UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Januar 2019
Opfergaben für die Matronen gebracht
Dienstag, den 02. August 2011 um 17:43 Uhr
Hinweis der UNA:
Das Programm zu der Veranstaltung "Meine Matronen" für die nächsten Wochen finden Sie unter www.kuba-nettersheim.info
 
30 Künstler mit Arbeiten rund um die keltischen Gottheiten präsent

Nettersheim. Zahlreiche Besucher zog es anlässlich der Vernissage der Ausstellung "Meine Matrone" am Sonntagnachmittag zum Tempelbezirk "Görresburg". Zu den Klängen der Musikgruppe "Niealldoh" brachten einige Tänzerinnen um Ulrike Tscherner-Bartoldi den steinernen Matronenfiguren, denen seit über 2000 Jahren an diesem Ort gehuldigt wird, Opfergaben wie Früchte und Wasser dar. Im Anschluss zogen die Besucher, Künstler, Musiker sowie die Tänzerinnen in Gestalt leibhaftiger Matronen mit dem Römerwagen und zu Fuß von der "Görresburg" durch Nettersheim zum alten Kloster.
 
Neben dem Kulturbahnhof und dem Naturzentrum ist das ehemalige Kloster, das zuletzt als Pflegeheim diente, einer von drei Ausstellungsorten. Über 30 namhafte Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet präsentieren ihre Werke, in denen sie sich mit dem Thema "Matronen", den gallo-germanisch-keltisch-römischen Gottheiten, auseinandersetzen.

Etwas Göttinnenhaftes

Matronales-DamenparlamentIn der weitläufigen Ausstellung im Kloster gibt es neben Bildern, Fotografien und Grafiken auch Installationen und Skulpturen aus unterschiedlichsten Werkstoffen zu sehen. In der ehemaligen Klosterküche zieht die Installation von Gamma Thesa Terheyden unter dem Titel "Symposion der Matronen" die Blicke der Besucher auf sich. Über einem Tisch, der "Tafelrunde", hängen Fotografien: Porträts einzelner Frauen, denen die Künstlerin im Alltag begegnet ist. Es seien beeindruckende Begegnungen gewesen, so Terheyden, die sie dazu inspirierten, die Frauen abzulichten.

Mit ihrem Werk wolle sie sich gegen die Bedeutungslosigkeit des Einzelnen stemmen, die Kennzeichen der schnelllebigen Zeit unserer Epoche ist. "Hat nicht jede Frau etwas Göttinnenhaftes inne?", fragt die Künstlerin bei der Betrachtung des Werks. Eine Etage tiefer unter der alten Klosterkirche präsentiert Marianne Pitzen, die auch Leiterin des Bonner Frauenmuseums ist, eine leuchtend orangefarbene Skulpturengruppe mit dem Titel "Matronales Damenparlament".

Die lebensgroßen Figuren bestehen ausschließlich aus Kleister und Farb- oder Zeitungspapier, das in 1000 Schichten übereinanderliegt. Die Plastiken sitzen, in Gewänder gehüllt und mit ihren mächtigen Hauben auf dem Kopf, im Halbkreis in parlamentarischer Formation. Einige diskutieren miteinander, andere wirken so, als seien sie tief in Gedanken versunken. "Mit der Installation wollte ich die Bedeutung der Matronen, ihre einst so wichtige Position in der Gesellschaft, in die Jetzt-Zeit übertragen", sagt die Künstlerin. In die Kelleretage zurückgezogen haben sich sieben weiß gewandete, ebenfalls lebensgroße Klosterfrauen. Sie geistern in den schmalen Gängen des Kellers umher. Auch diese Arbeit stammt von Marianne Pitzen. Maggie Töpfer, Agnes Harff-Hilger und Sarah Advena vom Freundeskreis Kulturbahnhof sind die Initiatoren der Werkschau.

Im vergangenen Jahr sorgte die geplante Errichtung eines achteinhalb Meter großen Kubus über dem Matronenheiligtum in der "Görresburg" für kontroverse Diskussionen. Als die Verwaltung sich den Protesten im Dezember letzten Jahres beugte und den Bau des Riesenwürfels aufgab, machten sich die drei Initiatoren an die Erstellung eines Ausstellungskonzepts. "Nach dem Streit um den Kubus wollten wir uns konstruktiv mit dem Tempelbezirk beschäftigen und mit der Ausstellung ein Signal zur positiven Auseinandersetzung setzen", erklärt Harff-Hilger zur Idee der Ausstellung. Die abwechslungsreiche und eindrucksvolle Ausstellung "Meine Matrone" ist noch bis Sonntag, 4. September, zu sehen. Ein Rahmenprogramm zur Ausstellung bietet Führungen, Vorträge und Kunstaktionen. Das Programm und weitere Informationen gibt es im Internet.www.kuba-nettersheim.info

Kölner Stadtanzeiger vom 02.08.2011 - Von Markus Bös
 
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