UNA Nettersheim

Donnerstag, 24. Oktober 2019
Kreis Euskirchen bleibt im Boot
Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 17:08 Uhr
Die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses des Kreises befassten sich mit der vielbeschworenen Energiewende. Netzwerk-Manager Markus Pesch erläuterte das Projekt. Ziel ist die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung.

KREIS EUSKIRCHEN/NETTERSHEIM - Die Frage, ob der Kreis Euskirchen dem Projekt Bioenergieregion Euskirchen treubleibt, dürfte dem Normalbürger nicht gerade auf den Nägeln brennen. Dennoch hat man es hierbei grundsätzlich mit einem ambitionierten Vorhaben im Sinne der vielbeschworenen Energiewende zu tun. Und so war das Thema am Montag auch der einzige Tagesordnungspunkt, mit dem sich die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Konversion Vogelsang sowie des Ausschusses für Planung, Umwelt und Verkehr des Kreises Euskirchen in gemeinsamer Sitzung im Nettersheimer Holzkompetenzzentrum beschäftigten.
Markus Pesch, seines Zeichens Netzwerk-Manager der hiesigen Bioenergieregion, erläuterte das Projekt. Demnach wird der Wettbewerb „Bioenergieregionen“ vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Ziel ist der Aufbau regionaler Netzwerke, die die Entwicklungschancen der Bioenergie für sich nutzen, um „die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze zuschaffen“.

Bereits im Jahr 2008/2009 wurden aus 210 Bewerbungen 25 Regionen anhand ihrer Entwicklungskonzepte ausgewählt. So auch die Kreise Aachen, Düren, Euskirchen in Nordrhein-Westfalen sowie Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel auf rheinland-pfälzischer Seite hatten sich erfolgreich im Verbund beworben. Die aktuelle Förderperiode ist datiert von Juni 2009 bis Mai 2012. Die neue Förderphase läuft von August 2012 bis Juli 2015 mit einer degressiven, also jährlich absteigend gestaffelten Förderung in Gesamthöhe von 330 000 Euro.

In der Zwischenzeit wurde mit dem Aufbau des regionalen Netzwerks begonnen und der Dialog mit den Akteuren (etwa Verbände, Unternehmen und Institutionen) der Region aufgenommen. Künftig will man laut Pesch das Biogaskataster mit geografischem Informationssystem und Darstellung der potenziellen Wärmesenken zu Ende bringen, eine Potenzialstudie in Sachen Straßenbegleitgrün als energetisch nutzbare Biomasse erstellen und eine Kooperation mit der „eegon“ (Eifel Energiegenossenschaft) eingehen. Zudem sollen Zielgruppen wie Privatwaldbesitzer, Landwirte und Anlagenbetreiber „mit dem Fokus der wirtschaftlichen Ausrichtung“angesprochen werden.

Nicht ohne Diskussion

Ende letzten Monats hat der Landkreis Bernkastel-Wittlich – wie zuvor schon der Vulkaneifelkreis – mitgeteilt, sich nicht an der neuen Förderphase zu beteiligen. Auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm droht, aus der Phalanx auszuscheren. Alle drei Kreise streben offenkundig eine Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Energieagentur Trier an. Die Ausschussmitglieder des Kreises Euskirchen votierten am Montag in Nettersheim dennoch für eine weitere Beteiligung an der Bioenergie Eifel.

Außerdem wurde die Erstellung einer Potenzialanalyse für erneuerbare Energien im Kreisgebiet beschlossen, deren Kosten mit rund 80 000 Euro beziffert werden. Bis auf eine Enthaltung seitens der UWV-Fraktion und drei Neinstimmen der FDP-Fraktion herrschte hierin Einigkeit. Ohne eine Diskussionen ging die Entscheidung jedoch nicht über den Tisch.

Aus den Reihen der FDP kam der Vorwurf, das Projekt ziehe zu hohe Kosten nach sich, die Kooperation des Kreises mit einer Genossenschaft sei fragwürdig, und insgesamt laufe man „der Situation hinterher“. Man hätte diese Dinge schon vor drei oder vier Jahren beschließen sollen, so hieß es aus dem Lager der Liberalen. „Dann hätten sie damals einen Antrag stellen sollen“, entgegnete Uwe Schmitz (SPD) und verwies auf den Nutzen einer Potenzialanalyse zur Vermeidung von Wildwuchs etwa im Bereich Biogasanlagen.

In diese Richtung argumentierte auch Angela Kalnins (Grüne), die sich durch die Potenzialanalyse exakte Daten für eine genaue Planung künftiger Anlagen erhofft. Kalnins: „Wir müssen auch bei uns im Kreis unseren Beitrag zur Energiewende leisten. Es ist wichtig, Daten zu haben, mit denen wir verlässlich planen können.“ Dem konnte auch Josef Reidt (CDU) zupflichten. „Die Energiewende ist beschlossene Sache, da kommen wir jetzt nicht drumherum“, mahnte Reidt in Richtung der Liberalen.

Kölner Stadtanzeiger vom 16.02.2012 -  Von Bernhard Romanowski
 
mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
Copyright © 2019 UNA Nettersheim. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.