UNA Nettersheim

Donnerstag, 21. März 2019
Landschaftspark hui, Kubus pfui
Freitag, den 31. Dezember 2010 um 11:06 Uhr
Gegen die Form des geplanten Schutzbaus liefen zahlreiche Bewohner Sturm
 
NETTERSHEIM - Als sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses Ende Juni einstimmig dafür aussprachen, bei der Kölner Bezirksregierung einen Antrag einzureichen, mit dem Ziel, im Rahmen der „Regionale 2010“ im Gebiet rund um Nettersheim einen „Archäologischen Landschaftspark Eifel“ zu errichten, waren die Verantwortlichen sicherlich von positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgegangen. Mit dem massiven Protest, der sich angesichts des Projekts in den folgenden Wochen formierte, hatten die Verantwortlichen wohl kaum gerechnet.
Stein des Anstoßes in den zahlreichen Protestschreiben, die seitdem nicht nur im Zingsheimer Rathaus, sondern auch bei der Landesregierung und in verschiedenen Landesministerien eingegangen sind, war ein geplanter Schutzbau in Form eines Kubus auf dem Matronenheiligtum „Görresburg“. Die Kritiker stammten aus der Gemeinde selbst, aber auch von außerhalb, und sie waren sich darin einig, dass der Kubus als Fremdkörper wirke, das Landschaftsbild zerstöre und es keine Notwendigkeit für das Bauwerk gebe. Laut einiger Kritiker werde zudem „ein intakter sakraler Bereich nachhaltig gestört“. Die Kubus-Gegner betonten allerdings auch, dass man grundsätzlich für die Errichtung des Landschaftsparks sei - nur eben ohne Kubus.

Als Reaktion auf die Proteste veranstaltete die Verwaltung im November einen Informationsabend, zu dem rund 200 Besucher in den Nettersheimer Dorfsaal kamen. Neben Experten wie der Gemeindearchäologin Dr. Imke Ristow, die den Zuhörern die Pläne zum Landschaftspark erläuterte, kam dort in Person von Gudrun Nositschka auch die Interessengemeinschaft „Matronenheiligtum Görresburg“ zu Wort, die sich klar gegen die Errichtung eines Kubus aussprach. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion deutete Bürgermeister Wilfried Pracht erstmals an, dass man sich angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die das Grabungsteam um Professor Salvatore Ortisi erbracht hatte, vom Bau eines Kubus distanziert habe. Zudem wurde man nicht müde zu betonen, dass es sich bei dem Schutzbau lediglich um einen ersten Entwurf gehandelt habe, der nötig war, um den Antrag bei der Bezirksregierung stellen zu können. Die Errichtung des Landschaftsparks sei jedoch nicht von dem Bau des Kubus abhängig, hieß es seitens der Verantwortlichen weiter.

Wie genau das Gebiet an der „Görresburg“ gestaltet werden soll, ist unklar. In einem Workshop wurden Mitte Dezember Ideen von Interessierten gesammelt, die gemeinsam mit den Erkenntnissen aus weiteren Grabungen im kommenden Jahr als Kriterienkatalog eines Wettbewerbs dienen sollen. Beim Workshop wurde bereits deutlich, dass eine Mehrheit einer neuen Gestaltung des Gebietes durchaus positiv gegenübersteht, diese jedoch ohne jegliche Bebauung auskommen müsse. Fest steht, dass im Jahr 2011 keinerlei Baumaßnahmen stattfinden werden. Das beschloss der Rat in seiner letzten Sitzung des Jahres am 21. Dezember.

Kölner Stadtanzeiger vom 31.12.2010 - von Michael Greuel
 
 
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