UNA Nettersheim

Donnerstag, 23. Mai 2019
Sieben Stationen zur Römerzeit
Freitag, den 14. Oktober 2011 um 17:13 Uhr
An den Planungen rund um den "Vicus Marcomagus" wurde erneut Kritik laut

Nettersheim. Mit Erlebnisstationen sollen die jüngsten archäologischen Funde bei Nettersheim den Besuchern künftig nähergebracht und die touristischen Angebote des "Naturerlebnisdorfes" erweitert werden. Die Pläne dazu wurden in den Gemeindegremien besprochen und mehrheitlich abgesegnet. Allein die Mitglieder der UNA-Fraktion (Unabhängige und Grüne) hatten Bauchgrimmen durch den Umstand, dass der geplante Kubus am Matronenheiligtum auf der "Görresburg", der seinerzeit für viel Wirbel und Protest gesorgt hatte, offenbar noch nicht vom Tisch ist.

Die Erlebnisstationen werden am Rande eines Rundweges geschaffen, der die Besucher entlang des Vicus, also der kleinstädtischen Ansiedlung aus römischer Zeit, sowie an Teilen der alten Römerstraße vorbeiführen wird. Start- und Zielpunkt des Rundwegs soll demnach das Naturzentrum Eifel an der Urftstraße sein. Dort soll auch noch eine Ausstellung zu den aktuellen Funden und ein Römerstraßen-Infopunkt eingerichtet werden.

Bislang stehen sieben Erlebnisstationen in Rede. Die Erste wird als "Römischer Garten" unter anderem die Esskultur der Römer, auch im Rahmen museumspädagogischer Programme, thematisieren. Hieran soll das Archäologische Institut der Universität Köln beteiligt werden. Zudem ist angedacht, das Werk "Die Macht der Drei" der Künstlerin Birgit Sommer anzukaufen, um "eine interaktive Annäherung an die einheimischen Gottheiten der Römerzeit und deren zeitgenössisches Fortleben" zu gewährleisten, wie es aus dem Rathaus heißt.

Mit den weiteren Stationen sollen das Thema Reisen und Straßen der Römerzeit, konkret auch das römische Straßennetz, aktiv erlebbar gemacht werden. Der Verlauf der Römerstraße soll im Gelände markiert werden. Hier ist vorerst daran gedacht, eine Schneise im Nadelwald oberhalb des Steinrütschs durch Lärchenstämme zu kennzeichnen, um "die Trasse von Aussichtpunkten aus nachvollziehbar zu machen".

Wie man der Beschlussvorlage der Verwaltung zu der Ausgestaltung des Archäologischen Landschaftsparks entnehmen kann, ist ein Änderungsantrag zu stellen, um die Erlebnisstationen wie dargestellt zu schaffen. Laut Verwaltung geht dies einher mit "einer Reduzierung der Position für die baulichen Anlagen an der Görresburg und am Steinrütsch". Diese seien aufgrund der zwischenzeitlich erzielten archäologischen Erkenntnisse zu modifizieren.

Die Mitglieder der UNA-Fraktion wollten es aber genau wissen und fragten nach, wie diese Modifizierung denn aussehen soll. Laut Fraktionschef Franz-Josef Hilger ist die Antwort darauf wenig erhellend gewesen. Um keinem planungstechnisch "getarnten" oder "baulich abgespeckten" Kubus zuzustimmen, votierte die UNA gegen das Konzept zur Entwicklung der Erlebnisstationen, auch wenn sie grundsätzlich für den Archäologiepark ist.

Kritik an der Informationspolitik von Bürgermeister Wilfried Pracht (CDU) äußerte auch Claudia Golomb. Sie sowie Gudrun Nositschka und Sabine Kuhlmei sind erklärte Gegnerinnen eines Kubus-Baus. Gemeinsam hatten sie an einem der drei geplanten Bürger-Workshops zum Archäologischen Landschaftspark zu Beginn dieses Jahres teilgenommen und laut eigener Aussage seitdem nichts mehr aus dem Rathaus gehört. Auch eine neuerliche Anfrage sei bisher unbeantwortet geblieben. Golomb: "Wir trauen dem Ganzen noch nicht. Mit Prachts Versprechungen haben wir bislang nicht die besten Erfahrungen gemacht."

Kölner Stadtanzeiger vom 14.10.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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