UNA Nettersheim

Mittwoch, 20. November 2019
Matronenheiligtum als Weltkulturerbe?
Samstag, den 13. November 2010 um 13:15 Uhr
NETTERSHEIM - Auf ein gut gefülltes Haus darf sich vermutlich die Gemeindeverwaltung Nettersheim gefasst machen, wenn sie am kommenden Montag, 15. November, um 19 Uhr zur Informationsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion einlädt. Informiert wird im Nettersheimer Dorfsaal über die Gestaltung des Archäologischen Landschaftsparks im Bereich des Matronenheiligtums auf der Görresburg.
 
Wie berichtet, hat der Entwurf eines würfelartigen Schutzbaus aus Holz eine regelrechte Protestwelle unter den Freunden und Freundinnen der Matronenheiligtümer ausgelöst - und das nicht nur regional, sondern auch im europäischen Ausland. Den aufgebrachten Protestschreiben, die sogar in Buchform zusammengefasst und an Politik und Verwaltung verschickt worden waren, wollen die beteiligten Stellen nun mit Information begegnen. Dazu werden zwei Experten des Archäologischen Instituts der Uni Köln erwartet: Über „Die Matronen von Nettersheim“ spricht Prof. Dr. Heinz Günther Horn, Dr. Salvatore Ortisi informiert über die römische Siedlung. Die Planungen zum Archäologischen Landschaftspark stellt Dr. Imke Ristow vor.

Bürger sollen zu Wort kommen
 
MatronenheiligtumDie anschließende Podiumsdiskussion moderiert der Journalist Ronald Morschheuser. Für „dringend erforderlich“ hält es Prof. Dr. Jürgen Kunow, Leiter des Amtes für Bodendenkmalpflege, die Diskussion sachlich zu führen: „Die Matronen taugen nicht zum Geschlechterkampf.“ Vor allem aber sei ihm daran gelegen, dass die Nettersheimer Bevölkerung gehört wird. „Die Bürger selbst sind noch nicht zu Wort gekommen. Sie müssen Gelegenheit bekommen, sich zu äußern.“ Gespannt sei er, so der LVR-Amtschef, auf die Diskussion. Den vieldiskutierten Entwurf des ungarischen Architekten hält er für die „einzigartige Möglichkeit“, im Rahmen der Regionale 2010 Geld für den Landschaftspark zu beantragen. „An dem Entwurf muss man ja nicht festkleben. Über die Form der Gestaltung kann man sich ja noch Gedanken machen“, so Kunow. Sein Stellvertreter, Dr. Helmut Luley, bezeichnete den Kubus als „Versuch“.

Für die Kritiker werden sich am Montag Gudrun Nositschka und Claudia Golomb äußern. Sie waren von Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht aufgefordert worden, Alternativ-Vorschläge bis zur Versammlung zu nennen. „Das haben wir bereits getan, und zwar schriftlich im Anschluss an ein Gespräch mit dem Bürgermeister und Frau Dr. Ristow am 22. September“, betonte Nositschka. Prämisse sei die Beibehaltung des offenen Matronenheiligtums. Außerdem schlägt sie den Ersatz der Repliken oder ihre Restaurierung vor, den Erhalt aller Cellas und der Einfriedung durch Wasser abweisenden Schutz der Oberflächen. Weiter empfiehlt sie die Anbringung von Informationstafeln und regt die Schaffung eines kleinen Museums im Ort an, in dem die vier erhaltenen Originalsteine sowie die Reststeine eine Heimat finden und wechselnde Ausstellungen zur Matronenforschung stattfinden könnten.

Möglich ist laut Nositschka auch ein Matronen-Wanderweg, der alle linksrheinischen Matronenorte verbindet. Zu guter Letzt regt sie an, die Anerkennung des Matronenheiligtums als Weltkulturerbe zu beantragen.

Kölnische Rundschau vom 13.11.2010 - von Renate Hotse
 
 
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