UNA Nettersheim

Sonntag, 22. Oktober 2017
Auch Nettersheim will keine ene-Anteile

Nettersheim. Eine Absage erteilten die Mitglieder des Nettersheimer Haupt- und Finanzausschusses den Plänen, die Gemeinde an der Energieversorgung Rur-Erft (ERE) und damit an der Energie Nordeifel (ene) zu beteiligen. Rund 1,4 Millionen Euro sollte Nettersheim dafür ausgeben. Zuviel, wie die Politiker befanden. Damit schlägt nach Dahlem die zweite Kommune das Angebot aus, Miteigentümer des Kaller Energieunternehmens zu werden.

Im Vorfeld hatte Ene-Geschäftsführer Markus Böhm sein Unternehmen vorgestellt und für eine Beteiligung geworben. Sieben Prozent Rendite seien zuverlässig zu erwarten. Kritische Fragen zielten auf die Unwägbarkeiten des Energiemarktes. Es sei nicht sicher, dass die versprochenen Renditen langfristig zu erzielen seien.

Ohne eine Entscheidungsvorlage zur Beratung zu stellen, stellte Bürgermeister Wilfried Pracht nun den Punkt zur Diskussion. „Herr Pracht, Ich würde mich gerne Ihrer Empfehlung anschließen“, eröffnete Dirk Pospig (SPD) die Reihe der Wortmeldungen. „Die gibt es noch nicht“, sagte dieser lächelnd. Es gebe noch keine einheitliche Meinung in seiner Fraktion, teilte UNA-Fraktionschef Franz-Josef Hilger mit. Gerhard Maier (SPD) fragte, was die ene für Nettersheim tun könne. Eine rein finanztechnische Beteiligung sehe er nicht als richtig an. Guido Kurth fasste die Meinung der CDU zusammen, die sich gegen die Beteiligung ausgesprochen hatte: „An einer Spekulation wollen wir uns nicht beteiligen.“ Die Gemeinde nehme sich auch die Möglichkeit, die Stromversorgung mit anderen Partnern zu realisieren. Außerdem sei Nettersheim mit einem Anteil von neun Prozent zu klein, um Einfluss auf die Geschäftspolitik der ene zu nehmen.

Mit neuen Zahlen wartete Pracht auf. Die Zinsen für den Kredit, der zur Finanzierung der 1,4 Millionen Euro notwendig sei, lägen bei 1,7 Prozent. Das bedeute, dass die Beteiligung sich in 25 Jahren amortisiere. Und: „Der Wirtschaftsprüfer hat davon abgeraten.“

Wichtig sei, so Pracht, dass sich kommunale Zusammenarbeit ergebe. Doch seit zwei Jahren sei versucht worden, eine Lösung für die Straßenbeleuchtung zu finden – ohne Ergebnis. Es habe mit Energieagentur oder Klimaschutzkonzept viele Ansätze gegeben. „Ich hätte erwartet, dass die KEV uns mehr unterstützt.“


Die Gesellschaft
Die Energie Rur-Erft (ERE) ist eine Beteiligungsgesellschaft, die die Anteile der Gemeinden an ene und KEV bündeln soll. Sie hält 33 Prozent der Energie Nordeifel (ene), genauso viel wie RWE und Kreis Euskirchen. Die Ene ist die Muttergesellschaft von KEV Schleiden, die das Netz verwaltet, und der KEV Energie, die Strom und Gas vertreibt.

2012 wurde beschlossen, ein Drittel der Anteile den Kommunen anzubieten. Die Menge sollte nach den Gebietsanteilen aufgeschlüsselt sein. Im Falle von Nettersheim wären das rund neun Prozent gewesen. Gutachter bezifferten den Gesamtwert der ERE zum Jahresende 2011 auf rund 46 Millionen Euro, woraus sich die Kaufpreise errechneten.


Kölner Stadtanzeiger vom 09.12.2016 - Von Stephan Everling

 
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