UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Januar 2019
Erstmals Leitfaden für die Windkraft
Montag, den 02. Juli 2012 um 15:42 Uhr
Eifelland. Windkraftgegner befürchten häufig eine Verspargelung der Landschaft. Mit dem neuen Windenergieerlass der NRW-Landesregierung, der auch den Bau höherer und modernerer Anlagen im Wald vorsieht, scheint dieses Szenario auf den ersten Blick näher gerückt. Doch bei genauer Betrachtung ist ein differenziertes Urteil gefragt. Achim Blindert, Abteilungsleiter Umwelt beim Kreis, bringt die Sache auf den Punkt: „Es ist überschaubar, was da noch möglich ist.“

Planerisch müssen nämlich unter anderem Naturschutz, Lärmschutz, Tourismus und landschaftliche Aspekte beachtet werden, so dass letztlich von den 1248 Quadratkilometern Fläche des Kreises Euskirchen nur noch sehr wenig für die Windkraft übrigbleibt.

Es gibt noch einige Potenziale

„Es gibt noch einige Potenziale und die Kommunen haben auch entsprechende Flächen gefunden“, sagt Blindert. Auf Wunsch der im Kreistag vertretenen Parteien hat der Kreis nun gemeinsam mit den Kommunen einen „Leitfaden zur Steuerung der Windenergie“ erarbeitet, um einheitliche Planungskriterien zugrunde zu legen. Dieser wurde jetzt in Nettersheim im Landschaftsbeirat vorgestellt.

Kirsten Kröger, derzeit kommissarische Leiterin der Unteren Landschaftsbehörde, gab einen Überblick über die Situation im Kreis. Demnach sind Blankenheim und Dahlem mit ihren Planungen bereits recht weit und haben Voruntersuchungen für die beabsichtigte Änderung des Flächennutzungsplans beantragt. Auch Hellenthal hat schon Untersuchungen in Auftrag gegeben. In Schleiden gibt es bereits eine rechtskräftige Windkraft-Konzentrationszone, dort soll der Bürgerwindpark nun ausgeweitet werden. In Nettersheim wurde jüngst ebenfalls der Beschluss gefasst, die Gemeindeflächen auf Windkraftzonen zu untersuchen. Die Gemeinde Kall hat einen entsprechenden Auftrag an das Büro Becker erteilt.

In Bad Münstereifel gibt es derweil lediglich Vorüberlegungen, wenngleich auch dort viele Potenziale schlummern. Für Euskirchen gibt es eine rechtskräftig ausgewiesene Windkraftzone, die jedoch aufgrund artenschutzrechtlicher Belange nicht für das begehrte Repowering, also das Aufstellen größerer und effektiverer Anlagen, genutzt werden kann. Dort gibt es derzeit eine Höhenbegrenzung der Anlagen von 100 Metern, moderne Anlagen erreichen jedoch bis zu 186 Meter. Doch wegen der Uhus in der Grube Dom-Esch ist eine solche Modernisierung dort nicht möglich. Die Stadt will daher erneut nach möglichen Windkraftflächen suchen.

Und in Weilerswist gibt es eine bereits rechtskräftig bestehende Windkraftzone, wobei die Gemeinde nach weiteren Flächen fahndet. InZülpich wurde gerade eben eine Zone entwickelt, die Genehmigungsverfahren dafür liegen beim Kreis. Blindert machte darauf aufmerksam, dass trotz des NRW-Windkrafterlasses derzeit noch der Landesentwicklungsplan der Windkraftnutzung im Wald entgegensteht. Denn wenn Kommunen Windkraftzonen ausgewiesen haben, dürfen sie nur dann den Wald nutzen, wenn es im Offenland keine geeigneten Flächen gibt. Mit Ausnahme von Bad Münstereifel haben jedoch alle Kommunen Konzentrationszonen außerhalb des Waldes ausgewiesen. Einige Kommunen haben ihre diesbezüglichen Pläne bereits der Bezirksregierung vorgelegt. Da das Land die Windkraft forciert, ist eine Änderung der gesetzlichen Landesplanung durchaus wahrscheinlich.

Kölnische Rundschau vom 26.06.2011 -  Von Klaus Pesch
 
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