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Donnerstag, 24. Oktober 2019
Antwerpes verfügte "op Kehr": "Hier nicht"
Freitag, den 29. Juli 2011 um 16:48 Uhr
Mathias Schäfer hatte erhebliche Probleme, sein Windrädchen zu errichten

Kreis Euskirchen/Eifel. "Viel Wind um nichts", wird manch einer vor zwei Jahrzehnten gedacht haben, als das erste Windrad im Kreis Euskirchen ans Netz ging. Gegenüber den Anlagen, die sich heutzutage etwa auf den Anhöhen bei Losheim oder bei Kallmuth finden lassen, nahm sich das damalige Energieerzeugungsgerät in Hellenthal-Kehr aber eher wie ein "Windrädchen" aus. Bevor es im April 1991 in Betrieb ging, hatte der Erbauer und Betreiber Mathias Schäfer allerdings mit einigem Gegenwind zu kämpfen gehabt.

Wie unser Redakteur Franz Albert Heinen am 14. April 1991 im "Kölner Stadt-Anzeiger" schrieb, hatte "der 31-jährige Kölner Maschinenbau-Ingenieur nach umfangreichen Studien im Mai 1989 seine Bauvoranfrage an das Euskirchener Kreis-Bauamt gerichtet".

Nach einem Ortstermin in Kehr lehnte der Kreis "aus Gründen des Landschaftsschutzes" die Baugenehmigung aber ab.

Doch Schäfer ließ nicht locker und brachte den damaligen Präsidenten der Bezirksregierung Köln mit ins Spiel, bei dem er Widerspruch eingelegt hatte. Dr. Franz-Josef Antwerpes erschien dann im März 1991 auch höchstselbst in der Eifel, schaute sich laut Heinen den angepeilten Standort "ein paar Minuten an und verfügte dann kategorisch: »Hier nicht!«, bestieg seine Limousine und verschwand wieder in Richtung Köln". Wenn man eine insgesamt über 50 Meter hohe Anlage an dieser exponierten Stelle genehmige, könne man dies nirgendwo anders in der Eifel untersagen, soll Antwerpes argumentiert haben.

Doch auch davon ließ sich Mathias Schäfer seinerzeit nicht beirren und wendete sich an den Petitionsausschuss des Landtags, der sich nach einem Ortstermin für die Genehmigung des Windrads aussprach und die Sache an das Umweltministerium verwies. Nach einigem weiteren bürokratischen Hin und Her war es dann soweit: Schäfer installierte seinen 31 Meter hohen Turm aus Stahlsegmenten auf einem alten Wehrmachtsbunker im Eifeldörfchen Kehr.

Wenig später plante Schäfer den Bau eines zweiten Windrads im benachbarten Scheid auf rheinland-pfälzischer Seite. "Das Bauamt in Daun ist mehrfach so schnell wie das im Kreis Euskirchen", soll Schäfer damals gesagt haben.

Kölner Stadtanzeiger vom 29.07.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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