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Donnerstag, 23. Mai 2019
Dahlem setzt auf Windräder
Donnerstag, den 05. September 2013 um 19:21 Uhr

Die Gemeinde Dahlem will die Windkraftnutzung weiter ausbauen und hofft auf sprudelnde Einnahmen. Zu diesem Zweck wurde zwischen Dahlem-Baasem, Berk und Hellenthal-Neuhaus nun ein Windmessmast errichtet.

Dahlem. Beinahe über Nacht entstand in dem weitläufigen Walddreieck zwischen Dahlem-Baasem, Berk und Hellenthal-Neuhaus ein sehr hoher Gittermast, der professionell mit Stahltauen abgespannt und an stabilen Fundamenten gesichert ist.

Es handelt sich bei dem weithin sichtbaren Gebilde um einen hohen „Windmessmast“, wie Dahlems Bürgermeister Reinhold Müller auf Anfrage berichtete. Der soll durch Felderkundung in unterschiedlichen Höhen über Grund die „Windhöffigkeit“ messen.

500 000 Euro Erlös pro Jahr

Daraus kann man dann Schlüsse ziehen, wo und in welcher Höhe sich Windräder drehen müssen, um maximalen Ertrag zu erzielen.

Die Gemeinde Dahlem knüpft an das Projekt einer neuen Windkraftkonzentrationszone, also Windrädern, in dem abgelegenen Waldgebiet sehr große Hoffnungen.

Sollte sich das Vorhaben realisieren lassen, dann verspricht sich die Gemeinde davon Einnahmen in Höhe der bisher von allen Hausbesitzern aufzubringenden Grundsteuer B. Der Erlös läge dann bei rund einer halben Million Euro jährlich, wenn auf Gemeindegrund zehn Windräder installiert werden könnten.

„Das kostet uns Millionen“

Das sind wahrlich verlockende Aussichten. „Die Pacht ist eine Super-Ergänzung der Holz-Einnahmen aus dem Wald“, sagt Müller. Leider sei gerade die Gemeinde Dahlem wegen des Flugplatzes massiv bei der Windkraftnutzung beeinträchtigt. Die Schutzzone des Verkehrslandeplatzes habe einen Radius von bis zu 3,6 Kilometer ringsum. Müller: „Das kostet uns Millionen.“

Foto: Franz-Albert HeinenIm Umfeld des Flugplatzes dürfen natürlich keine hohen Anlagen errichtet werden.
Für das Gemeindegebiet liegt eine Potenzialanalyse vor, die es möglich erscheinen lässt, dass in dem großen Waldgebiet – fernab jeder menschlichen Besiedelung – tatsächlich eine nennenswerte Anzahl Windräder aufgestellt werden könnte. Allerdings sind im Vorfeld umfassende „Hausaufgaben“ zu machen, die die Gemeinde überfordern würden.

General-Unternehmen beauftragt

Daher hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr ein General-Unternehmen beauftragt, das sowohl die vorbereitenden Arbeiten als auch die Errichtung der Windkraftwerke übernehmen würde.

Betreiber einer Anlage mit bis zu 15 Windrädern mit einer Einzelleistung zwischen 2,5 und 3 Megawatt wäre die „DunoAir Windpark Planung GmbH“. Aktuell stellt das Unternehmen die Weichen für den optimalen Betrieb des geplanten großen Windparks.

Zur Grundlagen-Erkundung der meteorologischen Verhältnisse vor Ort wurde der Windmessmast mit einer Höhe von 134,5 Metern mitten im Wald errichtet. Er misst mit modernen Anlagen alle relevanten Klimadaten.

Da findet man nach Unternehmensangaben beispielsweise eine Kombination aus beheizten Schalenanemometern und ultraschallbasierten Windmessern. Das ermöglicht eine exakte, Messung rund um die Uhr. Gemessen wird auf fünf Ebenen zwischen 35 m und 134,5 m Höhe und zwar ein Jahr lang tag und nacht. Basierend auf den Messungen kann DunoAir dann präzise die optimalen Standorte und die Anlagentypen ermitteln.

Standortuntersuchungen im Wald

Für diese Grundlagenbeschaffung hat DunoAir Kooperationspartner verpflichtet, die reichlich Knowhow mitbringen. Um den Wald nicht mehr als nötig durch den Bau des Gittermastes zu beeinträchtigen, wurde ein Helikopter eingesetzt, der die Einzelteile aus der Luft anlieferte.

Wie der Bürgermeister berichtete, habe sich die Lichtung, wo offenbar früher schon gerodet worden war, für die Messanlage angeboten, da sie wegen der breiten Abspannung doch erheblichen Raum beansprucht.

Die Gemeinde wartet laut Müller auch noch auf ein Signal der Bezirksregierung in Köln, dass der Standort im Wald mit den Zielen der Landesplanung in Übereinstimmung steht.

Parallel laufen die Standortuntersuchungen im Wald, denn es müssen auch forstliche Belange berücksichtigt werden.

230 Hektar Fläche

Der Untersuchungsraum hat eine Gesamtgröße von 230 Hektar Fläche. Aber in reinem Laubwald dürfen Windräder nicht aufgestellt werden, so dass nur die Fichten-Mischbestände konkret in Betracht kämen.

Der Bürgermeister spricht in Anbetracht möglicher Beschränkungen „realistisch von zehn bis zwölf Anlagen“, die jedoch an der Rotorblattspitze die stattliche Höhe von 200 Metern erreichen könnten.

Müller berichtete, dass der Gemeinderat inzwischen die Aufstellung eines Flächennutzungsplans beschlossen habe. Er hoffe, dass die Genehmigung im Laufe des kommenden Jahres vorliege. Für alle Planungskosten und den Bau komme allein DunoAir auf.

Das Projekt von DunoAir wird einschließlich eines Videoclips zum Bau des Messmastes auch auf der Internet-Seite des Unternehmens vorgestellt.


Kölner Stadtanzeiger vom 05.09.2013 - Franz-Albert Heinen

 

 

 

 

 
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