UNA Nettersheim

Sonntag, 22. Oktober 2017
Nettersheimer sind verstimmt

Geplante Schließung der Förderschule in Schmidtheim stößt auf Kritik

Nettersheim/Schmidtheim. Mit großem Unmut reagierten die Mitglieder des Schulausschusses der Gemeinde Nettersheim auf die Mitteilung, dass der Teilstandort Schmidtheim der Astrid-Lindgren-Schule zum neuen Schuljahr geschlossen wird. Da nicht genug Anmeldungen vorlagen, um die für den Fortbestand der Förderschule erforderlichen 72 Schüler aufzubringen, hatte die Verbandsversammlung am 14. März die Auflösung der Schule beschlossen.

Nicht mehr im Verband

Lediglich 53 Schüler der Gemeinden Dahlem, Nettersheim und Blankenheim seien zum Beginn des kommenden Schuljahres angemeldet gewesen. Selbst mit den Schülern, die aus dem Gebiet Obere Kyll in Schmidtheim beschult werden sollten, seien es nur 65 gewesen. "Das war so nicht abzusehen", sagte Bürgermeister Wilfried Pracht. Schließlich sei die Zusammenlegung mit der Schleidener Astrid-Lindgren-Schule in der Erwartung vollzogen worden, dass der Schulstandort so langfristig gesichert werden könne. Die Nettersheimer seien zu der Entscheidung nicht gehört worden, da sie mittlerweile nicht mehr Verbandsmitglied, sondern nur noch Vertragspartner des Verbandes seien. Die Georgschule in Schmidtheim war über Jahre die Förderschule für die Kommunen Blankenheim, Dahlem und Nettersheim gewesen, die als Schulträger in einem gemeinsamen Verband organisiert waren. Als im Zuge der Inklusion mehr Schüler auf Regelschulen angemeldet wurden, stand die Schule zur Disposition. Um ihren Erhalt zu gewährleisten, da sie weniger als die erforderlichen 72 Schüler hatte, wurde sie mit der Astrid-Lindgren-Schule in Schleiden zusammengelegt und sollte als Standort bestehen bleiben.

Am Schulverband beteiligten sich die Nettersheimer nicht; man schloss stattdessen einen Kooperationsvertrag. Das sei ein Fehler gewesen, sagte Albert Müllenborn (UNA). So habe die Gemeinde keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen können.

Eine Ansicht, der Josef Wirtz (CDU) widersprach. Vielmehr sei es erklärter Wille gewesen, die Förderschulen abzuschaffen. Ralf Schmitz (CDU) nannte die Entscheidung traurig, besonders angesichts der guten Arbeit, die in Dahlem geleistet worden sei. "Man könnte interpretieren, dass ein Wille dahintersteht", formulierte er vorsichtig und stellte die Frage in den Raum, ob es nicht andere Möglichkeiten gegeben hätte.

Nun müssten die Kinder, die eh schon benachteiligt seien, längere Fahrwege auf sich nehmen. Auch die Leiterin der Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim, Eva Balduin, bedauerte die Schließung. "Unsere Arbeit leidet auch", sagte sie.

Immer wieder seien Kinder von der Gesamtschule an die Förderschule gewechselt, da die kleineren Klassen für sie besser geeignet seien. "Dafür ist aber die Zustimmung der Eltern erforderlich", stellte Balduin dar. Auch sei zu erwarten, dass Kinder, die bisher vielleicht an der Schmidtheimer Förderschule angemeldet worden wären, nun eher in ihrer fünften Klasse beginnen würden.

Noch in den Vorjahren hatte die Gemeinde Nettersheim einen Anbau mit 32 500 Euro finanziert. Deswegen werden noch Gespräche geführt. Nettersheim wird wohl auf eine weitere Verwendung des Gebäudes drängen. "Wenn es leer steht, dann gibt es auch keine Einnahmen", so Pracht.


Kölner Stadtanzeiger vom 23.03.2017 - Von Stephan Everling

 

 
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