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Mittwoch, 23. Oktober 2019
Remmel sieht eine Zukunft voller Räder
Donnerstag, den 01. November 2012 um 19:00 Uhr
Auch in Wäldern sollen Anlagen errichtet werden dürfen - Studien zu Solar-Chancen und Biomasse folgen

Düsseldorf. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat ehrgeizige Pläne. Bis zum Jahr 2020 soll NRW 15 Prozent des Strombedarfs mit Windenergie decken. Das entspricht der Leistung von zwei Atomkraftwerken (21 Terrawatt). Die soll ausreichen für fünf Millionen Haushalte. Derzeit werden in NRW vier Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt. NRW habe eine Menge nachzuholen, was in der schwarz-gelben Koalition 2005 und 2010 versäumt worden sei, sagte Remmel.

Mit der Vorlage einer Studie über die Windkraft-Potenziale im Land will der Minister nun die Aufholjagd beschleunigen. Der Regierungsbezirk Köln und die Region Arnsberg eignen sich besonders für die Aufstellung neuer moderner Anlagen.

Der Umweltminister will im ländlichen Raum auch Nadelwälder als Standort in Betracht ziehen. Die Abholzung werde sich in Grenzen halten, weil pro Anlage nur ein Gebiet von 22 Metern im Durchmesser benötigt werde. Außerdem müssten natürlich die Zufahrten gerodet werden.

Remmel kündigte an, dass nach Rodungen Ausgleichsflächen mit neu gepflanzten Bäumen geschaffen werden müssten. Bis 2020 sieht der Minister keine Konflikte mit den Anwohnern, da die Standorte fernab von Wohnbebauung gewählt werden sollen.

Grundsätzlich sei fast überall in NRW der Bau von Windrädern möglich - wenn die Anlagen mindestens 125 Meter hoch seien. Die Windgeschwindigkeit sei dann ausreichend. Die Studie rechnet vor, dass theoretisch sogar Windstrom in einer Größenordnung von 71 Terrawatt in NRW produziert werden könnte. Dann müssten aber auch Laub- und Mischwälder genutzt werden.

Nach der Windanalyse hat Remmel auch entsprechende Studien zu Solarstandorten und solchen für Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft angekündigt - um den Kommunen wichtige Grundlagen für den Ausbau zu liefen.

Die komplette Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Recklinghausen) steht im Internet.


REGIONALE BEISPIELE

Die Studie ist Bestandteil des Energieatlas NRW und stellt dar, wo im Land überall Windräder entstehen könnten. Sie kommt dabei zu erstaunlichen Größenordnungen.

Im Oberbergischen Kreis waren bisher 269 Hektar als Windfläche vorgesehen, nun gelten 1200 Hektar als interessante Flächen.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind es 40 statt bisher 12, im Rhein-Sieg-Kreis 2390 statt 1850 Hektar. Allein für das Städtchen Bad Münstereifel sieht Remmels Studie statt bisher 100 nun fast 700 Hektar als Flächen für Windräder vor.

In der Eifel macht das Gutachten ohnehin Rekordverdächtiges aus: In Hellenthal könnten sich die Flächen verzehnfachen - auf 1900 Hektar.

Euskirchen könnte dem Gutachten zufolge auf mehr als 1000 Hektar Wind machen - theoretisch jedenfalls 

Kölner Stadtanzeiger vom 01.11.2012 - Von Heinz Tutt
 
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