UNA Nettersheim

Samstag, 25. Mai 2019
Auch im Wald wird Wind geerntet
Samstag, den 31. März 2012 um 11:31 Uhr
Umweltminister stellt Richtlinien für den Bau von Anlagen in Forsten vor

Düsseldorf. Windräder sollen sich in Zukunft vermehrt auch in nordrhein-westfälischen Wäldern drehen. Um die Ausbauziele bei der Windenergie zu erreichen, müssten auch Waldflächen verstärkt erschlossen werden, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Donnerstag in Düsseldorf. Schon bei einer Nutzung von maximal drei Prozent der bewaldeten Fläche könne die bisherige Leistung aus Windenergieanlagen verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. 
 
Anlagen des Windparks Schöneseiffen bei Schleiden. Wie hier sollen in NRW vermehrt Windräder auch in Waldgebieten errichtet werden. Bild: dpaZiel ist es, den Anteil der Windenergie an der Stromversorgung von heute rund 4 auf mindestens 15 Prozent bis 2020 auszubauen. Dazu sollen vor allem Nadelwälder außerhalb von Schutzgebieten und kahle "Kyrillflächen" als Standorte geprüft werden. Der Orkan Kyrill richtete am 18. und 19. Januar 2007 deutschlandweit schwere Schäden an. In NRW war insbesondere Südwestfalen mit dem Märkischen Kreis betroffen. Als Standorte für Windkraftanlagen kämen etwa Wälder im Sauer- und Siegerland, in der Eifel und Ostwestfalen infrage. Dort findet sich das Gros der insgesamt fast 915 400 Hektar Wald in NRW. Remmel lieferte jetzt die von Anlagenbetreibern, Waldbauern und Kommunen geforderten Konkretisierungen zu seinem Windenergieerlass vom vergangenen Sommer. Das Interesse sei groß, sagte der Minister. Remmel hatte mit seinem Erlass das grundsätzliche Tabu der schwarz-gelben Vorgängerregierung kassiert, im Wald Windanlagen zu errichten. "NRW hat unter der Vorgängerregierung im Vergleich zu anderen Bundesländern fünf Jahre an Boden verloren", sagte Remmel. "Dies wollen wir wieder wettmachen." Starre Vorschriften, die viele Investoren abgeschreckt hätten, fielen künftig weg. Ökologisch wertvolle Laubwälder und Schutzgebiete blieben aber tabu.

Vorangehen will der Umweltminister mit Staatswald, der etwa 13 Prozent der Waldfläche des Landes oder 119 000 Hektar ausmacht. Dort sollen geeignete Flächen identifiziert und an interessierte Investoren verpachtet werden. In den vergangenen Jahren hatten - vor allem im Münsterland - zahlreiche Bürgerinitiativen mit Blick auf das Aussehen der Windkraftanlagen eine "Verspargelung der Landschaft" kritisiert. Im Münsterland liegen allerdings kaum geeignete Waldflächen, die für die Pläne des Umweltministeriums infrage kommen.

 


Kölner Stadtanzeiger vom 30.03.2012

 

Hinweis der UNA:
Den "Leitfaden Rahmenbedingungen für Windenergieanlagen auf Waldflächen in Nordrhein-Westfalen" vom 29. 03. 2012 finden Sie hier als PDF File:

Leitfaden Wind im Wald 

 
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