UNA Nettersheim

Donnerstag, 21. März 2019
Artenschutzuntersuchung für die Fläche „D12“

Die Windkraft in Nettersheim ist und bleibt ein brisantes Thema. Nun soll der Flächennutzungsplan geändert werden, damit Artenschutzuntersuchungen durchgeführt werden können. 

Nettersheim. Noch immer taugt die Windkraft in Nettersheim dazu, das Diskussionslüftchen in Ratssitzungen zu einer kräftigen Brise aufzufrischen. Nachdem im März das Gutachten vorgestellt wurde, in dem Windkraftpotenziale untersucht worden waren, ging es nun darum, den Flächennutzungsplan zu ändern, damit die Artenschutzuntersuchungen erfolgen können.

Eigentlich waren sich alle einig, dass auch in Nettersheim weitere Windkraftanlagen gebaut werden sollten. Zank gab es trotzdem. Vor allem der Antrag der Verwaltung, mit der Untersuchung einer Fläche bei Tondorf alle anderen Flächen aus der Betrachtung zu nehmen, erregte den Widerspruch der Opposition.

Foto: EverlingIm Ausschlussverfahren hatte die Planungsgruppe MWM Aachen das Gemeindegebiet auf Tauglichkeit für eine Konzentrationszone überprüft. Zwei Flächen beidseits der A1, südlich der Wildbrücke blieben übrig. Für die Verwaltung kommt davon die im Gutachten als „D 12“ bezeichnete Fläche in Frage, ein Gebiet westlich der Autobahn, das sich bis zum Mürel hinzieht. Für diesen Bereich soll jetzt das erweiterte Artenschutzgutachten erstellt werden, bei dem über ein Jahr das Vorkommen geschützter Arten ermittelt wird.

Schattenwurf befürchtet

Dies erregte das Missfallen von Herbert Falkenberg: „Die geplante Zone liegt westlich von Tondorf und damit genau in dem Bereich, aus dem in der Regel der Wind weht.“ Auch sei ein Schattenwurf zu erwarten. In der Abstimmung zur Änderung des Flächennutzungsplan enthielt er sich und kündigte an, gegen die Erstellung eines Bebauungsplans stimmen zu wollen. Vor allem forderte er einen ausreichenden Abstand zu den Windrädern.

„Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, bemühte UNA-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Hilger Goethe, um seine Skepsis über die Energiepolitik der CDU-Mehrheit zum Ausdruck zu bringen. 2011 habe die UNA genau diese Flächen als Konzentrationszone vorgeschlagen, doch damals sei das nicht gewünscht gewesen. „Wir haben einen sechsstelligen Betrag für Gutachten ausgegeben, doch wir sind da, wo wir 2011 waren“, bemängelte er.

Bürgermeister Wilfried Pracht widersprach energisch: „Wenn eine Interessenbekundung kommt und wir planen, sind wir planungsrechtlich falsch unterwegs.“ Das Vorgehen sei gewählt worden, um durch die Auswahl einer Fläche andere auszuschließen, die sonst genehmigt werden müssen. „So ein Prozess ist nicht einfach“, mahnte er. Gerhard Mayer (SPD) bemängelte Ungenauigkeiten in der Analyse. Es sei bei vielen Flächen nicht ersichtlich, warum sie aus der Betrachtung genommen seien. So entfalle die Möglichkeit, auf diese zurückzugreifen, falls die Untersuchung der Fläche „D12“ ergebe, dass sie nicht geeignet sei. Es gebe etwa zehn Gebiete, die noch untersucht werden könnten.

Mit den Stimmen von CDU und UNA wurde die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Gegen die Stimmen der Opposition wurde auch der strittige Punkt angenommen, Alternativflächen aus der Untersuchung herauszunehmen.


Kölner Stadtanzeiger vom 27.06.2015 - Von Stephan Everling

 

 

 
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