben“, so Schell. 43 000 Kilometer hat „De Ahl“ auf dem Tacho. Bei voller Beladung heißt es aber auch, dass es bei den rund 30 Einsätzen pro Jahr bergauf etwas gemütlicher geht. „Aber mit vollem Tank, bergab auf der Autobahn, fährt er auch schon mal über 80 Stundenkilometer“, verrät Schell augenzwinkernd. Als sie in den Wagen klettern, werden nostalgische Gefühle bei den altgedienten Wehrleuten wach. Das große Lenkrad war immer eine Herausforderung. „Ich war von meiner Arbeit einen Henschel mit Lenkhilfe gewohnt“, erinnert sich Brenner. Der LF 20 hatte das aber nicht, und so kam Brenner bei seinem ersten Einsatz kaum um die erste Kurve. „Da stand eine Telefonzelle, an der ich nicht vorbeikam, so dass ich erst einmal zurücksetzen musste“, lacht er. Damals seien es vor allem Brandeinsätze gewesen, erzählen sie. „Da hat sich dann das Heu in der Scheune selbstentzündet oder auch der Lanz Bulldog hat mit seinem heißen Schornstein einige Feuer verursacht“, erzählt Herrmanns. Technische Hilfeleistung habe es kaum gegeben. Zur Not hätten Hammer und Meißel gereicht, um ein Unfallopfer aus einem Auto zu holen. „Damit kommt man heute durch den Seitenaufprallschutz überhaupt nicht mehr ins Blech“, sagt Schell. Der hydraulische Rüstsatz kam in den 1980er-Jahren nach Zingsheim – zeitgleich mit der Autobahn. Heute transportiert „De Ahl“ die Absperrvorrichtungen und steht deshalb meist als letzter am Einsatzort. „Die Ausrüstung der anderen wird vorne gebraucht“, so Schell.


Feuerwehrtag

Mit einem Festkommers im Dorfsaal Zingsheim begeht am Samstag, 12. Mai, um 18 Uhr die Gemeindefeuerwehr Nettersheim ihren Feuerwehrtag. Damit wird auch das 50-jährige Bestehen der Löschgruppe Zingsheim gefeiert. Um 21 Uhr steht im Dorfsaal die Blaulichtparty mit DJ Martin und Musik der 80er und 90er Jahre auf dem Programm.

Am Sonntag wird nach der Messe, die um 10.30 Uhr stattfindet, vor dem Feuerwehrgerätehaus der neue Mannschaftstransporter der Löschgruppe eingeweiht. Neben Showübungen der Jugendfeuerwehr sorgen ab 12.30 Uhr die vereinigten Eifelmusikvereine Pesch, Zingsheim und Reifferscheid für Unterhaltung. (sev)


Kölner Stadtanzeiger vom 12.05.2018 - Von Stephan Everling

 

 

 
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