UNA Nettersheim

Sonntag, 22. Oktober 2017
Zwischen Artenschutz und Energiewende

Ausschuss beriet über neuen Anlauf für eine Windkraftkonzentrationszone

Nettersheim. Die klare Ansage der Unteren Landschaftsbehörde, aufgrund des Gutachtens zur artenschutzrechtlichen Prüfung von der projektierten Fläche an der A1 als Windkraftkonzentrationszone abzusehen, war im Entwicklungs- und Bauausschuss der Gemeinde Nettersheim Anlass für Diskussionen über das weitere Vorgehen. Enttäuschung über den neuerlichen Rückschlag in den Bemühungen der Kommune, neben der Konzentrationszone bei Engelgau eine weitere Fläche zur Energiegewinnung aus Windrädern auszuweisen, war aus mehreren Wortbeiträgen zu hören.

"Es scheint, wir haben alle geschützten Tiere in der Gemeinde Nettersheim", sagte Gerhard Mayer von der SPD-Fraktion angesichts der Windräder in den benachbarten Kommunen. Er rief dazu auf, die Suche nach einer geeigneten Fläche aufzugeben und damit möglichen Investoren die Aufgabe zu überlassen, artenschutzrechtliche Prüfungen in Auftrag zu geben. Die Verwaltung hatte dagegen vorgeschlagen, eine potenzielle Fläche südlich von Marmagen in der Nähe von Milzenhäuschen artenschutzrechtlich zu untersuchen.

Gleich mehrere Tierarten, die empfindlich auf Windenergieanlagen reagieren, waren bei der Begutachtung im vergangenen Jahr gefunden worden. Daraufhin teilte die Untere Landschaftsbehörde der Gemeinde Nettersheim mit, es könnten auf dieser Fläche keine Anlagen genehmigt werden. Auch Dirk Pospig (SPD) wunderte sich, dass auf dem Gebiet der Gemeinde Blankenheim bei Reetz gebaut würde, während es in Nettersheim nicht möglich sei. Bürgermeister Wilfried Pracht warnte davor, Gemeinden miteinander zu vergleichen. In Blankenheim sei genau das eingetreten, was in Nettersheim vermieden werden solle. "Dort ist keine Windkraftkonzentrationszone ausgewiesen worden, weswegen sich nun dort ein Investor einklagen konnte", sagte er.

Um zu vermeiden, dass in Nettersheim an Orten, wo es nicht gewünscht sei, Windräder errichtet werden dürften, sei die Suche nach einer Konzentrationszone wichtig. Pospig monierte wie auch der Fraktionschef der UNA, Franz-Josef Hilger, es könne der Eindruck entstehen, dass die Gemeinde gar keine Windkraft auf ihrem Gebiet wolle. "Da wird die Bauleitplanung als Bremse verwendet", so Pospig.

Die Situation sei allerdings nicht mit anderen Kommunen vergleichbar. Pracht: "Wir haben die Entwicklung in ökologischer Sicht vorangebracht", sagte er. In Nettersheim gebe es zum Beispiel mehr Laubholz als Nadelholz. Doch in Laubwäldern seien Windräder nicht zulässig. Nun müsse zwischen Artenschutz und Energiewende abgewogen werden.

Dem widersprach Pospig. Er plädierte dafür, einen Vorschlag der UNA aufzugreifen und die weiter infrage kommenden Flächen parallel zu untersuchen, um Tempo in das Verfahren zu bringen. "Der Mensch ist auch eine Art, die leben will, und die braucht Energie", meinte Gerhard Mayer. Durch Ausweisung dieser Gebiete würde keine Tierart vernichtet. "Wir beeinträchtigen sie vielleicht." Der SPD komme es so vor, als sei keine Windkraftkonzentrationszone gewollt. Gegen die SPD- Stimmen beschloss die Ausschuss-Mehrheit, die als "E2" bezeichnete Fläche artenschutzrechtlich begutachten zu lassen.


Kölner Stadtanzeiger vom 17.03.2017 - Von Stephan Everling

 
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