UNA Nettersheim

Donnerstag, 21. März 2019
Wertschöpfung soll in Region bleiben
Sonntag, den 25. September 2011 um 17:38 Uhr
Infoveranstaltung zur Windenergie - Kreisweite Koordination gewünscht

MARMAGEN. Einig waren sich am Schluss alle: Wenn schon Windräder, dann sollte die Wertschöpfung durch die Anlagen auf jeden Fall in der Region bleiben. Zu einer Information der Bürger hatte die UNA (Unabhängige Nettersheimer Alternative) nach Marmagen eingeladen, um über verschiedene Aspekte des Themas zu referieren.
 
Nach einer kurzen Begrüßung durch Geschäftsführer Franz-Josef Hilger kam zunächst Dipl. Ing. Heinz-Jürgen Schütz von der Energie-Agentur NRW zu Wort. Diese Institution unterstützt die Landesregierung in ihren Klimaschutzzielen (bis 2020 Reduzierung der Treibhausgase bis 25 Prozent), die ohne - so betont Schütz - Windenergie nicht erreichbar seien. Daher soll der Anteil der Windenergie an der Stromversorgung von heute knapp 4 Prozent auf mindestens 15 Prozent gesteigert werden.
 
Nach seiner Vorstellung könnten drei große Anlagen die Gemeinde Nettersheim komplett versorgen. Darüber hinaus kam er auf den Windenergieerlass der Landesregierung vom Juli 2011 zu sprechen. Danach ist nicht nur die ursprüngliche Höhenbegrenzung weggefallen, sondern auch die Abstandsregelung von Wohngebieten von 1500 Meter, und richtet sich künftig nach der so genannten „TA Lärm" (Technische Anlage Lärm). Zudem wird die Errichtung auch in Waldflächen zugelassen.
 
Der Vorsitzende der 2009 gegründeten Eifel Energiegenossenschaft eG (eegon), Johannes Pinn, klärte darüber auf, wie Projekte organisiert und finanziert werden können. Damit die Wertschöpfung in der Region bleibe, setze man strikt auf regionale Partner. "Warum jemand aus Dresden nehmen, wenn wir das Wissen in der Region haben?!"
 
Dem Thema schloss sich auch Markus Mertgens von der Energie-Nordeifel GmbH (ene) in Kall im Wesentlichen an. „Das einzige, was wir nicht in der Region machen können, ist die Herstellung der Windräder", bemerkte er. Für ihn stünden die Arbeitsplätze an erster Stelle. So könnten auch dem Nachwuchs interessante Berufe angeboten werden, wie etwa Windenergie-Mechatroniker.
 
Mit konkreten Plänen für die Errichtung einer Windkraftanlage wartete die Geschäftsführerin der Firma REA GmbH (Regenerative Energie Anlagen Management), Hedwig Esser-Schruff, aus Düren auf. Das Unternehmen hat bereits einen Antrag für die Errichtung einer Windkraftzone am Ende der A 1 gestellt. Man habe sich dabei Gedanken gemacht, wo diese möglichst wenig Beeinträchtigungen für die Bevölkerung nach sich ziehen könnte. Da sei die Fläche an der Autobahn, die ohnehin schon durch Schall belästigt sei, als eine Vorrangzone für Windräder geeignet. Allerdings möchte man zuerst dazu die Bürger vor Ort befragen.
 
Bei aller Euphorie bezüglich der künftigen erneuerbaren und dem Aus der konventionellen Energiegewinnung gab es doch einen Mahner: Josef Tumbrinck von der NABU war zu der Veranstaltung aus Düsseldorf gekommen. Er betonte: "Wir sagen Ja, aber es muss auch naturverträglich sein." Darüber hinaus müsse auch der Menschenschutz in den Blick genommen werden. Inzwischen habe man nämlich das Gefühl, dass geradezu eine „Goldgräberstimmung" ausbreche. Um dem entgegenzuwirken, sei eine Vorrangplanung durch die Bezirksregierung sinnvoll. Wenn das nicht möglich sei, wenigstens kreisweit oder aber durch die Gemeinde. Allerdings, so betont er, seien ausgewiesene Schutzgebiete tabu.
 
Zum Stand in der Gemeinde Nettersheim äußerte sich Bürgermeister Wilfried Pracht. Im Unterschied zu Ingenieur Schütz sagte er, fünf Windenergieanlagen seien erforderlich, um die gesamte Versorgung der Gemeinde sicherzustellen. Alles was darüber hinaus gehe, könne als Eifelstrom an andere städtische Regionen abgegeben werden. Derzeit stehe die Gemeinde jedoch noch am Anfang mit der Planung neu zu errichtender Windparks. Wichtig sei die kreisweite Koordination, da es auch Flächen gebe, die gebietsübergreifend seien. Da müsse man sich zusammensetzen.
 
In der nachfolgenden Diskussion ging es etwa um die Frage der Netzanbindungen oder die Frage des Landschaftsbildes, das sich verändere. „Die meisten Menschen finden die Windkraftanlagen einfach scheußlich", so eine Aussage. Auch die Lärmbelästigung durch Windgeräusche kam zur Sprache. Wo sonst - besonders nachts - Ruhe herrschte, ist jetzt Lärm", wurde argumentiert.

Kölnische Rundschau vom 17.09.2011 - Von Irene Lange
 

 
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