UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Januar 2019
„Glücksfall“ oder Verschwendung?
Donnerstag, den 09. Dezember 2010 um 19:14 Uhr
Anmerkung der UNA:
 
NETTERSHEIM - „Wir dürfen uns diesen Glücksfall für die Gemeinde nicht kaputt machen lassen“, appellierte Bürgermeister Wilfried Pracht am Dienstagabend auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses an die Anwesenden. Gemeint war mit diesem „Glücksfall“ der geplante Archäologische Landschaftspark, den die Gemeinde im Rahmen des Projekts „Erlebnisraum Römerstraße“ der Regionale 2010 in der Nähe der Ortslage Nettersheim gestalten möchte. In Kritik geraten war dabei besonders der erste Entwurf der Planung, in dem ein Schutzbau in Form eines Kubus auf dem Matronenheiligtum „Görresburg“ vorgesehen war.

Inzwischen seien laut Pracht erneut zahlreiche Beschwerdebriefe eingegangen, allerdings nicht nur im Zingsheimer Rathaus, sondern unter anderem auch bei der Landesregierung, in verschiedenen Landesministerien und beim Bund der Steuerzahler. „Darin wird jetzt nicht nur der Kubus in Frage gestellt, sondern der gesamte Archäologische Landschaftspark“, berichtete der Bürgermeister. In den Schreiben werde der Park beispielsweise als „Verschwendung von Steuergeldern“ bezeichnet. Dass er dies nicht sei, soll nun die Erstellung eines Folgekostenkonzepts beweisen. „Der Archäologische Landschaftspark wird sich in kürzester Zeit refinanziert haben und einen Mehrwert für die Verwaltung und die Bevölkerung der Gemeinde haben“, ist sich der Verwaltungschef sicher.

Zudem scheint die Verwaltung von dem Bau des Kubus Abstand zu nehmen. „Wir wollen einen Wettbewerb ins Leben rufen, bei dem es um die Gestaltung der Gebiete »Görresburg« und »Steinrütsch« geht“, kündigte Pracht an. Dieser soll allerdings erst nach den geplanten Workshops beginnen, um die dort entwickelten Ideen miteinfließen lassen zu können.

Es geht auch ohne Bebauung

Dass der Kubus aus dem ersten Entwurf vom Tisch ist, sei seiner Meinung nach bereits seit der Informationsveranstaltung von Mitte November in Nettersheim klar. Die Frage des UNA-Fraktionsvorsitzenden Franz-Josef Hilger, ob bei diesem Wettbewerb auch eine „Nulllösung“ für die „Görresburg“ herauskommen könnte, also eine Gestaltung des Areals ohne Bebauung, bejahte der Bürgermeister.

Fest stehe zudem, dass im kommenden Jahr noch nichts passieren wird. Mitte und Ende 2011 seien weitere wissenschaftliche Untersuchungen durch Dr. Salvatore Ortisi und dessen Team vorgesehen, um nach Möglichkeit weitere Erkenntnisse über die antike Bebauung zu erhalten, so der Verwaltungschef.

Heftigen Vorwürfen vonseiten der CDU-Fraktion sah sich in diesem Zusammenhang indes UNA-Mann Franz-Josef Hilger ausgesetzt. „Es ist ein Graus, mit ihnen an einem Tisch zu sitzen oder in einem Raum zu sein“, ereiferte sich der stellvertretende Vorsitzende des Nettersheimer CDU-Verbandes, Ferdi Geißler. Anlass dieses Angriffs war eine Wortmeldung Hilgers während der bereits erwähnten Informationsveranstaltung zum Archäologischen Landschaftsparks. Dort hatte der UNA-Sprecher erklärt, er habe zwar für den Park gestimmt, nicht jedoch für den Kubus. „Es ist eine Frechheit, dass sie nicht zu Beschlüssen stehen, für die sie im Rat gestimmt haben“, stimmte Sebastian Pönsgen seinem Parteifreund Geißler zu. Zwar sei auch der CDU inzwischen klar, dass der Kubus so nicht realisierbar ist. Doch habe man trotzdem zu der Entscheidung gestanden, hieß aus den Reihen der Christdemokraten. „Es ist ja nicht verboten, seine Meinung zu ändern“, schloss Pönsgen. Zu den Anfeindungen äußerte sich Hilger nicht. „Den heutigen Ausführungen nach zu urteilen, wird der Kubus nicht kommen. Gegen den Park selbst haben wir generell nichts“, machte UNA-Mann Edwin Poth deutlich. Seine Partei wolle die Errichtung des Archäologischen Landschaftsparks weiterhin unterstützen.

Kölner Stadtanzeiger vom 09.12.2010 - Von Michael Greuel
 
 
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