UNA Nettersheim

Donnerstag, 23. Mai 2019
Niemand hat etwas gegen Öko-Strom
Freitag, den 29. Juli 2011 um 16:53 Uhr
Wichtig sind die Beteiligung der Bürger und eine akzeptable Standortwahl

PRO  (Bernhard Romanowski)
Energienutzung mit Bürgerbeteiligung

Selbst ohne das Totschlag-Argument "Willst Du lieber ein Atomkraftwerk vor der Haustür?" lassen sich gute Gründe dafür finden, den Ausbau der Windkraftnutzung auch und gerade im Kreis Euskirchen zu unterstützen. Die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der Windenergie ist spätestens seit der Katastrophe in Fukushima gewachsen. Das liegt nicht zuletzt an der Möglichkeit, die Bürger etwa auf genossenschaftlicher Basis an den Windparks und deren Rendite zu beteiligen. Diese Chance, die Wertschöpfung in der Region zu halten sowie neue Arbeitsplätze zu schaffen, sollte man nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bei dem neuen Windkrafterlass der Landesregierung hat man es diesmal nicht mit einem strikten Diktat von oben zu tun, dem man schlicht Folge zu leisten hat. Das Papier lässt den Städten und Kommunen viel Spielraum, den sie mit individuell zugeschneiderten Projekten füllen können. Nun ist es an den Entscheidungsträgern vor Ort, kreativ zu werden und die vorhandenen Möglichkeiten sinnvoll auszuschöpfen. Man kann nur hoffen, dass sich die Akteure aus Politik und Verwaltung im Kreis Euskirchen dieser Aufgabe und Chance gewachsen zeigen.
 
CONTRA  (Wolfgang Rau)
Eine Verunstaltung der Landschaft

Na klar! Wir brauchen alternative Energien, niemand ist erpicht auf Atommeiler oder Kohlekraftwerke. Es ist auch in Ordnung, dass Solar- und Windenergie staatlich gefördert werden. Überhaupt nicht in Ordnung ist jedoch, mit welcher Selbstverständlichkeit diese hochsubventionierten Anlagen in die Landschaft geknallt werden. Bald gibt es kaum noch ein Tal in der Eifel, auf dessen Höhen keine rotierenden Industriemonumente stehen. Dass Tausende Dächer mit Solar-Paneelen zugepappt sind, ist nicht schön, aber wird wohl akzeptiert werden müssen. Aber Apparate, die 120, demnächst sogar 180 Meter hoch sind, zerstören das komplette Landschaftsbild. Da wird ein Schweinegeld in den Aufbau des Nationalparks Eifel gesteckt, man propagiert die unberührte Natur. Und drum herum sieht es aus wie im Science-Fiction-Film. Stellt diese Riesenpropeller irgendwo in die menschenleere Pampa, dort gibt es nichts zu verschandeln. Aber auf keinen Fall, wie jetzt angedacht, in den Eifelwald. Ich weiß, es ist polemisch: Aber als Tourist werde ich freiwillig keine Freizeit in einer verspargelten Gegend verbringen. Das klingt nach St. Florian - und das soll es auch.

Kölner Stadtanzeiger vom 29.07.2011
 
 
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