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Dienstag, 22. Januar 2019
Alle zogen an einem Strang
Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 17:11 Uhr
SCHLEIDEN - Das Projekt Bürgerwindpark Schleiden ist in trockenen Tüchern. Die Verträge zwischen den Grundstückseigentümern auf der Fläche bei Patersweiher und der Stadt Schleiden sind unterzeichnet. Sehr viele Grundstückseigentümer hätten unter einen Hut gebracht werden müssen, sagt Schleidens Beigeordneter Marcel Wolter. Dazu zählt auch die Stadt selbst, die bei Patersweiher die Wirtschaftswege und eine kleine Parzelle besitzt.
Einstimmig fiel der Stadtratsbeschluss am 8. Dezember aus. Ein Teil des Gewinns wird der Bürgerschaft zugute kommen. Der Rat beschloss damals auch, dass die Kever PBB mbH aus Kall, eine Tochtergesellschaft der Energie Nordeifel, Entwickler und Betreiber des Bürgerwindpark werden soll. Die Grundstückseigentümer haben dazu ihr Okay gegeben.

Noch steht nicht fest, wie viele Windräder gebaut werden. Bei fünf Anlagen beträgt der jährliche Bürgeranteil 90 000 Euro, bei sechs 120 000 Euro, bei sieben 150 000 Euro und bei acht 180 000 Euro. Die Stadt hat sich verpflichtet, diesen Anteil den Bürger zukommen zu lassen. Die Dorfgemeinschaften der Orte Berescheid, Ettelscheid, Dreiborn, Herhahn, Morsbach und Scheuren erhalten je nach Einwohnergröße einen Anteil von insgesamt 25 Prozent des Bürgeranteils. Das Geld darf ausschließlich für „Zwecke des Allgemeinwohls“ ausgegeben werden, zum Beispiel für die Verbesserung und Verschönerung des Dorfbildes. Die Stadt erhält für die Förderung des ehrenamtlichen Engagements, des Vereinssports, der Stadtbibliothek und der Kultur einen Anteil von 75 Prozent. Die Grundstückseigentümer erhalten die nach Abzug des Bürgeranteils verbleibenden Nutzungsentgelte.

Einen freut die getroffene Regelung besonders: FDP-Fraktionschef Rolf Hörnchen in seiner Eigenschaft als Sprecher der Arbeitsgruppe „Ehrenamtspreis“. Konnte er 2011 das Preisgeld noch verteilen, wird es in diesem Jahr keinen Preis geben. 2011 hatte die Kommunalaufsicht eine Ausnahmegenehmigung erteilt, aber wegen der angespannten Finanzlage der Stadt ist in diesem Jahr Schluss. „Der Ehrenamtspreis ist nun bei Verwirklichung des Windparks langfristig gesichert“, so Hörnchen. „Ich danke allen Beteiligten, die an dem Vorhaben mitgewirkt haben.“

Es hätte keine Einigkeit erzielt werden können, wenn nicht alle sachorientiert aufeinander zugegangen wären. Der Rat habe das Maximale zum Wohl der Bürger herausholen wollen, die Grundstückseigentümer natürlich ihre Interessen vertreten. Auch Dank der Vermittlung Wolters und dem Entgegenkommen aller habe man eine gute Lösung gefunden. „Das ist eine tolle Sache“ , so Hörnchen: „Alle haben an einem Strang gezogen.“ Es sei auch erfreulich, dass sich die CDU dem Antrag der Bunten Koalition angeschlossen habe. „Nicht schlecht“, so Hörnchen. „Sobald die Energie und das Geld fließen, können wir den Ehrenamtspreis wieder verleihen.“ Und in Jugend- und Kulturarbeit könne investiert werden.

Kölnische Rundschau vom 16.02.2012 -  Von Bernd Kehren
 
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